Lütgendortmunder CDU will nicht spielen

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Das Weltbild der Christdemokraten im westlichen Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund ist erschüttert: Immer mehr Spielhallen breiten sich im Stadtbezirk aus, aktuell sind es nach städtischen Angaben bereits elf, hinzu kommt eine deutlich größere Anzahl sogenannter Wettbüros. Bereits im September 2012 berichtete das „DortmundEcho“ über den CDU-Vorstoß, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Hintergrund dieser Initiative ist aber nicht etwa die in einer Vielzahl von Fällen betrieben Geldwäsche, für welche nicht wenige solche Einrichtungen überhaupt existieren oder das fremdvölkische Klientel, welches sich dort aufhält und verschiedensten Tätigkeiten, beispielsweise Drogenhandel, nachgeht, sondern das optische Erscheinungsbild des Stadtteils. Noch oberflächlicher könnte Symptompolitik kaum zu Tage treten. Statt die tatsächlichen Probleme aufzugreifen, wird versucht, mit optischen Korrekturen die Wahrnehmung bei der Bevölkerung zu Veränderung.

Wie die CDU-Fraktion in der Lütgendortmunder Bezirksvertretung gegenüber dem Internetportal „Der Westen“ bekannt gab, solle nun bei der kommenden Sitzung am kommenden Dienstag (22. Januar 2013) darüber beraten werden, wie eine weitere Ansiedlung von Spieleinrichtungen verhindert werden könne – wesentlich ratsamer wäre es aber, zunächst die tatsächlichen Gründe aufzuführen, wegen denen Spielhallen vielen Bürgern ein Dorn im Auge sind, beispielsweise der teils offen stattfindende Drogenhandel oder die überwiegend ausländischen Kunden, die sich im Umfeld solcher Wettbüros aufhalten und das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Passanten beeinträchtigen. Der Versuch, weitere Eröffnungen zu verhindern, mag zwar temporäre Erfolge erzielen, langfristig steigen die bisher in Wettbüro tätigen Personenkreise aber schlichtweg auf andere Gewerbe um, beispielsweise Internet-Cafes und Teestuben. Wie eine solche Entwicklung im fortgeschrittenen Stadium aussieht, lässt sich unter Anderem in der Nordstadt oder an der Rheinischen Straße erkennen: Hier prägen neben Spielhallen und Wettbüros Geschäfte aller Art das Straßenbild, die häufig nur eines gemeinsam haben, nämlich nicht die Tätigkeit auszuführen, die im Gewerbeschein angegeben ist. Gelegentlich wird dies auch öffentlich bekannt, wenn Polizeibeamten ein Seltenheitserfolg gelingt und Drogenumschlagplätze geschlossen werden können. In aller Regel wird das Treiben inklusive der Begleiterscheinungen aber stillschweigend ignoriert und auch von der etablierten Politik nicht bzw. nicht umfassend aufgegriffen.

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