Proteste fortgesetzt: Anti-Asylheimmahnwache am Evinger Markt / Erstes Fazit zur Kampagne

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Der Widerstand gegen das neueröffnete Asylheim an der Osterfeldstraße geht weiter: Im Rahmen der Montagsmahnwachen gegen Asylmissbrauch protestierte DIE RECHTE am 11. Mai 2015 auf dem Evinger Markt, nachdem sich in den letzten Wochen die Ereignisse rund um die Unterkunft überschlagen hatten. Begleitet wurde der Protest von einigen, wenigen Gegendemonstranten, sowie einem völlig überzogenen Polizeiaufgebot. Derweil ziehen die Veranstalter nach mittlerweile elf Montagsmahnwachen ein positives Fazit und kündigen an, auch weiterhin in den einzelnen Dortmunder Stadtteilen dem Widerstand eine Stimme zu geben.

Turbulenzen um eine Abschiebung, die – von Polizei und Medien verschwiegene – Messerstecherei vor dem Asylheim oder die Gesundheitsgefährdung von Evinger Grundschülern: In den letzten Wochen wurden Gründe genug geliefert, den Protest in Eving weiter zu intensivieren. Die schlimmsten Befürchtungen, welche Kritiker vor der Asylheimeröffnung äußerten, wurden binnen weniger Wochen Wirklichkeit. Ein Stadtteil, der ohnehin durch die räumliche Nähe zur Nordstadt besonders unter der Masseneinwanderung und ihren Begleiterscheinungen zu leiden hat, droht schrittweise zu einem Ghetto zu verkommen. Erfreulicherweise wird diese Entwicklung jedoch nicht stillschweigend hingenommen, sondern im Rahmen unterschiedlichster, öffentlichkeitswirksamer Aktionen aufgearbeitet, beispielsweise eben durch Flugblattverteilaktionen und Mahnwachen, aber etwa auch nachbarschaftliche Interventionen, um Abschiebungen durchzusetzen. In diese Kampagne reiht sich auch die jüngste Mahnwache ein, die insgesamt störungsfrei durchgeführt werden konnte. Für Irritationen sorgte zunächst die polizeiliche Einsatztaktik, den Veranstaltungsort mit aneinandergereihten Fahrzeugen großräumig abzusperren, letztendlich wurde das Aufgebot jedoch soweit positioniert, dass wenigstens ein freier Durchgangsverkehr und die Sichtbarkeit des Versammlungsortes durch Passanten gewährleistet werden konnte.

Mit etwa 40 Personen lag die Teilnehmerzahl leicht unter der letzten Anti-Asylheimmahnwache in Eving, wobei sich vergleichsweise viele Evinger beteiligten, während nationale Aktivisten aus anderen Stadtteilen etwas unterdurchschnittlich vertreten waren. Für die nächste Versammlung in Eving dürfte auf jeden Fall die Werbetrommel wieder etwas mehr gerührt werden, um das gute Wetter auszunutzen, bei dem demonstrieren schließlich auch deutlich angenehmer ist, als bei Minusgraden im Winter. Eingebrochen sind dagegen die Teilnehmerzahlen bei den Gegendemonstranten, die dortmundweit keine nennenswerten Mengen mehr mobilisieren können – intern kam es sogar bereits zu Unstimmigkeiten, nachdem etwa Bochumer Antifaschisten beklagten, dass Dortmunder „Genossen“ Gegenproteste quasi eingestellt haben. Gerade einmal 15 Antifaschisten, sowie ungefähr genausoviele Vertreter der örtlichen Blockparteien, fanden sich ein, um für eine Willkommenskultur auf die Straße zu gehen, was durchaus erfreulich ist und als Zeichen der sinkenden Beliebtheit für diese, ohnehin lediglich in großen Reden herbeischwadronierte, Willkommenskultur gewertet werden kann.


Magerer Gegenprotest: Auslaufmodell “zivilgesellschaftlicher Widerstand”

Insgesamt haben sich die Teilnehmerzahlen der Montagsmahnwachen stabilisiert, sind aber noch deutlich ausbaufähig. In jedem Viertel schließen sich neue Bürger und Anwohner den Protesten an, erfreulicherweise konnten viele neue Gesichter animiert werden, sich selbst einzubringen. Bedauerlicherweise gibt es aber immernoch zuviele Dortmunder, die sich darauf beschränken, sich im Internet über die Zustände in unserer Stadt zu beschweren, statt aktiv auf die Straße zu gehen. Diese zögernden, häufig von den staatlichen Repressionsorganen eingeschüchterten Zeitgenossen zu mobilisieren, muss ein Kernanliegen fortschrittlicher Oppositionspolitik sein. Dennoch gelingt es, in den besonders von Asylheimeröffnungen betroffenen Vierteln den Druck auf die etablierte Politik auszubauen bzw. aufrechtzuerhalten, sowie zu verdeutlichen, dass dort, wo Asylheime errichtet werden, Versammlungen der nationalen Bewegung zum Alltag werden. So, wie etwa in Eving und Mengede, wo die Proteste zum Großteil aus den Stadtteilen selbst organisiert werden und genau dort ansetzen, wo es die Herrschenden richtig schmerzt, beim Widerstand auf den niedrigsten, lokalpolitischen Ebenen!

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