Führungswechsel: Dortmunder AfD rückt (ein Stück) nach rechts

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Bereits am Tag der deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2016, hat die Jahreshauptversammlung des Dortmunder Kreisverbandes der „Alternative für Deutschland (AfD)“ stattgefunden – das Ergebnis der Vorstandsneuwahl wurde jedoch erst gut zwei Wochen später veröffentlicht und sorgt parteiintern für einen regelrechten Paukenschlag: Der bisherige Vorstand wurde weitgehend ausgetauscht, nicht mehr gewählt wurden die drei Ratsabgeordneten der Partei, Peter Bohnhof, Heiner Garbe und Andreas Urbanek. Das Trio wurde bereits seit längerer Zeit für einen weichgespülten Kurs, der häufig aus Anbiederung an die etablierten Parteien bestand und nur wenige Lichtblicke tatsächlicher Oppositionspolitik aufzeigte, kritisiert – trauriger Höhepunkt war die Solidarisierung des AfD-Bezirksvertreters Urbanek mit einem linksradikalen Zentrum am Dortmunder Hafen. Die Tage, in denen das Trio, welches den Dortmunder Kreisverband im Juli 2015, nach dem Austritt von AfD-Gründer Bernd Lucke und zahlreichen, personellen Veränderungen innerhalb der Partei, dominierte, scheinen gezählt. Im neuen Kreisvorstand finden sich mehrere Mitglieder, deren inhaltliche Positionierung durchaus im deutschnationalen Bereich anzusiedeln ist, u.a. Anhänger der parteiinternen Bewegung „Der Flügel“ um den Thüringer Björn Höcke, sowie der „Patriotischen Plattform“ einem Sammelbecken konstruktiver Kräfte innerhalb der AfD.

Neuer Sprecher Patrick Willke im Visier von Linksextremisten

Zum Sprecher des Dortmunder AfD-Kreisverbandes wurde Patrick Willke gewählt, bereits 2014 Kandidat zur Kommunalwahl und auf Landesebene Leiter der Partei-Arbeitsgemeinschaft „Inneres und Justizvollzug“ aktiv. Unlängst geriet Willke in das Visier linksextremer Kreise, die den AfD-Politiker als Gewalttäter diffamierten – Hintergrund war u.a. die Abwehr eines antifaschistischen Angriffes Mitte Juli 2016 am Rande einer Veranstaltung der Partei im rheinland-pfälzischen Mainz. Jene Notwehrhandlung wird offenbar von parteiinternen Kontrahenten genutzt, um Stimmung gegen Willke zu erzeugen: Am 5. Oktober 2016 wurde ein Artikel auf dem linksextremen Internetportal „Indymedia“ kommentiert, der dort zwei Monate zuvor ohne nennenswerte Beachtung veröffentlicht wurden war. Ein unbekannter Kommentator gab in der Ergänzung die – bis dahin lediglich den Teilnehmern der AfD-Mitgliederversammlung bekannte – Wahl Patrick Willkes als Kreisverbandssprecher öffentlich kund, um offenbar linke Reaktionen bzw. weitere Fokussierungen auf Willke zu provozieren. Aus welcher Richtung diese Diffamierung kommt, lässt sich freilich nicht beweisen, ein Verdacht liegt jedoch nahe.

Siebenköpfiger Kreisvorstand soll AfD in Dortmund neu beleben

Die Aktivitäten der AfD in der Westfalenmetropole Dortmund wieder voranzutreiben, ist das Ziel des neuen, insgesamt siebenköpfigen Kreisvorstandes, dem neben Sprecher Patrick Willke Schatzmeister Werner Sembowski, die Beisitzer Hartmut Halberstadt (Bezirksvertreter in Dortmund-Hörde), Bernd Schreyner und Thomas Wolodko angehören. Als stellvertretende Kreisverbandssprecher wurden Dirk Großheim, sowie Bernd Hempfling gewählt – letzterer war bereits im „alten“ Kreisvorstand der AfD vertreten und ist somit die einzige Konstante bei der Neuaufstellung im Herbst 2016. Ob es dem Septett gelingt, eine tatsächliche Oppositionspolitik, gerade vor dem Hintergrund der ungebremsten Masseneinwanderung und der klaren Abgrenzung von der herrschenden, korrupten Politikelite in Dortmund, zu betreiben, bleibt die richtungsweisende Frage für die Zukunft der AfD in der Westfalenmetropole. Statt ,wie in der Vergangenheit, in panische Abgrenzungsreflexe gegenüber anderen, nationalen und / oder patriotischen Parteien und Organisationen zu verfallen, dürfte ein wichtiger Mosaikstein für eine erfolgreichere Arbeit auch im Umgang mit der „Konkurrenz“ liegen, die sich „rechts“ der linken Mitte (CDU) aufgestellt hat. Den Kurs der Ratsfraktion, die auf eine „bessere CDU“ schielt(e), statt eine Fundamentalopposition gegen die Politik des vergutmenschlichten Bürgertums zu bilden, gilt es deutlich zu korrigieren, wenn die AfD an Erfolge, die sie beispielsweise in Mitteldeutschland verzeichnen kann, auch zwischen Lütgendortmund und Wickede, zwischen Brechten und Kirchhörde, anknüpfen möchte.

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