Oberantifa Sierau: Kritik aus den eigenen Reihen

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Ullrich Sierau, seines Zeichens Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, schmückt sich gerne in der Öffentlichkeit mit seinem Engagement gegen Rechts – in der Vergangenheit rief er sogar zu Blockaden angemeldeter Demonstrationen auf, was strafrechtlich einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und teilweise sogar eine Nötigung darstellt. Nun erheben sich aber seine Genossen – im Zeichen des Totalausfalls linken Gegenprotestes bei der nationalen Demonstration am 1. Mai 2013 – und bezichtigen ihn in überraschender Offenheit der Profilneurose und Selbstsüchtigkeit.

So veröffentliche der Blog „Ruhrbarone“ ein Gespräch mit einem Mitglied des Bündnisses „Dortmund Nazifrei“, einem Zusammenschluss verschiedener Parteien und Organisationen der selbsternannten wehrhaften Zivilgesellschaft. Dort heißt es, dass Sierau sich selbst als oberster Dortmunder Antifaschist sähe und beanspruchen würde, den Kurs für alle anderen Personen vorgeben zu wollen – dies passt zu Sieraus Wunsch, sich bei jeder erdenklichen Möglichkeit als „Kämpfer gegen Rechts“ zu positionieren, sein Drang nach Geltungssucht wurde von diversen Beobachtern teilweise sogar schon als peinlich eingestuft. Innerhalb der Kreise des Bündnisses würde sich aber niemand trauen, Sieraus Selbstdarstellerei zu widersprechen – immerhin peilen nicht wenige dortige Protagonisten einen politischen Aufstieg (verbunden mit finanzieller Absicherung) an und wurden sogar bereits in bezahlte Positionen gehoben.

Aus dem Gespräch mit „Dortmund Nazifrei“ geht aber vor allem eines hervor: Die Antifaschisten verschiedenster Couleur, die sich teilweise als revolutionär und als Systemgegner betrachten, sind vor allem eines: Die Handlanger der etablierten Parteien, allen voran der Dortmunder SPD und von Ullrich Sierau. Das System, was sie vermeintlich (teilweise) bekämpfen wollen, schützen sie durch ihre politisch Tätigkeit als willige Marionetten der Herrschenden. Auch die Gliederung in verschiedene Zusammenschlüsse, ob sie nun „Dortmund stellt sich quer“ oder anders heißen, täuscht darüber nicht hinweg: Die Einheitsfront der etablierten Kreise und ihrer antifaschistischen Fußtruppen ist vor allem eine Bühne für profilneurotische Politiker, denen es um Selbstdarstellung und ihre eigene Karriere geht. Wenn sich im „Kampf gegen Rechts“ Punkte sammeln lassen, wird von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch gemacht – wenn Sierau plötzlich einen anderen Kurs vorgeben würde, würden sich die Fähnchen im Wind mitbiegen, gegen oder für wen auch immer.

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