Emil Kirdorf: Schilderstreit in Eving

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In Eving setzt sich ein bereits seit 2009 andauernder Namensstreit fort, der von den etablierten Politikern geführt wird. Diese nehmen Anstoß an der bereits seit dem Jahr 1912 in Dortmund bestehenden Kirdorf-Siedlung, benannt nach dem ehemaligen Großindustriellen Emil Kirdorf. Dieser war maßgeblich an der Gründung des „Rheinisch-Westfälischen Großsyndikates“ beteiligt und gehörte bis zu seinem Lebensende zu den wichtigsten Industriellen im Ruhrgebiet – neben seiner wirtschaftlichen Tätigkeit war Kirdorf aber auch politisch aktiv, positionierte sich als klarer Gegner des Marxismus, der die Spaltung des Volkes in verschiedene Klassen propagiert und wurde später Mitglied der NSDAP. Insbesondere Letzteres nehmen nun die etablierten Parteien in der Evinger Bezirksvertretung zum Anlass, eine Informationstafel über den Namensgeber der Siedlung anzubringen. Immerhin: Während in Eving über eine Informationstafel nachgedacht wird, werden in Huckarde gleich ganze Straßen umbenannt, wenn der Namensgeber eine politisch unkorrekte Vergangenheit aufweist.

Gegen eine solche Informationstafel sind aber die Anwohner der Kirdorf-Siedlung, welche die nach hundert Jahren einsetzende Aufregung nicht nachvollziehen können. Abgesehen davon, dass es nicht üblich ist, Informationsschilder über die Namensgeber von Straßen anzubringen (ansonsten wäre beispielsweise anzuraten, an der Rosa-Luxemburg-Straße ebenfalls eine Tafel einzusetzen, in der über die verbrecherische Ideologie des Kommunismus informiert wird), wird auch noch der Steuerzahler zur Kasse gebeten: 10 000 Euro soll die Tafel, die – abgesehen von den etablierten Parteien – niemand haben will, kosten. Gelder, die in der Siedlung beispielsweise für die Erneuerung von Grünflächen oder der Erweiterung bestehender Spielmöglichkeiten für Kinder wohl besser angelegt sein dürften.

Zwar gilt die Errichtung einer solchen Informationstafel als beschlossen, um aber den Anschein zu wahren, den Bürgern ein Mitspracherecht zu bieten, laden die Evinger Politiker am 22. Februar zu einer „Bürgerinformationsveranstaltung“ statt. Eine gute Möglichkeit, um sein Unverständnis über die einseitige Vergangenheitsbewältigung, sowie die offenkundige Steuergeldverschwendung, zum Ausdruck zu bringen.

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1 Kommentar

  1. Egal wer am 22. Februar seine Meinung kritisch zu der Infotafel äußert wird definitiv in die rechte ecke gestellt, ganz egal ob es ein Anwohner oder ein Nationalist ist.

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