Willkürliche Stadionverbote gegen rechte BVB-Anhänger

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Offensichtlich macht sich die Vereinsführung von Borussia Dortmund zum Helfer der Gesinnungspolizei und erließ nun – nach polizeilicher Aufforderung – mehrere Stadionverbote, gegen Personen, die der „rechten Szene“ zugeordnet werden und teilweise dem verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ angehört haben sollen. Bereits beim ersten Heimspiel der diesjährigen Saison gegen Werder Bremen wurden mehrere Personen aus dem Westfalenstadion verwiesen, da sie Bekleidung der Fangruppierung „Borussenfront“ trugen oder ein politisches Transparent auf der Südtribüne gezeigt haben sollen.

Begründet wird das auf den 5. Oktober datierte Hausverbot, dass für alle Veranstaltungen gilt, bei denen der BVB über das Hausrecht verfügt, damit, dass die Personen „im Rahmen der 3. Liga-Partie zwischen RW Erfurt und Borussia Dortmund 2 am 01.09.2012 durch eindeutig rechtsextrem politisch motivierte Aktionen in Erscheinung getreten“ sein sollen. Worin diese Tätigkeiten liegen, wird nicht näher konkretisiert, da es im Spielvorfeld keine Vorkommnisse gab und lediglich während des Spielverlaufes mehrere schwarz-weiß-rote Fahnen im Dortmunder Block gezeigt wurden, deren Träger aber augenscheinlich nicht ermittelt werden konnten. Befristet ist das „örtliche Stadionverbot“ für knapp vier Jahre bis zum 30. Juni 2016.

Stefan Reuters, Pressesprecher der Partei „Die Rechte“ in Dortmund, zeigt sich gegenüber DortmundEcho in einer ersten Stellungnahme schockiert und kritisierte, dass der ausgeuferte „Kampf gegen Rechts“ nun auf dem Rücken von Fußballanhängern ausgetragen wird, die keinerlei Fehlverhalten begangen haben. Er fordert weiterhin alle Fußballanhänger auf, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen (derzeit verzeichnen die Betroffenen einen enormen Zuspruch von Solidaritätsbekundungen von anderen Anhängern des BVB’s) und gerade auch innerhalb der Fußballstadien für Meinungsfreiheit einzutreten, die augenscheinlich nur für linksradikale Fangruppierungen – wie es sie beispielsweise in Babelsberg, Bremen oder München gibt – gilt. Die nächste Gelegenheit bietet sich hierzu bereits am kommenden Sonntag (7. Oktober), wenn Borussia Dortmund zu Gast bei Hannover 96 ist.

Beim Internetnetzwerk “Facebook” ist derzeit eine Diskussion auf der offiziellen Vereinsseite von Borussia Dortmund enbtrannt. Wer mitdiskutieren will, sollte hier klicken.

Nachfolgend einige ausgewählte Presseberichte:
BVB spricht Stadionverbote gegen acht Rechtsextreme aus” – Borussia Dortmund Vereinsseite
Stadionverbote für Rechtsextreme” – Radio 91.2
BVB erteilt Neonazis Stadionverbot für Signal-Iduna-Park” – Der Westen
Acht Neonazis erhalten Stadionverbot” – Ruhr Nachrichten
BVB spricht Stadionverbote gegen Rechtsextreme aus” – Stern
BVB greift durch Stadionverbote und mehr Sicherheitspersonal” – RevierSport

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9 Kommentare

  1. Amüsant ist in diesem Zusammenhang auch der Umstand, dass die als “Einschreiben / Rückschein” ausgestellten Stadionverbote persönlich (!) vom polizeilichen Staatsschutz vorbeigebracht wurden – bzw. sollten, denn in der Regel standen die Beamten vor verschlossenen Türen. Vielleicht gehört dies zur Umstrukturierung und Re-Verstaatlichung der “Deutschen Post”…

  2. Stadiongänger on

    Ob in Dortmund oder anderswo , der K(r)ampf gegen ” nationale Gesinnungstäter” zeigt eure Angst vor der Wahrheit.
    In diesem Sinne, hoch die nationale Solidarität.- !
    -Gegen alle Stadionverbote-

  3. Vom Staatsschutz persönlich überbracht und vom ‘Präsidenten’ eigenhändig unterschrieben. Hier erkennt man, wie die Herren ihre Prioritäten setzen. Die Stadionverbote werden selbstverständlich nicht verhindern, dass Nationalisten beim BVB zu Gast sind. Für die vielen solidarischen Mitteilungen aus der Fanszene möchten wir uns schon jetzt bedanken! Wir lassen uns die Liebe zum Verein nicht verbieten!

  4. Ich war schon etwas länger am überlegen, ob ich wegen den erhöhten Eintrittspreisen dem Stadion nicht einfach fern bleibe. Die Unverschämtheit, Menschen jetzt auch noch wegen ihrer politischen Einstellung Hausverbote zu erteilen, bringt das Fass zum überlaufen.

    Sicherlich bleibt Sport Sport und sollte nicht für politische Agitation genutzt werden, aber der FIFA und DFB machen es mit ihrem Antirassismus und dem ganzen Kram doch nicht anders…

    Schade, aber manchmal muss mal halt einfach zurückstecken und Opfer bringen.

  5. Im übringen haben auch Leute Stadionverbot bekommen, die gar keine BVB-Anhänger sind und auch niemals werden,

    Feine Arbeit vom Staatsschutz 😉

  6. Pingback: Teil 2: Politische Säuberung beim BVB / Hausverbote gegen „Rechte“ – DIE RECHTE

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