Interne Querelen: SPD-Stadtrat schmeißt hin

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Es war der letzte Tagesordnungspunkt der nichtöffentlichen Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag (25. Juni 2015): Olaf Radtke, aus Menglinghausen (Dortmund-Hombruch) stammender Stadtrat in der SPD-Fraktion, bittet für eine persönliche Erklärung um das Wort. In kurzen Sätzen entschuldigt er sich für eventuelle Überreaktionen im Laufe seiner über zehnjährigen, kommunalpolitischen Tätigkeit, ehe er zu dem entscheidenden Punkt kommt. Zukünftig werde er das Ehrenamt niederlegen, denn die Arbeit mache ihm keinen Spaß mehr – schon zum 1. Juli kündigt Radtke seinen Abschied von der Kommunalpolitik an. Kein Applaus, keine Dankesworte des Oberbürgermeisters, nur ein kurzes Schweigen, ehe die Sitzung endet. Eine SPD-Karriere ist beendet.

Über die genauen Gründe für diesen Abschied hüllt sich Radtke in Schweigen. Schon länger gibt es Gerüchte über Querelen innerhalb der SPD-Fraktion, auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau gilt als höchst umstritten. Diese Gerüchte greift auch ein Bürgerreporter des „Lokalkompass“ auf, der von einem „Affärchen mit Sprengkraft“ spricht. Weiter heißt es: „Dieser Rücktritt ist mehr als mit einer Wasserpistole auf Elefanten schießen! Sowohl die Genossen im Rat als auch der OB sind angezählt. Was die Genossen im Rat seit Jahren nicht leisten können, nicht wollen –ist — investigativer Parlamentarismus. Das Diskussionsniveau, sagen viele Genossen, sei innerparteilich unterirdisch. Seit Jahren ist bei den Genossen eine Kultur geschaffen worden, in der man nicht mehr angstfrei reden kann. Fraktion und Partei sind angezählt! Die Partei als auch die Fraktion präsentieren sich dem Bürger als Tanztheater auf einer Butterfahrt“. Es klingt, als wäre der Rücktritt Radtkes nur eine erste Reaktion auf den momentanen Zustand der Dortmunder SPD. Wer weiß, was in den nächsten Wochen und Monaten noch von den roten Genossen zu hören sein wird – vielleicht packt der ein oder andere dann auch inhaltlich aus, indem er Roß und Reiter benennt. Für Sierau dürften die Zeiten deshalb nicht rosiger werden, im Gegenteil!

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