Pädophiler: Gerichtsverhandlung und “Outing”

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Vor dem Dortmunder Landgericht fand am Montag (4. März 2013) die Berufungsverhandlung gegen Jörg Ingolf H. statt, einen 40-jährigen Dortmunder. Dieser war Ende Dezember 2012 wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornographischer Schriften vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 6 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Vorgeworfen wurden H. 24 Fälle des Besitzes bzw. der Verbreitung von Kinderpornographie.

Bei der Berufungsverhandlung versuchte H., vertreten durch den Rechtsanwalt Kaufmann, eine Bewährungsstrafe zu erreichen. H. (der von seiner Freundin zur Gerichtsverhandlung begleitet wurde) äußerte sein bedauern über begangenen Straftaten und kündigte an, sich in eine Therapie begeben zu wollen. An diese Auflage knüpfte der zuständige Richter eine Prozessaussetzung, nach der über eine Vollstreckung der Haftstrafe zur Bewährung entschieden werden soll – obwohl H. wegen eines weiteren Sexualdeliktes vorbestraft ist, das sich ebenfalls innerhalb des letzten Jahres ereignete. Ein Arzt soll nun Untersuchung, ob nach §20 oder §21 des Strafgesetzbuches eine Schuldunfähigkeit des Angeklagten festzustellen sei, die eine Bewährungsverhängung ermöglichen würde. Bis diese Entscheidung in einigen Wochen oder gar Monaten gefallen ist, wurde das Verfahren ausgesetzt.

Kinderpornographie stellt keinen geringfügigen Straftatbestand dar, sondern ist vor allem aus zweierlei Gründen mit drakonischen Strafen zu ahnden: Pädophile, die sich ihre perversen Neigungen bei kinderpornographischen Bildern oder Videos vertreiben, sind tickende Zeitbomben, die vielleicht irgendwann mal ein eigenes Video drehen wollen und sich deshalb an Kindern vergehen. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, fördert das Betrachten und vor allem die Verbreitung solchen Materials das Leid, welches durch die handelnden Akteure Kindern gegen deren Willen zugefügt wird. Die Zukunft der Jüngsten unserer Gesellschaft, deren Schutz und Überwachung unser aller Aufgabe ist, wird durch die Produzenten und Konsumenten von Kinderpornographie bewusst mit den sprichwörtlichen Füßen getreten.

Wie das „DortmundEcho“ in Erfahrung bringen konnte, wurde diese Auffassung auch von Unbekannten geteilt. Die hatten es sich zur Aufgabe gemacht hatten, über Jörg Ingolf H. aufzuklären und verteilten nur wenige Stunden nach der Verhandlung in dessen Wohnumfeld am Gerlachweg in Dortmund-Westerfilde Flugblätter. In den Flugblättern wird davor gewarnt, dass H. in einer kinderreichen Siedlung wohnhaft ist und es eine nicht einzuschätzende Bedrohung darstellt, wenn seine krankhaften Triebe weiterhin unbekannt bleiben würden. Staatliche Institutionen vernachlässigen fahrlässig oder bewusst ihre Aufgaben, wenn Pädophile sich die Anonymität der Großstadt zu eigen machen können, heißt es.

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