Demokratiewoche in Dorstfeld: Die Luft ist raus

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Politiker der etablierten Multikulti-Parteien versuchen in regelmäßigen Abständen, für Demokratie (oder das, was sie darunter verstehen) und Toleranz einzutreten. Seit dem Jahr 2013 gibt es deshalb im westlichen Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, einer Hochburg der nationalen Bewegung, eine sogenannte „Demokratiewoche“. Unter dem großspurigen Motto „Wir sind Dorstfeld“ wollen die Anhänger von SPD, CDU und Grünen, unterstützt durch einige städtische Angestellte und eine Hand voll gutmenschlicher „Aktivbürger“, der Stadtgesellschaft zeigen, wie couragiert der Stadtteil doch sei. Als Schirmherr dieser Wochen dient deshalb sogar SPD-Skandaloberbürgermeister Ullrich Sierau. Doch nachdem schon die Demokratiewochen 2013 und 2014 nur wenige Teilnehmer anzogen, ist 2015 endgültig die Luft raus: Bereits bei einem Blick auf das angepeilte Programm zeigt sich, dass die Aktivitäten bereits deutlich zurückgefahren wurden. Bei einer Auftaktversammlung am Sonntag (7. Juni 2015) auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz fanden sich dann auch nur noch einige Dutzend Personen ein, um an verschiedenen Ständen, etwa des CVJM oder einer Oldtimershow, den „Tag der Dortmunder Vereine“ zu begehen. Aus politischer Überzeugung war dort sicherlich nur noch eine verschwindend geringe Minderheit, der Rest erfreute sich an einigen Kinder- und Jugendangeboten oder schaute aus reiner Neugier vorbei. Letztendlich wird zwar in den lokalen Massenmedien wieder zu lesen sein, auf welche Resonanz die Dorstfelder “Festwoche” stoßen würde – mit der Realität hat eine solche Propaganda aber nichts mehr gemeinsam.

Bezeichnend für die Bedeutung der Woche war auch die fehlende Präsenz der Polizei: Nachdem in den vergangenen Jahren sämtliche Veranstaltungen der Demokratiewoche noch von einigen Streifenwagen begleitet wurden, zeigte sich bei der Eröffnungsveranstaltung nicht ein einziger Polizist – augenscheinlich hat sich auch dort die Erkenntnis durchgesetzt, dass es überflüssig ist, die Veranstaltungen zu begleiten, von denen doch längst keine politische Aussage mehr ausgeht. Dies wird auch bei einem Blick auf das noch anstehende Programm deutlich, zu dem etwa Bouleturnier ebenso gehört, wie ein Fußballkick oder Seifenkistenrennen. Um dem ganzen einen größeren Anstrich zu geben, wird außerdem für einen „Abend der Demokratie“ geworben – gemeint ist nicht etwa eine politische Diskussion der beteiligten Parteien (diese Diskussion fand im Vorjahr auf dem Wilhelmplatz statt und zog kaum mehr als ein Dutzend Personen an), sondern eine regulär stattfindende Bezirksvertretungssitzung, die kurzerhand vom Rathaus am Friedensplatz in das Schulte-Witten-Haus in Dorstfeld verlegt wurde. Selbst die jährliche Fliederkirmes, die in diesem Jahr nach längerer Zeit wieder am Vogelpothsweg stattfindet, wurde just zweckentfremdet, um die Wahrnehmung der Demokratiewoche in der Außenwerbung etwas zu erhöhen. Zumindest bisher jedoch wenig erfolgreich.


Spärlich besucht: Die Eröffnungsveranstaltung am Sonntag (07.06.) auf dem Wilhelmplatz

„Wir sind Dorstfeld – demokratisch und tolerant“: Ein Motto, welches angesichts dieses peinlichen Programms, mit dem verzweifelt versucht wird, wenigstens ein paar Menschen zu den Veranstaltungen zu locken, eher belustigend wirkt. Das wirkliche Dorstfeld ist aufgeschlossen, kritisch und steht nationalen Postionen durchaus offen gegenüber. Denn auch im Dortmunder Westen haben die Menschen erkannt, wogegen sich der Widerstand richten muss: Gegen eine Politik, die den eigenen Bürger immer wieder mit Füßen tritt.

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