Rheinische Straße 135: Gekauft, geräumt und dann?

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Aktuell können Passanten an der Rheinischen Straße eine neue Fassadengestaltung bei dem Haus mit der Nummer 135 bestaunen, welches in den letzten Jahren zu stadtweiter Bekanntheit gelangt war. Bis zum 23. August 2012 diente ein dortiges Ladenlokal als Versammlungsraum für Veranstaltungen des „Nationalen Widerstands Dortmund“ und wurde zeitgleich mit dem Vereinsverbot des Nationalen Widerstandes durch das Land NRW beschlagnahmt. Die Stadt Dortmund, die das Haus bereits zu Beginn des Jahres 2011 gekauft hatte und sich seither in einem Rechtsstreit mit den Mietern befand, beabsichtigte angeblich, dort ein internationales Jugend- und Kulturzentrum zu eröffnen. Tatsächlich handelte es sich hierbei aber um einen durchschaubaren Versuch, eine vermeintliche Eigennutzung im Mietrechtsstreit begründen zu wollen.

Bis heute hat sich an der Rheinischen Straße 135 – abgesehen von dem Anstrich der Rollladen in Regenbogenform, einem beliebten Merkmal von homosexuellen Kreisen – nichts verändert, im Gegenteil: Nach wie vor ist das Gebäude durch Farbbeutel, die Linksextremisten in den letzten Jahren an die Fassade geworfen haben, verunstaltet und nicht einmal die Verkleidung der Schaufensterscheiben, die zu Schutzzwecken gegen Sachbeschädigungen angebracht war, wurde abgenommen. Augenscheinlich ist der städtische Plan, ein Begegnungszentrum einrichten zu wollen, längst wieder verworfen. Dieser PR-Gag kostete den Steuerzahler durch den Häuserkauf der Stadt immerhin rund 250 000 Euro.

Seit Längerem konnte am Montag Vormittag (11. März 2013) wieder einmal ein Polizeieinsatz vor dem Gebäude beobachtet werden, allerdings nicht etwa, weil die rechtsgerichteten Mieter zurückgekehrt waren, sondern weil in den vergangenen Nächten offenbar eine Umgestaltung der Fassade stattgefunden hatte: Statt der Aufschrift „Respekt“ schmückt nun die Buchstaben- und Zahlenfolge „R135“, eine Abkürzung für die Rheinische Straße 135, nebst dem Kürzel „NW DO“, womit augenscheinlich auf den verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ angespielt wird, das Gebäude. Grund genug für die Polizei, ihre Ermittlungen nach den (bisher unbekannten) Tätern aufzunehmen – in den nächsten Tagen wird die Stadt Dortmund dann nachsetzen und von Steuergeldern einen Fassadenanstrich durchführen, um den Regenbogen in seiner Ursprungsform wiederherzustellen und damit zeigen zu wollen, wie bunt Dortmund sei. Amüsant, wie sich die gutmenschlichen Politiker der etablierten Parteien der Lächerlichkeit preis geben, um nicht eingestehen zu wollen, dass mit dem Kauf des Gebäudes Rheinische Straße 135 Steuergelder in sechsstelliger Höhe verprasst wurden und ein Ende durch entstehende Folgekosten noch lange nicht absehbar ist. Ein Begegnungszentrum für Jugendliche wird dort wohl nie entstehen und es ist zu bezweifeln, ob dies überhaupt jemals geplant gewesen ist.

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