Landgericht: Kindesmissbrauchsvorwürfe und ein Pädophiler

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Vor dem Dortmunder Landgericht begann am Dienstag (19. November 2013) der Prozess gegen einen 55-jährigen Dortmunder, dem Kindesmissbrauch in 913 (!) Fällen vorgeworfen wird. Gleichzeitig wurde am Freitag (15. November 2013) das Verfahren gegen einen geständigen Pädophilen aus Westerfilde fortgesetzt.

Im Prozess um den 913-fachen Kindesmissbrauch, der sich zwischen den Jahren 2000 und 2006 zugetragen haben soll, schilderte die Anklage massive Übergriffe, die es von dem Familienvater Wolfgang Michael L. auf den Sohn seiner Lebensgefährtin gegeben haben soll, der zu Beginn der geschilderten Taten erst 7 Jahre alt gewesen ist. In der anschließenden Vernehmung des Angeklagten, der zu dem Zeitpunkt im Stadtteil Mengede wohnhaft gewesen ist, stritt er die vorgeworfenen Sexverbrechen jedoch ab und gab an, kein Perverser zu sein und zudem nicht auf Männer zu stehen. Stattdessen beschrieb er eine eventuelle Rachereaktion seiner Ex-Frau und schilderte von Unwahrheiten, die das Vergewaltigungsopfer bereits während der gemeinsamen Beziehung regelmäßig verbreitet haben soll. Das Gericht steht nun vor der schweren Aufgabe, im Zuge der Beweisaufnahme die Wahrheit zu finden – für Prozessbeobachter ist es am ersten Verhandlungstag schwierig, eine Einschätzung abzugeben, ob es sich bei der Äußerung von L. lediglich um eine Schutzbehauptung handelt oder aber, ob L. das eigentlich Opfer einer Intrige geworden ist. Sollten sich die Vorwürfe gegen L. jedoch bewahrheiten, ist es durchaus im öffentlichen Interesse, über die – in einigen Stadtteilen nicht ganz Unbekannte – Person zu informieren und aufklärend zu wirken. Bis zu einem Nachweis der Schuld gilt aber auch für den Angeklagten L., der sich auf freiem Fuß befindet, die Unschuldsvermutung, auch, wenn die vorgeworfenen Taten noch so abscheulich klingen.

Ganz anders sind dagegen die Umstände bei dem Prozess gegen Jörg Ingolf H., einen 41-jährigen Pädophilen, der einschlägig vorbestraft ist und sich aktuell wegen dem neuerlichen Besitz kinderpornographischer Schriften verantworten muss. Ihm droht eine Haftstrafe, die er jedoch in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln versucht. Am Freitag (15. November 2013) wurde der Prozess gegen H. fortgesetzt, nachdem bereits am 7. November 2013 eine neuerliche Hausdurchsuchung bei H. stattgefunden hat, um zu prüfen, ob im Verlaufe des Verfahrens erneut Kinderpornos durch H. beschafft wurden – offenbar war diese Hausdurchsuchung nicht ergebnislos. So sollen nach einer ersten Auswertung des sichergestellten Computers erneut relevante Dateien gefunden worden sein, eine konkrete Benennung über Menge und Strafbarkeit soll am nächsten Verhandlungstag folgen, wenn auch das Urteil erwartet werden kann. Statt sich jedoch aufgrund seiner Perversität vor Scham zu verstecken, geht H., der mit seiner Lebensgefährtin in der Westerfilder Hochhaussiedlung am Gerlachweg wohnt, in die Offensive: Vor Gericht versuchte er sich erneut als Opfer zu positionieren und beklagte die erschwerten Lebensumstände, die ihm seit Bekanntmachung seiner perversen Neigungen durch eine „Outingaktion“ im Wohnumfeld zuteil werden. Angeblich würde er sich nicht mehr sicher fühlen und sei nervlich am Ende – nervlich am Ende dürften wohl auch die Kinder gewesen sein, die auf den 12 000 (!) Bildern und Videos zu sehen waren, die beim Wiederholungstäter H. gefunden wurden. Wenn H. in seiner Nachbarschaft nun unter besonderer Beobachtung steht und das Wohnumfeld sensibilisiert ist, muss dies als der richtige Schritt betrachtet werden: Es kann nicht sein, dass erst einem Kind etwas passieren muss, damit staatliche Institutionen dem Treiben von nachweislich Perversen Grenzen setzen. Wenn die Presse schweigt und die Polizei handlungsunfähig ist, bleibt es nicht selten nationalen Aktivisten vorbehalten, den Kinder- und Jugendschutz voranzutreiben. Offenbar die einzigen in dieser Gesellschaft, denen der Schutz der Schwächsten und Schutzbedürftigsten am Herzen liegen.

Beide Verfahren werden durch eine kritische Berichterstattung des “DortmundEchos” begleitet: Während der Prozess gegen Wolfgang Michael L. am kommenden Mittwoch (27. November 2013) um 13.00 Uhr in Saal 24 des Dortmunder Landgerichtes fortgesetzt wird, steht für den pädophilen Westerfilder Jörg Ingolf H. am 4. Dezember 2013 der entscheidende Verhandlungstag an, bei dem sich klären wird, ob auch in den nächsten Jahren durch ihn eine Gefährdung der Dortmunderinnen und Dortmunder ausgehen kann. Das Ende der Beweisaufnahme, sowie der Urteilsspruch, werden um 13.00 Uhr erwartet, ebenfalls in Saal 24. Westerfilder Bürger, die sich ein persönliches Bild von ihrem Nachbarn machen wollen, haben dann eine Gelegenheit dazu: Vielleicht ist es der vermeintlich nette Herr, der einem täglich im Hausflur begegnet.

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