Dortmund droht neuer Straßenstrich – vielleicht im Indu-Park

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Wie ein Paukenschlag für die Dortmunder Lokalpolitik ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 21. März 2013: Die Prostituierte Dany K. hatte dort gegen die Einrichtung eines stadtweiten Sperrbezirkes geklagt, nachdem der Straßenstrich an der Ravensberger Straße im Mai 2011 geschlossen wurde und seither keine legale Prostitutionsfläche vorhanden war. Tatsächlich stimmen die Richter der Klage in erheblichem Umfang zu und brüskierten somit Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau nebst seinen sozialdemokratischen Parteigenossen.

Die SPD hatte versucht, durch die Schließung des Straßenstrichs in der Nordstadt den Bürgern zu suggerieren, handlungsfähig zu sein und der aus den Fugen geratenen Masseneinwanderung aus Osteuropa etwas entgegensetzen zu können: Während es lange Zeit ruhig um die Prostituiertenszene in der Nordstadt war, änderte sich dies nach der EU-Osterweiterung, so dass bis zur Schließung des Straßenstriches über 700 Osteuropäerinnen ihre Sex-Arbeit dort verrichteten, in den benachbarten Straßenzügen hatten sich deren Familien und Zuhälter angesiedelt. Wie aber bereits damals vorausgesagt wurde, hat die Schließung des Straßenstriches lediglich Auswirkungen auf die wenigen, deutschen Frauen gehabt, die dem „ältesten Gewerbe der Welt“ nachgehen, denn während diese verdrängt wurden, verlagerten sich die Osteuropäerinnen lediglich einige hundert Meter. Statt an der Ravensberger Straße wurde die Prostitution offen auf dem Nordmarkt oder in umliegenden Erdgeschosswohnungen ausgeübt.

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen drohen Dortmund aber demnächst Zustände, wie sie aus dem Bereich der Ravensberger Straße und der gesamten Nordstadt hinlänglich bekannt sind: Die Stadt Dortmund soll – gemäß dem Urteil – prüfen, ob es geeignete Standorte geben würde, an denen eine Prostitution ohne Beeinträchtigung des Umfeldes stattfinden könne, beispielsweise in einem abgelegenen Gewerbegebiet und / oder durch zeitliche Beschränkungen. Die Umsetzung dieses Urteils, gegen das – entgegen einer ersten Meldung – keine Berufung zulässig ist, obliegt nun der Stadt Dortmund, vertreten durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Dieser versucht zwar händeringend, das Urteil als positives Zeichen für seine SPD zu verklären, da es den herkömmlichen Standort in der Nordstadt auch in Zukunft ausschließt, verkennt aber, dass ihm nun die Aufgabe obliegt, sich nach Alternativen umzusehen.

Bereits jetzt gilt als sicher, dass es an keinem Standort eine Zustimmung der ansässigen Bürger und Politiker geben wird: Während es zwar durchaus möglich erscheint, die Straßenprostitution unter strengen Regelungen in einem Gewerbegebiet durchzuführen, verhindern die osteuropäischen Prostituierten und ihr Begleitumfeld eine zu akzeptierende Lösung. Umso erschreckender Wirken deshalb geäußerte Vorschläge, einen Straßenstrich im westlichen Indu-Park im Stadtbezirk Lütgendortmund in Erwägung zu ziehen – dies würde eine Ansiedlung von Zigeunerfamilien in einem bisher nicht gekannten Ausmaß für die Stadtteile Marten, Oespel und Kley bedeuten. Da wäre es doch vielleicht eine bessere Überlegung, den Straßenstriches – wenn es ihn gesetzlich schon geben muss – in einen anderen Teil Dortmunds zu verlegen, der von Überfremdung und sozialen Problem weitestgehend verschont bleibt: Gerade die schöne Gartenstadt würde sich anbieten, aber auch die Anwohner in Bittermark oder Kirchhörde würden sich mit Sicherheit über eine solche Bereicherung freuen. Wie wäre es denn damit, Herr Sierau?!

Eine unvollständige Sammlung von Presseberichten und Stellungnahmen zum Gerichtsurteil:
Straßenprostitution in Dortmund wieder erlaubt” – Ruhr Nachrichten
Verwaltungsgericht bestätigt Verbot in Nordstadt und Ravensberger Straße” – Stadt Dortmund
Auflösung des Straßenstrichs in der Ravensberger Straße bleibt richtig” – SPD Fraktion
Reaktionen zum Straßenstrich-Urteil: Freier freuen sich” – Ruhrbarone
Urteil gegen Stadt Dortmund: Recht auf Straßenstrich” – Spiegel Online

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