Abteilung Märchenstunde? Angeblicher Überfall auf Antifa-Journalisten

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Kein Tag vergeht ohne spektakuläre Meldungen der Lokalpresse über angebliche Gewalt oder Provokationen von „rechts“. Immer wieder handelt es sich dabei nachweislich um hetzerische Falschmeldungen oder bewusste Realitätsverdrehungen, die ausschließlich das Ziel verfolgen, die nationale Opposition zu kriminalisieren. Ob ein neuerlicher Vorfall auch in diesem Licht steht, ist unklar – bei einer objektiven Betrachtung werfen sich zumindest einige Fragen auf, die den angeblichen Tathergang in Frage stellen. Wie der linke Blog „Ruhrbarone“ berichtet, soll der 43-jährige Antifa-Journalist Marcus Arndt am Montagabend (9. März 2015) in der Dortmunder Innenstadt überfallen worden sein. Unbekannte hätten ihn zunächst verfolgt und anschließend mit Steinen beworfen, sowie mit dem Tode gedroht, heißt es.

Mittlerweile gibt es auch eine detailliertere Pressemitteilung der Polizei. Demnach will Arndt bereits auf dem Weg zur Straßenbahnstation „Reinoldikirche“ den Eindruck gehabt haben, verfolgt worden zu sein – in der U-Bahn nahm er komischerweise jedoch niemanden wahr (dort gibt es zufälligerweise auch Kameras, die im Zweifel andere Aussagen schnell widerlegt hätten…). Warum Arndt dann jedoch nicht mit der Bahn fuhr, sondern die U-Bahnstation augenscheinlich nur passierte, um seinen Fußweg in südliche Richtung fortzusetzen, ist nicht bekannt. Im Bereich der Schliepstraße will Arndt dann gemerkt haben, wie Unbekannte Steine nach ihm warfen und ihn dabei angeblich dreimal trafen. Nicht fehlen darf an dieser Stelle auch eine angebliche ausgestoßene Todesdrohung zum Nachteil des Antifa-Journalisten.

Nicht nur dem objektiven Beobachter drängen sich schnell Zweifel an dieser geschilderten Tatversion auf: Klingt es doch wie eines der vielen Märchen, welches etwa an die mysteriöse Geschichte um „Taxi Tom“ erinnert, einem aufrechten Anti-Rechts-Kämpfer, der ebenfalls behauptete, von „Rechtsextremisten“ überfallen worden zu sein – schon damals äußersten Beobachter Zweifel an dieser Schilderung, bezeichnenderweise wurden die Täter nie gefasst. Und auch die neue Geschichte um Marcus Arndt könnte ein Versuch sein, Aufmerksamkeit zu erlangen. Bereits die Schilderungen der Polizeipresse, sowie des Blogs Ruhrbarone, stehen sich widersprüchlich gegenüber: Wird Arndt (gegen den im Übrigen aktuell strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund anhängig sind) in den „Ruhrbaronen“ wie folgt zitiert, ihm wären „mehrere Personen im typischen Outfit der rechten Szene aufgefallen“, die ihn IN der U-Bahn beobachtet hätten, will Arndt laut der Schilderung in der Polizeipresse auf dem Weg ZUR U-Bahnstation beobachtet worden sein, ohne jedoch nähere Angaben zu den Beobachtern machen zu können. Auch spricht Arndt zunächst von mehreren Verfolgern, was den Eindruck vermittelt, es würde sich um eine Gruppe handeln – in der Schilderung der Polizeipresse war schließlich von zwei „Angreifern“ die Rede. Und auch die Schilderung des Steinbewurfes wirkt wenig glaubwürdig: Zunächst erscheint es abwegig, dass bei einem gezielten Überfall Steine geworfen werden, aber auch der Umstand, dass Arndt sich erst nach mehreren Würfen umgedreht haben will, wirkt wenig glaubwürdig. Interessant ist an dieser Stelle, ob die Steine durch Polizeibeamte sichergestellt wurden: Dann stünde einer DNA-Untersuchung nichts im Wege und das Ergebnis könnte sich gut möglich zum Bumerang entwickeln. Auch rund um den „Tatort“ gibt es zahlreiche Videokameras, die den öffentlichen Raum überwachen – deren Auswertung könnte auch Aufschlüsse darüber geben, ob sie die Tat wie geschildert ereignet hat oder doch vielleicht ganz anders.


