OB-Sierau träumt von einem Dorstfeld ohne Rechte

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Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der aufgrund einer Vielzahl von Skandalen höchst umstrittenen ist, zeigt einmal mehr seinen Standpunkt, der jenseits der Realität liegt: Gegenüber dem Internetportal „Der Westen“ äußerte Sierau, dass „die Rechten“ (gemeint sind alle nationaleingestellten Dortmunder) in Dorstfeld gescheitert seien und deshalb nach Huckarde (wo vergangenene Woche eine Geschäftsstelle der Partei „Die Rechte“ eröffnet wurde) weiterziehen wollten. Für die Huckarder Bevölkerung hat er auch direkt einen Ratschlag parat – sie sollen von den „in Dorstfeld gemachten Erfahrungen“ lernen. Diese Forderung ist durchaus zu begrüßen, denn dann wird es auch in Huckarde eine breite Akzeptanz nationaler Positionen geben.

Entgegen der Illusion von Sierau, in Dorstfeld gäbe es keine nationalen Bürger mehr, gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Aktivitäten im Stadtteil (1, 2, 3), unter Anderem sogar eine Protestkundgebung gegen einen Besuch des Oberbürgermeisters, die auf einem Montagabend von bis zu 45 Personen besucht wurde. Nicht wenige Teilnehmer stammten im Übrigen aus der direkten Nachbarschaft. Auch das Straßenbild, welches von einer Vielzahl von Werbeaufklebern nationaler Parteien und Gruppierungen bestimmt wird, spricht eine deutliche Sprache. Welche Erfolge Sierau in Dorstfeld sieht, dürfte daher wohl sein Geheimnis bleiben – es verwundert aber nicht, wenn er gegenüber der Öffentlichkeit vermeintliche Erfolge vorweisen möchte: Insgesamt steht die Politik der SPD in Dortmund für Niederlagen und so wird versucht, zumindest nach Außen den Schein zu suggerieren, einmal nicht als Verlierer darzustehen. Tatsächlich hat aber ein Großteil der Dorstfelder Bevölkerung keinerlei Berührungsängste mit nationalen Deutschen, regelmäßig kommt es sogar zu zustimmenden Äußerungen oder der Nachfrage, wie ein Einbringen in die politische Arbeit möglich ist. Sollten also die Huckarder Bürger von den Dorstfeldern lernen wollen, ist dieser Schritt begrüßenswert – auch in Huckarde wird es mutmaßlich keinerlei Konflikte mit „Rechtsextremisten“ geben, sondern einzig mit aufmüpfigen Gutmenschen und deren linksextremistischen Anhang, der durch regelmäßige Krawalldemonstrationen auftritt.

Die Möglichkeit, sich im „Kampf gegen Rechts“ zu profilieren, will aber nicht nur Ullrich Sierau nutzen: Sein Kontrahent aus den Reihen der CDU, Thorsten Hoffmann, Stadtradsmitglied und angehender Direktkandidat für die Bundestagswahl 2013, verteilt derzeit in den Straßenzügen rund um die Parteigeschäftsstelle Flugblätter. Hierin werden die Bürger aufgefordert, sich bei Hoffmann, der eigentlich in der Bittermark wohnt und beruflich als Polizeibeamter arbeitet, zu melden, um Wege gegen Rechtsextremismus zu finden. Offensichtlich handelt es sich um einen relativ durchschaubaren Versuch der in völliger Bedeutungslosigkeit schwebenden Dortmunder CDU, Bürgernähe zu suggerieren und den vermeintlichen Bürgerwillen zu verkünden. Hoffmanns Pech dürfte es nur sein, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat: Wenn sich die Nachbarschaft erst einmal an die rechten Aktivisten gewöhnt hat, die – entgegen den Presselügen – nicht als Schreckensgespenster auftreten, sondern wie jeder andere Mensch auch, wird der Versuch, Wählerstimmen zu sammeln, nach hinten losgehen. Immerhin kann sich Hoffmann dann mit Sierau zusammenschließen, denn beide stehen im „Kampf gegen Rechts“ auf der gleichen Seite, die sich allmählich mit dem eigenen Scheitern abfinden sollte.

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