Mildes Urteil: Bewährung für pädophilen Westerfilder

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Die Taktik eines Pädophilen aus dem Dortmunder Vorort Westerfilde, durch eine mitleidserregende Aussage vor dem Landgericht eine verhängte Haft- in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, ist geglückt: Jörg Ingolf H., vorbestraft wegen dem Besitzes und der Verbreitung kinderpornographischer Schriften, wurde am Mittwoch (4. Dezember 2013) zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, hinzu kommen hundert Sozialstunden. Eine geringe Strafe, unter Berücksichtigung der Vorstrafe von H., sowie der Verantwortung von Kinderpornographie-Konsumenten für das begangene Leid.

Statt sich kritisch mit seiner Verantwortung auseinanderzusetzen, gab H. im Rahmen der Hauptverhandlung an, angeblich selbst im Kindesalter Opfer sexueller Übergriffe gewesen zu sein (was jedoch niemals nachgewiesen werden konnte) und lediglich auf der Suche nach eigenen Bildern zu sein, deren Existenz von allen anderen Prozessbeteiligten als äußerst fragwürdig eingestuft wurde. Glauben wurde aber offenbar den Ausführungen bezüglich erneut gefundener Pornographie, bei der unter anderem Mangafiguren im jugendlichen Alter abgebildet waren, geschenkt – diese seien laut H. vom Sohn seiner Lebensgefährtin, er selbst hätte von solchen Inhalten keinerlei Kenntnis.

Es verwundert daher kaum, dass H. letztendlich nur eine Bewährungsstrafe erhielt und weiterhin auf freiem Fuß bleiben wird: Statt eine abschreckende Strafe zu verhängen, sowohl aus dem Schuld-Aspekt im Hinblick auf die misshandelten Kinder, als auch zur Abschreckung potentieller Kinderpornographienutzer. Wenn ein Betrunkener Kneipenschläger heutzutage eine höhere Strafe erhält, als ein perverser Sexualtäter mit pädophiler Neigung, wirkt das Wort Verhältnismäßigkeit wie blanker Hohn.

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