Wieder nationale Propaganda im BVB-Stadion!

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Das wird den Offiziellen von Borussia Dortmund gar nicht gefallen: Entgegen dem „Anti-Rechts-Kurs“, der seit einiger Zeit medienwirksam gefahren wird und nicht wenige Stadionverbote politisch missliebiger Personen zur Folge hat, gab es beim gestrigen 2:1 Sieg gegen Real Madrid wieder ein politisch rechts einzuordnendes Transparent. Amüsant: Während auch der polizeiliche Staatsschutz nun auf der Südtribüne gegen Andersdenkende vorgehen soll und sich damit rühmt, “im Stadion die Augen offen zu halten”, haben die Möchtegern-Sherlock-Holmes offenbar die politischen Hintergründe der Gäste ignoriert. Die Anhängerschaft von Madrid ist durchaus von rechten bis rechtsextremen Gruppierungen geprägt, die am gestrigen Spieltag ein Transparent mit dem Ausspruch „Josue libertad“ (links unten im Bild) entfachten.

Hintergrund ist die Verurteilung von Josué Estebanez de la Hija, einem spanischen Nationalisten, der sich im Jahr 2007 in einer U-Bahn rund 50 gewalttätigen Antifaschisten gegenübersah. Als diese ihn bedrängten und zu attackieren versuchten, setzte Josué sein Messer ein und erstach einen Antifaschisten. In einem Prozess, der auch in Deutschland für Aufsehen gesorgt hat, wurde Josué zu einer 26-jährigen (!) Gefängnisstrafe wegen Mordes verurteilt. Diese ist Anlass für fortwährende Proteste, die regelmäßig auch bei Fußballspielen ihren Ausdruck finden. Ein ausführlicher Hintergrundbericht zum Fall Josué ist hier zu finden.

Unklar ist derzeit, ob bei zukünftigen Champions-League-Spielen speziell ausgebildete Staatsschützer und Sicherheitsdienstmitarbeiter eingesetzt werden, die über Fremdsprachenkenntnisse verfügen – ansonsten dürften sich ähnliche Vorfälle wiederholen. Dies wäre zwar für die weitaus meisten Stadionbesucher kein Grund, ärgerlich zu sein (immerhin treten Anhänger verschiedener Vereine, beispielsweise Babelsberg, Bremen und St. Pauli, seit Jahren mit linksradikalen Botschaften in Stadien auf, ohne das dies Anlass für Sanktionen war), den Gesinnungszensoren in Dortmund dürfte dies aber übel aufstoßen. Abzuwarten bleibt, welche Transparente es beim Rückspiel in Madrid zu sehen gibt – dort hat der BVB aber kein Hausrecht und somit fehlen der Vereinsführung Sanktionsmöglichkeiten, ohnehin werden die wenigstens Anhänger von Real Madrid auf erläuternde Worte unserer Musterdemokraten gewartet haben…

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7 Kommentare

  1. Lustig – und dumm für den Staatschutz und den BVB, wenn man kein Spanisch versteht. Da fällt einem auch gleich der alte lateinische Wahlspruch der römischen Legionen ein: “Honor per Fidem” was übersetzt heisst: Ehre durch Treue. Auch der Spruch kommt einem doch “irgendwie” bekannt vor – oder?

  2. Saludos a los camaradas de madrid y gratulacion por la accion. Libertad para todo los camaradas nacionalistas en espana, alemana y todo el mundo: “Cara el sol, con la camisa nueva…..!!!

  3. Wahrheitskrieger on

    Die deutsche Ultra-Bewegung ist von der Antifa unterwandert, das ist das Problem

    Und wie schon im Text steht, die Linken bekommen keine Verbote.

    Dennoch sollte man sich nicht als Nationalist einschüchtern lassen, sondern weiterhin zu seinem Verein stehen.

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