Vortragsveranstaltung mit ehemaligem Feuerwehrchef Klaus Schäfer in Dortmund!

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Der politisch interessierten Öffentlichkeit dürfte der Name Klaus Schäfer durchaus ein Begriff sein: Nicht erst seit seiner Teilnahme an einer nationalen Demonstration im April 2010 steht der heute 60-Jährige, der einst ein SPD-Parteibuch in seiner Tasche hatte, in den Schlagzeilen. Als ehemaliger Feuerwehrchef Dortmunds war Schäfer in zahlreiche Projekte eingebunden, ehe er nach dem Demonstrationsbesuch von der Stadtführung um Kämmerer Jörg Stüdemann und Oberbürgermeister Ullrich Sierau (beide SPD) suspendiert wurde – zu Unrecht, wie sich in insgesamt fünf Gerichtsprozessen herausstellte, die Schäfer gegen die Dortmunder Stadtverwaltung gewann. Am Freitagabend (9. Oktober 2015) konnte der Mann, dessen Namensnennung mittlerweile ausreicht, um in sozialdemokratischen Kreisen für Wutanfälle zu sorgen, bei einer Vortragsveranstaltung in Dortmund begrüßt werden, die unter dem Titel „Kritische Fragen und Antworten zur deutschen Geschichte“ stand.

Zunächst gab Schäfer einen Überblick über seine Vita, sowie seine Bedeutung im Rahmen verschiedener Großprojekte, wobei er bereits vor seinem vermeintlichen „Nazi-Skandal“ als unbequemer Stachel im Fleisch der städtischen Machthaber wahrgenommen wurde, wenngleich sein Aufstieg in die Führungsspitze der Feuerwehr freilich nur durch ein SPD-Parteibuch möglich wurde, was mittlerweile aber selbstredend zurückgegeben wurde. Unter anderem Schäfer ist es zu verdanken, dass die Dortmunder Lokalpolitiker und einige profitsüchtige Manager aus dem Vorstand der „Deutschen Bahn“ mit ihrem Vorhaben gescheitert sind, den Dortmunder Hauptbahnhof für eine nicht absehbare Summe in Form eines Ufos über den Bahngleisen zu errichten, (siehe dazu ein Hintergrundartikel der „Ruhrbarone“) was nicht nur größere Gefahren im Hinblick auf Brandschutz und Katastrophenvorsorge barg, sondern vor allem auch ein sprichwörtliches „Faß ohne Boden“ geworden wäre, dessen Kosten nicht einmal ansatzweise absehbar waren und den Steuerzahler vor horrende Summen gestellt hätten. Noch bedeutender war (bzw. ist) jedoch die Rolle Schäfers im Rahmen der Loveparade-Katastrophe, die sich im Juli 2010 in Duisburg ereignete und 21 Feiernden das Leben kostete. Schäfer war es nämlich, der vier Monate (!) vor der Großveranstaltung bei einer Sicherheitsbesprechung vor der gesamten Führungsebene der Duisburger Stadtverwaltung referierte und das vorgesehene „Sicherheitskonzept“ massivst kritisierte, sogar davon sprach, dass eine Durchführung Tote verursachen könne. Offenbar auf Druck höchster, sozialdemokratischer Führungsebenen aus dem Bereich der Landespolitik, ignorierten die Verantwortlichen sämtliche Bedenken und setzen das Unsicherheitskonzept in die Tat um – mit verheerenden Folgen. Heute gilt Schäfer als einer der wichtigsten Zeugen, wenn es um die juristische Aufarbeitung des vermeidbaren Unglücks geht. Jene Aufklärung ist aber augenscheinlich nur in engen Grenzen gewünscht, denn bis heute ist nicht absehbar, ob überhaupt ein Prozess gegen die Verantwortlichen stattfinden wird.

Wären diese Schilderungen zu hochinteressanten Sachverhalten, sowie der politischen Brisanz des Wirkens von Klaus Schäfer, nicht spannend genug gewesen, fesselte auch der eigentliche Kernbereich des Vortrages die Zuhörer: Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit spannte Schäfer einen Faden zu kritischen Fragen der deutschen Geschichte. Dabei verglich Schäfer die Doppelmoral westlicher Politiker bei den Schuldfragen bzw. Begründungen imperialistischer Kriege mit der Situation vor dem 2. Weltkrieg und zeigte einen kritischen Blickwinkel auf die offizielle Geschichtsschreibung. Dieser kritische Blickwinkel war nötig, um auch die übrigen Themenfelder des Vortrages angemessen einordnen zu können: Auf der einen Seite eine vermeintlich unantastbare Wahrheit, welche durch die etablierte Geschichtsschreibung vermittelt (und vorgeschrieben) wird, während auf der anderen Seite eine tatsächliche, durch Fakten zu belegende, Wahrheit steht, zumindest aber massive Zweifel an der vermeintlich unantastbaren Version, die jedoch in der Bundesrepublik durch ein Klima der Diffamierung und sogar strafrechtlicher Verfolgung unterdrückt werden. Ohne Scheu wurden Kernbereiche, auf denen das Fundament der heutigen Gesellschaft aufbaut, angesprochen und mit Quellen, etwa aus dem Bereich deutscher und britischer Staatsarchive, verglichen – mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Schäfers Vortrag kann nicht nur vor dem Hintergrund der reinen Wissensvermittlung als Gewinn angesehen werden, sondern auch als Inspiration, niemals einer Seite blind zu glauben, ganz gleich, welche Macht- und Kommunikationsmittel diese haben mag. Nicht zuletzt die Erlebnisse aus Schäfers jüngerer Vergangenheit zeigen auf, warum dieser Mann als Dissident verschiedensten Anfeindungen und Schikanen ausgesetzt ist – ein Grund mehr, hinzuhören, was Schäfer sagt, denn unbequeme Wahrheiten sind ein Stachel im Fleisch derjenigen, die sich hinter Lügen verstecken und ein ganzes Volk unterdrücken!

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