TddZ aus linker Sicht: Ein Desaster sondergleichen

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Es war die größte, rechte Demonstration seit dem Jahr 2011 in Dortmund, wahrscheinlich sogar seit 2008, als 1340 Teilnehmer den Weg zum damaligen „nationalen Antikriegstag“ fanden. Fast ein Jahrzehnt später, am 4. Juni 2016, waren es immerhin knapp 1100 Nationalisten, die zum „Tag der deutschen Zukunft“ durch den Dortmunder Westen zogen – störungsfrei und selbst ohne größere Komplikationen durch die Staatsmacht. Während sich einige Politiker aus dem Dortmunder Rathaus abfeiern und ihre vielfältige Stadt durch die obligatorischen Reden auf Toleranzfesten einmal mehr bestätigt sehen wollen, ist das einhellige Fazit, dem sich selbst linke Medien nicht verschließen können: Dieser TddZ war nicht nur eine der größten, sondern auch erfolgreichsten Versammlungen der letzten Zeit in Dortmund. Gleichzeitig wurden die Gegenproteste zum Reinfall, wofür maßgeblich die gewaltbereiten Bündnisse der radikalen Linken verantwortlich sind: Ausschlaggebend war u.a. eine miserable Planung der linksextremen Szene, allen voran dem „BlockaDo“-Bündnis, sowie dem „Arbeitskreis NoTddZ“, in dem vor allem antideutsche Antifa-Gruppen organisiert sind.

Die linken „Macker“ aus Dortmund

Nicht nur die Vorarbeit zum 8. Tag der deutschen Zukunft zeigte bereits auf, dass im Pott die Uhren wohl etwas anders ticken, als in vielen Städten Westdeutschlands: Während rechte Versammlungen regelmäßig mit Gegenprotesten konfrontiert sind, blieben diese bei den zahlreichen Mobiveranstaltungen fast vollständig aus und wenn denn einmal Gegenwind angekündigt wurde, verpuffte dieser kläglich – nicht einmal 50 Gegendemonstranten fanden sich beispielsweise knapp eine Woche vor der TddZ-Demonstration zu einer Kundgebung in der Nordstadt ein, einem Viertel, das Linke gerne als ihren Rückzugsraum proklamieren. Trotzdem – und das ist die eigentliche Besonderheit Dortmunds – geben sich Linksextremisten in ihrer Öffentlichkeitsarbeit ein Selbstvertrauen, das sich nicht ansatzweise mit der Realität in der Westfalenmetropole in Einklang zu bringen lässt. Regelmäßig wird beteuert, in welcher Defensive sich die „Nazis“ befänden und wie Antifagruppen auf dem Vormarsch seien – um letztendlich in gleicher Regelmäßigkeit festzustellen, dass größere Antifaaktionen zum Desaster werden und, sicherlich auch mangels der Häufung nationale Aktivitäten, selbst bei Versammlungen in Innenstadtlagen Gegenproteste (oder gar darüber hinausgehende Aktionen) alles andere als selbstverständlich sind. Eine Entwicklung, die wohl auch dem ein oder anderen Genossen im Zuge der diesjährigen „NoTddZ“-Mobi negativ aufgestoßen ist, die – unter der üblichen Verbalradikalität – „sabotieren und verhindern“ stand.

Um nicht den Eindruck erzeugen zu wollen, linke Strukturen „von rechts“ aus Prinzip schlecher machen zu wollen, als sie eigentlich sind, quasi ein gängies Muster der gegenseitigen Kleinredung, seien an dieser Stelle einige Zitate rund um die TddZ-Demonstrationen aufgeführt, die aussagekräftig genug sind und aus dem Lager der „anderen Feldpostnummer“ stammen, um sich ein Bild der linken Szene Dortmunds zu machen.

Linke über den TddZ und „ihre“ Gegenaktionen

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Da gibt es 2500 angeblich gewaltbereite Autonome, die sich bei nähere Ansicht als zumeist harmlose Jugendliche erweisen, die mit Fistelstimme vor dem Künstlerhaus in der Nordstadt singen, sie seien die „Junge Garde des Proletariats“, ohne wahrscheinlich im Leben jemals einen Arbeiter aus der Nähe gesehen zu haben.

[…]

Die Nazis marschierten mit 1000 Mann von Dorstfeld nach Huckarde und das ohne jede Störung. Die Nazi-Gegner sorgten für ein paar lustige Fotos mit silbernen Würfeln und waren ansonsten so erfolglos wie die deutschen Teilnehmer am Eurovision Song Contest der vergangenen Jahre. Dass sie am Ende wohl Polizeiwagen irgendwo in der Nordstadt attackierten, war nicht mehr als dümmliche Aggressivität, die über das eigene vollkommene Versagen hinwegtrösten sollte.

