Geplante Westbadschließung: Viel Unmut bei CDU-Bürgerversammlung

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Für Montagabend (20. Oktober 2014) hatte die Dorstfelder CDU zu einer Bürgerversammlung in das am Wilhelmplatz gelegene „Haus Schmidt“ eingeladen – dort wollte die Partei den empörten Bürger auffangen, der zurecht verärgert über die geplante Schließung des Westbades ist. Während die CDU sich auf das Dreschen von Phrasen beschränkt, hat sich längst eine Bürgerinitiative gebildet, die tatsächlichen Widerstand leistet – dennoch besuchten auch einige nationale Aktivisten die Diskussionsrunde.

Jene Aktivisten hätten nach Ansicht der Christdemokraten überhaupt nicht anwesend sein sollen, wurde doch durch einen Aushang am Eingang „Personen des rechten Spektrums“ der Zutritt verweigert. Offenbar wollte sich die Merkelpartei jedoch nicht die Blöße geben, kritische Stimmen vor den rund 50 Besuchern des Saales zu verweisen. Stattdessen entwickelte sich eine muntere Diskussion zwischen den Christdemokraten, Vertretern verschiedener Dorstfelder Vereine, darunter auch der DLRG, Aktivisten der Partei DIE RECHTE und sogar mehreren Sozialdemokraten, die sich erdreisteten, bei der Veranstaltung anwesend zu sein, obwohl es ihre Partei ist, deren Unterschrift unter sozialem Kahlschlag in unserer Stadt steht und nach deren Wunsch das Westbad geschlossen werden soll.

In verschiedenen Wortbeiträgen äußerten Anwohner ihre Skepsis an der Zahl von 5 Millionen Euro, die angeblich für eine Sanierung aufgebracht werden müssten und brachten ebenso ihr Unverständnis hervor, dass gerade das Westbad im Rahmen von Zuschüssen durch das Konjunkturpaket im Jahr 2011 leer ausgegangen war. Obwohl das Westbad mit 10.500 Besuchern pro Monat ein Publikumsmagnet ist und es nebenbei das neueste städtische Schwimmbad ist, in dem zusätzlich chlorarmes Wasser verwendet wird und welches erst unlängst barrierefrei umgerüstet wurde, halten Skandaloberbürgermeister Ullrich Sierau und sein Kämmerer Jörg Stüdemann an ihren Schließungsplänen fest. Fast schon zynisch wirkt dabei die Behauptung Sieraus auf einem der vergangenen Bürgerdialogveranstaltungen in Dorstfeld, das Viertel sei „einer der attraktivsten und charmantesten Stadtteile“ Dortmunds – eine Phrase, die wohl auf jedem Dialog gedroschen wird und deren Inhaltsleere die Schließungspläne zeigen. Bezeichnenderweise war es auch ein SPD-Vertreter, der die Schließungspläne kritisierte: Nicht etwa, weil dadurch ein wichtiger sozialer Faktor im Stadtteil wegfällt, der sich bei jung und alt gleichermaßen hoher Beliebtheit erfreut, sondern weil sich frustrierte Jugendliche, die sich bisher ihre Zeit mit Schwimmen vertrieben haben, den „Rechten“ anschließen könnten – das ist auch die einzige Sorge, welche die Sozialdemokraten treibt.

Umso deutlicher werden diese „Rechten“, aber auch die neugegründete Bürgerinitiative, gegen die Schließung des Dorstfelder Hallenbades protestieren. Erfreulich klar haben die Dorstfelder bei der Bürgerversammlung ihre Meinung vorgebracht und dabei erkannt, wohin Dortmund steuert: In einige Luxusprestigeprojekte, mit denen sich Ullrich Sierau selbst zelebrieren will, während ganze Stadtviertel schrittweise verkommen oder längst ghettoisiert sind. Dorstfeld ist wohl das nächste Ziel auf dieser Agenda, nachdem die Abwertung unserer Stadt im Norden und Nord-Westen bereits in weiten Teilen vorangetrieben wurde.

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