Razzia wegen versuchtem Tötungsdelikt in besetztem Haus!

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Am frühen Freitagmorgen (29. August 2014) rückte die Polizei mit einem Großaufgebot zur Enscheder Straße 15. Jenes Gebäude wird seit einer Woche durch Linksextremisten besetzt, die Kirche hatte zuletzt eine Duldung bis zum morgigen Samstag ausgesprochen. Hintergrund des morgendlichen Polizeibesuches war die Vollstreckung eines Durchsuchungsbefehls, nachdem am vergangenen Wochenende militante Hausbesetzer schwere Steine und Gehwegplatten auf Nationalisten, sowie begleitende Polizeibeamte warfen (das „DortmundEcho“ berichtete) und dabei eine Beamtin nur knapp verfehlten. Bei der Attacke wurde der Tod der beinahe getroffenen billigend in Kauf genommen, weshalb durch die Staatsanwaltschaft nun wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt wird.

Zunächst hatte es die Polizei versäumt, das Gebäude im Anschluss an die Straftaten zu durchsuchen – dieser Fehler wurde eine knappe Woche später nachgeholt, um zumindest noch die übriggebliebenen Beweise zu sichern, wenngleich davon auszugehen ist, dass beispielsweise tatrelevante Kleidung bereits entfernt sein dürfte. Dennoch berichtet das Internetportal „Ruhrbarone“ über die Festnahme von zwei Linksextremisten, gegen die ein konkreter Tatverdacht wegen versuchter Tötung besteht. Während die polizeiliche Pressemitteilung den Rückschluss zulässt, dass wegen eines „versuchten Totschlags“ ermittelt wird, sprechen die „Ruhrbarone“ sogar von „versuchtem Mord“, einem noch schwerwiegenderen Verbrechen. Ob es sich dabei um die Tatverdächtigen handelt, nach denen das „DortmundEcho“ bereits eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet hatte, ist noch nicht bekannt.

Aktuell dauern die Durchsuchungen der Polizei an, sämtliche Hausbesetzer wurden erkennungsdienstlich behandelt und unter anderem Mobiltelefone sichergestellt. Bezeichnenderweise haben sich bereits mehrere Landtagsabgeordnete, darunter die Piratenpartei-Politikerin Birgit Rydlewski und die Grüne Daniela Schneckenburger, mit den Chaoten solidarisiert und sich vor dem Gebäude eingefunden. In üblicher Verdrehung von Ursache und Wirkung, versuchen die Unterstützer des besetzten Hauses allen Ernstes, den Polizeieinsatz als überzogen zu erklären und wittern in den folgerichtigen Ermittlungsmaßnahmen eine Kriminalisierung der Besetzer – jener Besetzer, die um Haaresbreite das Leben einer Polizistin auf dem Gewissen gehabt hätten.

Wie es mit der (ehemals) besetzten Albertus-Magnus-Kirche weitergeht, ist indes unklar: Die Polizei hat das Gebäude als Tatort beschlagnahmt und sichert mögliche Spuren. Ohnehin wäre in rund 24 Stunden die Frist des Eigentümers, der katholischen Kirche, ausgelaufen, das Gebäude zu räumen. Angesichts der massiven Ermittlungen und schwerwiegenden Übergriffe, scheint es unwahrscheinlich, dass die Kirche einen Rückzieher macht, nachdem sie sich bisher von den Linksextremisten regelrecht an der Nase herumführen ließ. Vieles deutet darauf hin, dass die Zeit des „Autonomen Zentrums Dortmund“ bereits vorbei ist. Gut so, denn das letzte, was unsere Stadt braucht, ist ein weiterer Rückzugsraum für Straftäter!

Ergänzung 29. August 2014, 12.50 Uhr:
Die Polizei hat eine Tatverdächtige festgenommen, gegen die der konkrete Verdacht besteht, eine Steinplatte geworfen zu haben. Sie befindet sich derzeit im Polizeigewahrsam und wird mutmaßlich einem Haftrichter vorgeführt. Bei der Durchsuchung des Gebäudes hat die Polizei weitere Waffen, beispielsweise Eisenstangen, gefunden. Hier wird deutlich, dass sich die Besetzer keineswegs von den militanten Übergriffen distanziert haben und die Täter bis heute in der Enscheder Straße 15 geduldet / erwünscht waren. Eine zwischenzeitlich in Gewahrsam genommenen Person, es handelt sich um einen Algerier ohne Ausweisdokumente, wurde nach Überprüfung auf der Polizeiwache wieder entlassen.

Ergänzung 29. August 2014, 18.45 Uhr:
Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft eine erste Bilanz der Durchsuchungsmaßnahmen gezogen. Aufgefunden werden konnten mehrere Waffen, darunter ein Dolch und Eisenstangen. Ein konkreter Tatverdacht besteht gegen eine 29-jährige Beschuldigte, die jedoch nach polizeilicher Vernehmung mangels Nachweisbarkeit der Tat entlassen werden musste. Gegen sie und die weiteren Steinewerfer wird jedoch nach wie vor ermittelt, eine Mordkommission wurde eingerichtet. Für die linke Szene in der Westfalenmetropole stehen unruhige Wochen und Monate an, nachdem Antifaschisten bisher von der obersten Polizeiführung mit Samthandschuhen behandelt wurden. Aus Protest gegen die Räumung der Enscheder Straße 15 rufen linke Gruppen aktuell zu einer Demonstration auf, die um 19.00 Uhr an den Katharinentreppen beginnen soll. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Innenstadt präsent und bereitet sich auf mögliche Ausschreitungen vor.

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