Ermittlungen eingestellt: Keine Beweise, dass es Messer-Überfall auf Antifaschisten am Westpark gab

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Einen Mordanschlag, der sich zum Nachteil eines Antifaschisten ereignet hätte, beklagte die linke Stadtöffentlichkeit Mitte August 2016 und sorgte damit für eine Welle der Empörung. Seinerzeit beklagte ein Linksextremist, dass er in der Nederhoffstraße am Westpark von drei Vermummten überfallen und mit einem Messer verletzt worden sei – Zeugen für diesen Vorfall gab es nicht, auch ein veröffentlichtes Bild der angeblichen Messerverletzung warf Fragen auf, weshalb bereits kurze Zeit später Zweifel geäußert wurden, ob es diesen Überfall überhaupt gegeben hat. Während sich linke und linksbürgerliche Kreise nicht eingestehen wollten, eventuell einem Aufmerksamkeit suchenden Schwindler auf dem Leim gegangen zu sein, waren selbst die Töne, die aus Richtung des Dortmunder Polizeipräsidiums angeschlagen worden sind, zurückhaltend und mit einem misstrauischen Unterton versehen. Etwa ein halbes Jahr später hat die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen, die in dem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung geführt wurden, eingestellt, wie die „Ruhr Nachrichten“ am Montag (6. Februar 2017) berichten. Als offizieller Grund wird angegeben, dass kein Täter zu ermitteln gewesen wäre – doch ein genauerer Blick zwischen die Zeilen lohnt sich, um zu bezweifeln, dass es den angeblichen Überfall überhaupt gegeben hat.

Vermeintliches Opfer verweigerte medizinische Untersuchung

Die Polizei suchte Zeugen für die Tat, erhielt aber keine Hinweise. Laut Staatsanwaltschaft sei der 24-Jährige nicht bereit gewesen, sich rechtsmedizinisch untersuchen zu lassen“, beschreibt das Lokalblatt und fasst damit zwei Indizien zusammen, die dem erfahrenen Leser (und nicht nur Kriminalpolizisten) komisch erscheinen mögen. Mitten am hellichten Tag, auf einer belebten Straße im Westpark, fehlen nicht nur Zeugen, welche den Überfall bestätigen können, sondern das angebliche Opfer verweigert auch eine Untersuchung – womöglich, weil durch diese Prüfung aufgefallen wäre, dass der angezeigte Messerstiche vielleicht sogar ein selbst zugefügter Kratzer gewesen sein könnte. Doch auch das Verhalten des 24-jährigen „Geschädigten“ nach der Tat wirft Fragen auf: Statt die Polizei zu informieren und das nahe gelegene Krankenhaus aufzusuchen, reiste der junge Mann zunächst nach Mülheim, um sich dort von einem Arzt behandeln zu lassen, ehe er fast einen halben Tag später auf einer Polizeiwache Strafanzeige erstattete. Wahrlich kein Verhalten, das von einem Straftaten-Opfer zu erwarten gewesen wäre.

Ermittlungen gegen nationale Aktivisten wegen Vorfall in Dorstfeld

Doch nicht nur der angebliche Überfall im Westpark sorgte für Schlagzeilen: Angeblich wäre der 24-jährige kurz zuvor bereits beim Pokemon-Suchen in Dorstfeld von mehreren rechten angegriffen worden, die auch verdächtig waren, die Adresse des Geschädigten im Rahmen einer Akteneinsicht ausgespäht zu haben – so schien es auf der Hand gelegen zu haben, dass diese in die (mutmaßlich erfundene) Messerattacke involviert gewesen sein könnten. Doch schnell wurde klar: Eine Akteneinsicht hatte zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht stattgefunden, dementsprechend konnten auch keine persönlichen Daten des „Opfers“ bekannt werden. Und auch bei einer intensiveren Betrachtung des Falles drängen sich Parallelen zum Westpark-Überall auf, der als „Fake News“ durchgegangen sein könnte: Der Antifaschist beklagt, zusammen mit einem Bekannten an einem Sommertag in Dorstfeld fußläufig unterwegs gewesen zu sein, als er plötzlich von mehreren Rechten mit Flaschen beworfen worden sein soll und daraufhin die Flucht ergrifft. Zwar wurde die Polizei an diesem Tag tatsächlich informiert, die Beamten konnten jedoch – obwohl sie wenige Minuten später eintrafen – weder Tatverdächtige antreffen, noch auch nur Flaschenreste ausfindig machen, obwohl die Linksextremisten angaben, mit mehreren Flaschen beworfen worden zu sein. Damit nicht genug: Wie aus einer später erfolgten Akteneinsicht nachzuvollziehen war, gaben sich die Linken bei der Polizei zunächst eher Wortkarg, wenngleich willkürlich bekannte Nationalisten angeschuldigt wurden, hinter ihnen hergelaufen zu sein. Eine spätere Vernehmung fand in dem Verfahren offenbar nicht statt, allerdings wurde eine gemeinsame (!) Zeugenaussage der beiden angeblich Geschädigten eingereicht, die von einem Anwalt aufgearbeitet wurde und stark von den ersten Schilderungen abweicht, insbesondere dann, wenn es um konkrete Anschuldigungen und erkennbare Belastungstendenzen geht. Ein Schelm, wer angesichts solcher Vorwürfe Böses denkt. Ob die Ermittlungen in diesem Verfahren noch laufen und / oder – trotz den massiven Widersprüchen der beiden Linken – Anklage erhoben wird, ist noch unklar. Es wäre jedoch fast zu wünschen, dass diese Geschichte, die durchaus als ein neumodisches Märchen der Gebrüder Grimm durchgehen könnte, verhandelt wird: Dann würde sich zunächst der 24-jährige Antifaschist im Zeugenstand wiederfinden und einer umfangreichen Befragung unterziehen müssen, die womöglich geeignet wäre, ihn nicht nur in Bezug auf die Dorstfeld-Story, sondern auch im Hinblick auf die mysteriöse Messerattacke, als das darzustellen, was er wahrscheinlich sein wird: Ein Lügenbaron mit dem Wunsch nach Beachtung. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte, wie in einem richtigen Märchen, auch noch ein „Happy End“ findet – nicht mit einem Schlussstrich unter die Akten, sondern mit einer konsequenten Aufarbeitung aller Widersprüche und nachweislichen Lügen.

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