Screenshot der “Ruhrbarone”: “Outfit der rechten Szene”

Ebenfalls unklar bleibt, weshalb die Täter – wenn es den Überfall den tatsächlich gegeben haben soll – der „rechten Szene“ zuzurechnen sein sollen. In der polizeilichen Darstellung wird Arndt mit der Angabe zitiert, die Verfolger wären dunkel und mit Kapuzenpullovern gekleidet gewesen, außerdem hätten sie Sturmhauben getragen. Von einer „szenetypischen Kleidung“ ist, im Gegensatz zum „Ruhrbarone“-Artikel keine Rede mehr, abgesehen davon, dass sämtliche Teilnehmer der nationalen Mahnwache in Derne längst nicht mehr im Innenstadtbereich verweilten, sondern – sogar unter Polizeiaufsicht – ihren Heimweg angetreten hatten. Der Versuch, den Vorfall in einen Zusammenhang mit der Derner Veranstaltung zu rücken, ist daher plump, aber zielt selbstverständlich ebenfalls darauf ab, nationale Deutsche unter Generalverdacht zu stellen.Auch die aufgeworfenen Verletzungen werfen fragen auf: Wer durch einen Stein am Kopf getroffen wird, hat in der Regel eine größere Platzwunde – tatsächlich deutet in der polizeilichen Berichterstattung nichts darauf hin, dass Marcus Arndt in nennenswerter Form verletzt wurde. „Der Dortmunder kam mit einem Rettungswagen zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus, was er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte“ heißt es, was darauf hindeutet, dass die Untersuchung in erster Linie dazu dienen sollte, festzustellen, ob überhaupt Verletzungen vorliegen. Bereits vor mehreren Wochen berichtete der linke Blog „Ruhrbarone“, dass schon einmal ein Journalist mit Steinen beworfen worden wäre – ohne jedoch konkrete Details zu nennen, was schon damals in Erwägung ziehen ließ, dass es sich um die Wichtigtuerei eines Einzelnen handeln könnte.

Interessant ist ebenfalls, dass sich Marcus Arndt nach seiner eigenen Darstellung mit einer Schreckschusswaffe „verteidigte“ (sofern es sich um einen Angriff gehandelt hat) – zuvor war Arndt am Demonstrationsgeschehen in Dortmund-Derne als selbsternannter Pressevertreter beteiligt, wobei zu prüfen ist, ob er auch an Gegenprotesten aktiv teilgenommen hat, was einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz darstellt. Ob sich Arndt auch nach dem Waffengesetz strafbar gemacht hat, ist nicht bekannt – sollte er über keinen „kleinen „Waffenschein“ verfügen, läge auch hie rein gesetzwidriges Vergehen vor.

Tatsächlich erhärtet sich der Verdacht zunehmend, dass die sogenannten „Todesanzeigen“, mit denen angeblich linke Journalisten bedroht worden sind, aus genau jenen Kreisen selbst entstammt sind – um sich medial als Opfer darzustellen und bundesweite Aufmerksamkeit zu erhalten. Der Redaktion des „DortmundEchos“ liegen Verdachtsmomente vor, die momentan zusammengestellt werden – immer wieder taucht dabei der Name Marcus Arndt auf. Jener Marcus Arndt, der jetzt erneut von sich Schlagzeilen macht, weil er Opfer eines Überfalles gewesen sein soll, dessen Täter – wie könnte es anders sein – Rechtsextremisten sein sollen. Vielleicht ist es jemandem übel aufgestoßen, dass sich die Medienaufmerksamkeit nach den Todesanzeigen insbesondere auf die beiden „Ruhrbarone“-Blogger Felix Huesmann und Sebastian Weiermann (der im Übrigen jüngst einen bekannten nationalen Aktivisten für eine Reportage anfragte, an der selbstverständlich kein Interesse besteht) konzentrierte, während Marcus Arndt quasi „leer“ ausging. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt! In diesem Fall bleibt zu hoffen, dass die Dortmunder Polizei nicht gewohnt einseitig ermittelt, sondern das „Opfer“ einmal näher ins Visier nimmt. Wer weiß, welche Widersprüche sich dann stellen würden!

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