Lütgendortmund: Antitolerante Aufkleber erzürnen Grüne

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Im westlichen Dortmunder Stadtteilen Lütgendortmund scheinen den Grünen um ihren Fraktionssprecher Frank Meyer wohl die Themen auszugehen – neuestes Ärgernis sind daher Aufkleber „gegen Vielfalt und Toleranz“, die im Stadtbezirk zu finden seien. Was darunter zu verstehen ist, lässt Meyer zwar offen, vermutlich dürfte es sich hierbei aber um politisch missliebiges Werbematerial der nationalen Bewegung, insbesondere der Partei DIE RECHTE handeln, welches den öffentlichen Raum aufwertet und auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweist. Ginge es nach Frank Meyer, einem aufrechten „Kämpfer gegen Rechts“, sollten solche Hinweise aber verdrängt werden.

In einem Antrag, der am kommenden Dienstag (18. Februar 2014) im Rahmen der Bezirksvertretungssitzung in Lütgendortmund debattiert wird, fordert Meyer die Verwaltung auf, geeignete Maßnahmen zu treffen, politisch rechtsgerichtete Aufkleber in Zukunft schnellstmöglich zu entfernen. Selbstkritisch muss der Lokalpolitiker aber einräumen, dass „alle bisherigen Bemühungen, dies [das Anbringen von Aufklebern, Anm. d. Red.) im Vorfeld zu verhindern, als
gescheitert“anzusehen sind. Offenbar ist der Wille patriotischer Deutscher, gegen die Politik der etablierten Parteien auch mit unkonventionellen – und mitunter als Ordnungswidrigkeit einzustufenden – Mitteln größer, als die Finesse des Ordnungsamtes, welches bereits jetzt versucht, Möglichkeiten einzuschränken, überhaupt Aufkleber im öffentlichen Raum anbringen zu können. Ob der Antrag von Frank Meyer, die „intoleranten“ Aufkleber in Zukunft verdrängen zu wollen, daher überhaupt umsetzbar ist, darf wohl bezweifelt werden, ganz abgesehen von den Kosten für solch unnütze Steuergeldverschwendung, für die wieder einmal der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, der zudem „tolerante“ Aufkleber, beispielsweise von gewaltbereiten, linken Splittergruppen oder den Jugendorganisationen der etablierten Parteien, akzeptieren soll. Erst, wenn der Aufkleber „intolerant“ wird, was eigentlich an sich schon eine gewisse Komik birgt, wird es für die Stadt Dortmund Zeit, einzuschreiten – denn wer könnte es verantworten, wenn Passanten beginnen, auf soziale Missstände hingewiesen zu werden und im schlimmsten Fall selbst dagegen aktiv werden möchten, um in unserer Gesellschaft etwas zum Besseren zu verändern.

Nicht bedacht hat Herr Meyer zudem, dass – ganz legal – im Rahmen des Kommunalwahlkampfes, demnächst nicht nur kleine „Spuckies“ (die dort von mutmaßlichen Sympathisanten verbreitet werden und für die der neutrale Beobachter schon ein gewisses, politisches Interesse zeigen muss) auf Lütgendortmunds Straßen zu finden sind, sondern großflächige Wahlplakate der Partei DIE RECHTE, mit denen für einen Stadtratseinzug geworben wird. Dann kann ganz offen gegen das protestiert werden, was die Grünen als „Vielfalt und Toleranz“ verstehen, tatsächlich aber Intoleranz in Reinkultur ist.

Alle Informationen aus Dortmund direkt aufs Mobiltelefon? Tragen Sie sich in den Telegram-Rundbrief oder den DortmundEcho-Mailrundbrief ein, mit dem sie keinen Artikel mehr verpassen! Wenn Sie darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen relevante Termine oder bundesweite Meldungen erhalten möchten, tragen Sie sich in den Mailverteiler "Infobrief.nw.an" ein!

Verbreiten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar