Freispruch in Prozess gegen angeblichen Kinderschänder

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Seit November 2013 musste sich ein 55-jähriger Mann vor dem Dortmunder Landgericht verantworten, dem vorgeworfen wurde, seinen ehemaligen Stiefsohn in unfassbaren 913 Fällen sexuell missbraucht zu haben (das „DortmundEcho“ berichtete). Der Angeklagte stritt die Taten, die sich in den Jahren 2000 bis 2006 ereignet haben sollen, jedoch vehement ab und vermutete eine Intrige seiner Ex-Freundin, sowie deren Sohnes, mit dem es seit jeher zu Komplikationen gekommen war, hinter den schweren Anschuldigungen.

In einem aufwendigen Gerichtsverfahren, dass durch einen routinierten und für seine Detailgenauigkeit bekannten Richter des Dortmunder Landgerichtes geführt wurde, stand nicht nur die Vernehmung des vermeintlichen Opfers im Mittelpunkt, sondern ebenso die Aussagen von Bekannten und Verwandten, welche die Tagesabläufe in der betroffenen Familie erläutern sollten und einen Einblick in das Verhältnis zwischen den beiden Betroffenen geben konnten. Das Gericht ist in seiner Urteilsverkündung am Mittwoch (12. Februar 2013) letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dem Angeklagten die Taten nicht nachweisen zu können und hält eine böswillige Intrige nicht für ausgeschlossen, so dass der Mann folgerichtig freizusprechen gewesen ist. Ausschlaggebend waren insbesondere Angaben über die Zeitpunkte angeblicher Taten, welche glaubwürdig widerlegt werden konnten.

Jedes Verbrechen, welches an einem Kind begangen wird, ist eine bestialische Tat und gehört höchstmöglich bestraft – umso verwerflicher ist es aber, sich in eine vermeintliche Opferposition zu rücken und die Abscheu der Gesellschaft vor perversen Triebtätern für einen persönlichen Rachefeldzug zu missbrauchen. Dadurch wird nicht nur die Existenz eines Unschuldigen zestört, sondern auch das tatsächliche Leid von Missbrauchsopfern in beispielloser Form verhöhnt und ist deshalb genauso zu bestrafen.

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1 Kommentar

  1. Bei Sexualstrafttaten gibt es offenkundig eine nicht geringe Zahl von Fällen, die regelrecht aus Rache und anderen niederen Motiven heraus erfunden werden. Siehe den Fall “Kachelmann” oder einen aktuellen Fall aus Essen/Dortmund einer zu Unrecht abgesessenen 7 jährigen Haftstrafe nach einer klar erfundenen Straftat einer angeblichen Vergewaltigung.

    Die Forderung “Todesstrafe für KInderschänder” erzeugt bei mir auch deshalb Unbehagen. “Todesstrafe für Kindermörder” – Ja – aber für Sexualstraftäter gibt es andere Verfahren und Möglichkeiten um die Gesellschaft dauerhaft vor solchen Kreaturen zu schützen.

    Das Vortäuscher von Straftaten genau so schwer wie Straftäter zu bestrafen sind – keine Frage! Der Betroffene aus dem aktuellen Dortmunder Fall muss nun mit dem Rufmord leben. Es bleibt eben das Gefühl, “dass da etwas war” und ja auch durchaus “etwas gewesen sein könnte”.

    Die nationale Bewegung sollte sich daher auch über gerechte Haftentschädigungen und Wiedergutmachung für Justizopfer Gedanken machen. Allein die nationalen politischen Gefangenen dürften es einem danken. Die “Demokraten” stehen für Betrug und Unrecht – Gerechtigkeit geht nur national.

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