Spionage beim BVB: Privatleben der Ordner wird durchleuchtet

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Zu Wochenanfang berichtete das „DortmundEcho“ über eine vermeintliche Unterwanderung des Ordnungsdienstes von Borussia Dortmund im „Signal-Iduna-Park“, welche der „Spiegel“ aufgedeckt haben will. Erste Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, der Verein kündigte an, die Vorwürfe umgehend prüfen zu wollen und betonte, sich von Ordnern mit einer nationalen Gesinnung trennen zu wollen. Mittlerweile wurde bekannt, dass sogar bewusst im privaten Umfeld der rund 800 BVB-Ordner spioniert werden soll (unter Anderem auch in „sozialen Netzwerken“), um deren Kontakte zu politisch Oppositionellen zu beleuchten – ein solches Vorgehen erinnert an dunkle Zeiten in der deutschen Geschichte, gerade unseren Mitteldeutschen Landsmännern im fortgeschritteneren Alter dürfte die tägliche Überwachung noch sehr präsent sein.

Politisch korrekt betonen der BVB-Vorsitzende Hans-Joachim Watzke und sein Sicherheitsbeauftragter, Dr. Christian Hockenjos, die sich beide im Übrigen auch persönlich für die gegen 8 nationale Aktivisten verhängten Stadionverbote zu Saisonanfang verantwortlich zeigten, in einem an alle eingesetzten Ordner beim DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 am vergangenen Mittwoch (19. Dezember 2012) verteilten Flugblatt, dass „jegliche Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit“ verurteilt würden – hierbei sollten die Verantwortlichen von Borussia Dortmund, die sich offenbar zunehmend gegen die eigenen Anhänger positionieren, aber erst einmal bei sich selbst anfangen und die als elementares Grundrecht verankerte Meinungs- und Gesinnungsfreiheit respektieren, welche derzeit massiv eingeschränkt wird.

Nachfolgend das Rundschreiben, das ohne weiteren Kommentar ausreicht, um aufzuzeigen, welchen Wert Meinungsfreiheit in den Augen der BVB-Führung besitzt:

An alle Ordner des BVB-Ordnungsdienstes
Dortmund, 19.12.2012

Sehr geehrtes Mitglied des BVB-Ordnungsdienstes,
liebe Ordnerinnen und Ordner,

wie Sie sicher erfahren haben, hat es in der vergangenen Woche Medienberichte gegeben, denen zufolge einem BVB-Ordner u.a. rechtes Gedankengut vorgeworfen wurde. Diese Vorwürfe mündeten gar in der Betonung, Borussia Dortmunds Ordnungsdienst sei von Rechtsextremisten unterwandert.

Wir möchten Sie hiermit darauf hinweisen, dass Borussia Dortmund keinerlei extremistische Gesinnungen innerhalb des BVB-Ordnungsdienstes duldet. Der BVB widerspricht allerdings auch entschieden der Interpretation verschiedener Medien, unser Ordnungsdienst sei in rechtsextremistischer Hand. Wir schätzen die Arbeit unseres Ordnungsdienstes sehr, das sei Ihnen versichert. Gleichwohl wird Borussia Dortmund einzelnen Verdachtsmomenten sorgfältig nachgehen.

Wir möchten Ihnen gegenüber heute deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir von jeder Ordnerin und von jedem Ordner die Anerkennung und Akzeptanz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland erwarten. Wir verurteilen jegliche Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit und obendrein jegliche Form von Gewaltausübung.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Personendaten im Rahmen des datenschutzrechtlich Erlaubten prüfen werden und uns im Falle von Erkenntnissen, die den o.g. Grundsätzen zuwiderlaufen, weitere Schritte vorbehalten. In diesem Zusammenhang kommen wir zu Beginn des neuen Jahres gegebenenfalls nochmals auf Sie zu.
Für Ihre im Jahr 2012 geleistete Arbeit möchten wir uns ganz herzlich bedanken und wünschen Ihnen und Ihren Familien schon jetzt ein frohes Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen
Borussia Dortmund GmbH & Co. KgaA

Hans-Joachim Watzke
Vorsitzender der Geschäftsführung

Dr. Christian Hockenjos
Direktor Organisation

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