Hetmeier: Politischer Einsatz nur bei Bundestagsmandat

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Verschiedenen Veröffentlichungen der Lokalpresse (1, 2, 3) war am Montag (8. Oktober 2012) zu entnehmen, dass die bisherige Stadtbezirksvorsitzende der nördlichen Innenstadt, Marita Hetmeier (SPD), mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurückgetreten ist. Bereits zur Wiederholung der Kommunalwahl im vergangenen August war sie nicht mehr angetreten, da sie höhere Ambitionen hatte: Hetmeier wollte als Bundestagskandidaten zur Wahl im kommenden Herbst aufgestellt werden, scheiterte aber gegen ihre Aplerbecker Parteigenossin Sabine Poschmann. Die Reaktion, die politische Arbeit auf kommunaler Ebene einzustellen, zeigt, dass die Politik oftmals nur als Bühne für lukrative Einnahmen und die eigene Karriere benutzt wird, nicht aber, um die Interessen der Bevölkerung umzusetzen. Bezeichnend ist die Aussage, dass sich Hetmeier, die ein Immobilienbüro am Nordmarkt betreibt, nun auf ihre „berufliche Karriere“ konzentrieren müsste. Klappt es nicht mit der politischen, muss halt die berufliche herhalten – es ist skandalös, wie offenkundig gezeigt wird, dass nicht die Verwirklichung von politischen Zielen im Vordergrund steht, sondern schlichtweg der eigene Broterwerb.

Hetmeier hatte stadtweit regelmäßige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie mit populistischen Forderung in der Nordstadt-Problematik von sich reden machte. So geht die Schließung des Straßenstriches an der Ravensberger Str. unter Anderem auf sie zurück – zwar konnten so zahlreiche osteuropäische Prostituierte verdrängt werden, Ergebnis dieses kurzsichtigen Schrittes war aber schlichtweg eine Verlagerung der Prostitution in Wohngebiete. Zuletzt hatte Hetmeier für Schlagzeilen gesorgt, als sie sich für eine kontrollierte Abgabe von Heroinersatzstoffen in der Nordstadt aussprach – sinnvoller wäre es wohl, bereits präventiv ein Abrutschen in den Drogensumpf zu verhindern, an den Schulen verstärkte Aufklärung zu betreiben und den Hintermännern der Dealerbanden das Handwerk zu legen. Obwohl sich Hetmeiers Positionen immer im politisch korrekten Rahmen bewegten und sie fest zum sozialdemokratischen Kern der Lokalpolitik gehörte, zog sich Hetmeier auch den Zorn von Linksextremisten zu, die ihr Immobilienbüro attackierten und Hetmeier im Internet bedrohten.

Der Abgang Hetmeiers stellt mit Sicherheit keine Verschlechterung der politischen Situation in unserer Stadt dar, zumal der nächste Sozialdemokrat als Nachfolger des Bezirksvorsitzenden in der nördlichen Innenstadt schon in den Startlöchern steht.

Alle Informationen aus Dortmund direkt aufs Mobiltelefon? Tragen Sie sich in den Telegram-Rundbrief oder den DortmundEcho-Mailrundbrief ein, mit dem sie keinen Artikel mehr verpassen! Wenn Sie darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen relevante Termine oder bundesweite Meldungen erhalten möchten, tragen Sie sich in den Mailverteiler "Infobrief.nw.an" ein!

Verbreiten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar