Abteilung Kapitalverbrechen: Polizei entdeckt „rechte Parolen“ in Dorstfeld

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Die Dortmunder Polizei fahndet – nicht etwa nach Drogendealern, Straßenräubern oder prügelnden Ausländerbanden, die unsere Stadt in Atem halten. Nein, Unbekannte haben sich erdreistet, an einem Stromcontainer und einem Müllcontainer am Wilhelmplatz im Stadtteilzentrum von Dortmund-Dorstfeld Sprühereien anzubringen. Was rechtlich als Sachbeschädigung wie jede andere Graffitischmiererei zu werten ist, von denen es zehntausende Exemplare in unserer Stadt gibt, veranlasst die – politisch überkorrekte – Behörde zu einer sonderbaren Suchmeldung.

Ohne die inhaltlichen Aussagen der Parolen „Nazikiez“, was augenscheinlich eine Proklamation des Stadtteils als „National Befreite Zone (NBZ)“ darstellen soll, sowie die Zahlenkombination „14/88“, die in rechten Kreisen beliebt ist, aber auch von Jugendlichen zur Provokation gegen die Obrigkeit verwendet wird, näher bewerten zu wollen, ist der polizeiliche Aufruf einmal mehr ein Armutszeugnis für die Ermittlungen der Behörde. Statt die tatsächlichen Probleme anzugehen, die sich vor allem in den sozialen Brennpunkten, allen voran der Dortmunder Nordstadt, abspielen, schießen die Ordnungshüter mit sprichwörtlichen Kanonen auf Spatzen. Für die Bevölkerung sind wohl zweifelsfrei diejenigen bedrohlicher, die mit Messer und Pistole durch die Straßen ziehen, als diejenigen, die mit einer Sprühdose Straßenmobiliar optisch verändern oder sich sogar noch erdreisten, politische Parolen zu verbreiten. Und so ist es eigentlich nur bezeichnend, dass sich die Polizei nicht etwa daran stört, dass ein Stromverteilerkasten beschmiert wird, sondern darüber, aus welcher Richtung die Schmierei kommt. Selbst dann, wenn dieser zuvor schon massiv durch unpolitische Graffitis optisch in Mitleidenschaft gezogen wurde.

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