Quelle: Ruhrbarone.de

Mal eine heftige Kritik. All ihr kleinen und großen Kiddis, lasst doch dieses verdammte rumgepose! Mal im Ernst: Ihr werdet nicht gefürchtet oder was ihr euch sonst davon erhofft, wenn ihr euch möglichst viel vermummt und gefährlich aussehen wollt, Böller aus der Demo herraus werft und Bullen anpöbelt, wenn ihr euch beim kleinsten Anzeichen von realem Ärger verpisst um dann 100 Meter weiter wieder rumzubrüllen und auf Hools zu machen! Wie zur Hölle kann es sein, dass geschätzt 80% einer Gruppe von rund 200 Menschen, welche vermummt sind, eine Sitzblockade direkt verlassen, weil die Cops anmerken, dass es eine ORDNUNGSWIDRIGKEIT ist? Wozu vermummt ihr euch? Wozu macht ihr auf so verdammt hart? Lasst das! Das ist nur lächerlich! Und was war das für eine Nummer, mit der Polizei zu verhandeln, ob man die Brücke überqueren dürfte, welche mit Wasserwerfern und unzähligen Bullenwannen vollgestellt ist? Und sich dann gaanz gemütlich kesseln zu lassen, um danach zu guggen, wo man rauskommt!? Ich bin selbst sicher nicht der Held vom Dienst und will hier nicht auf genau das machen, was ich anprangere…aber ich tu auch nicht so albern auf harten Strassenkämpfer. Versucht doch, dass zu werden, was ihr sein wollt, aber spielt keine schlechte Maskerade. Danke.

Quelle: Linksunten.indymedia.org

Einer der beschissensten geplanten antifaschistischen Demos die ich je erlebt habe. Fail auf ganzer Linie:
Nazis konnten ungehindert laufen, da keinerlei Gegenprotest auf der gesamten Strecke, obwohl die Strecke Notddz und anderen schon tage vorher bekannt war und per DM auf Twitter geteilt wurde. Das Bündniss Blockado wurde seinem Namen abermals nicht gerecht, was wurde wann und wo blockiert? Nirgends denn ansonsten hätten die Nazis nicht ungehindert anreisen können! Wieso plant ihr immer so eine Scheisse? wir sind von weit her gekommen um Nazis zu Blockieren und mehr;- aber nicht um in irgendeinem Hafenviertel weit weg von den Faschos von den Bullen gekesselt zu werden . Wieso wurden Bahngleise oder die strecke der Nazis nicht schon früh morgens dicht gemacht. Wir sind um 06:00Uhr durch dieses Dorstfeld gefahren und da war nichts. Es wäre also doch kein Problem gewesen. Stattdessen trifft man sich am Stadtgarten und am Hafen fordert auch noch pünktlich ! zu erscheinen um für, ja für was? Für nichts!!! Wie Dumm kann man sein das auch noch über öffentliche Netzwerke wie FB und Twitter zu verbreiten, war doch klar, dass die Bullen das spitz kriegen und reagieren. Wenn ich an eure Infoveranstaltung so denke die ihr bei uns durchgeführt habt, da habt ihr Dortmunder ja mächtig grosse Töne gespuckt und jeder ist davon ausgegangen dass wir es den Faschos mal so richtig zeigen werden und diese nicht einen Meter laufen werden. Resultat allerdings sieht anders aus. Wieder einmal!!! genauso wie auf der Demo letztes Jahr zum Gedenken an Schmuddel. Ihr habt geil mobilisiert, aber durch eure Fail-Planung habt ihr auch mitzuverantworten, dass viele von uns nicht nur Verletzt wurden und in der Gesa gelandet sind, sondern zukünftig uns an euch nicht mehr halten werden und unser eigenes Ding durchziehen.
Sich übrigens mit Applaus bei den Bullen auch noch bedanken, dass die Protestdemo Abends an eurem Hauptbahnhof so ruhig und friedlich verlaufen ist als die Cops euch deswegen über Lauti gelobt haben, war ja wohl mehr als das Letzte!!!

Quelle: Linksunten.indymedia.org

[…]auch schmudde lletztes jahr war schon scheiße, da war der kuschelkurs auch schon hoch im kurs. ihr mackert bei der mobi rum und haltet euch für richtig krass gut oprganisiert, und was rauskommt ist nur scheiße, zumindest bei demos. klar, die bulle nsetzen euch auch zu, das stimmt auch, das ist auc hkrasser als anderswo, aber ihr tut so als wäre das nit so und habt ja mit dne bullen auch nit so das problem. Merci!

Quelle: Linksunten.indymedia.org

Definitiv der größte Aufmarsch seit 2011 in #Dortmund. Das ist ein Erfolg für “Die Rechte”. #notddz

Quelle: Sebastian Weiermann (Journalist), Twitter

Der achte „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) war für die Neonaziszene ein voller Erfolg. Es war der größte TddZ, gleichzeitig konnte die rechte Szene in Dortmund nach langer Zeit wieder einen Großaufmarsch durchführen.

Quelle: Sören Kohlhuber (Journalist), Flickr

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