Nazi-Reportage: Plan B ohne Plan

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Der Radiosender 1LIVE hatte am späten Mittwochabend (20. Februar 2013) wieder einmal das Themenfeld Rechtsextremismus als Lückenfüller entdeckt – so wurden zu der Reportagenserie, die den Titel „Plan B“ trägt, der angebliche „Rechtsextremismus-Experte“ Johannes Radtke, sowie (die in Dortmund als Leiterin einer Beratungseinrichtung für vermeintliche Opfer rechter Gewalt durch regelmäßige Medienauftritte bekannte) Claudia Luzar eingeladen. In einem knapp 40-minütigen Beitrag konnten sich beide über die „Nazi-Hochburg“ Dortmund unterhalten und ihre – teilweise kruden – Ansichten zum Besten geben. Wer aber neue Inhalte oder gar einen objektiven Umgang mit nationalen Positionen erwartet hätte, wurde selbstverständlich enttäuscht.

Abgespult wurde das gutmenschliche Standart-Programm, das mit einer Erklärung über die Herkunft der „Autonomen Nationalisten“ beginnt und sich über „rechte Gewalt“ und „Nazis beim Fußball“ bis zu den regelmäßig durchgeführten Demonstrationen in Dortmund erstreckt. Durchsetzt wurden diese Informationen mit regelmäßigen, indirekten Appellen, sich selbst „im Kampf gegen Rechts“ einzubringen – augenscheinlich mangelt es den Vordenkern einer (aus ihrer Sicht) besseren Gesellschaft an Menschenmaterial, so dass zu Randsendezeiten versucht wird, Personen zu ködern.

Freilich blieb das Gespräch zwischen Radtke und Luzar, welches von einem Moderator des Radiosenders 1LIVE begleitet wurde, ohne kritische Gegenstimmen: Über nationale Deutsche wird zwar geredet, aber nie mit ihnen. So verwundert es wenig, wenn der Informationsgehalt gegen Null tendierte und lediglich eine kurzzeitig aufkommende Komik Unterhaltungswert bot, die ihren Höhepunkt in einer kläglichen Bitte von Johannes Radtke fand: „Wir kriegen das schon noch hin, dass Dortmund irgendwann nicht mehr Nazi-Hochburg ist, oder?“ – daran glaubt wohl nicht einmal Radtke selbst, wie aus dem hinzugefügten „oder“ deutlich hervorgeht.

Wer sich selbst einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, kann den Radiobeitrag hier in der gesamten Länge anhören.

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