„CSI Lüdo“ – den Aufkleberklebern auf der Spur

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Wenn im Dortmunder Westen das Martinshorn ertönt und die Streifenwagen sausen, muss nicht unbedingt ein Notfall vorliegen: Nicht selten jagen die Staatsdiener gemeingefährliche Aufkleberkleber, die kleine Papierschnipsel mit politischen Aussagen verbreiten, welche die herrschenden Zustände in Deutschland kritisieren. Was eigentlich eine Ordnungswidrigkeit ist, die beispielsweise „Wildpinkeln“ oder Falschparken gleichgestellt ist, hat sich längst zu einer Prestigefrage für Stadt und Polizei entwickelt, die Härte gegenüber den Aufkleberklebern signalisieren wollen und sich dafür keines Aufgebotes und keiner Folgemaßnahme zu schade sind. Am Dienstag (4. April 2017) trat neben der „CSI Dorstfeld“ auch die „CSI Lütgendortmund“ einmal mehr in Erscheinung.

Wegen angeblicher Owi: Beschlagnahmte Aufkleber und Platzverweise

Eine Gruppe von Nationalisten, die sich beim guten Wetter in den Abendstunden im öffentlichen Raum des Stadtteils Lütgendortmund bewegte, wurde durch Polizeibeamte kontrolliert und zunächst für eine Stunde festgesetzt. Während immer mehr Streifenwagen erschienen, wurde den Betroffenen mitgeteilt, eine Person solle einen Aufkleber an eine Laterne geklebt haben – angeblich läge eine Beschreibung dieser Person vor, eine Konkretisierung erfolge jedoch nicht, stattdessen wurden sämtliche Anwesende durchsucht, mitgeführte Aufkleber beschlagnahmt und anschließend alle Betroffenen mit Platzverweisen belegt. Hätte es sich bei dem angeblich verbreiteten Aufkleber um einen Fanaufkleber für einen Fußballverein, eine kommerzielle Werbung oder volksfeindliche Propaganda gehandelt, hätten sich Polizeibeamte wohl nicht einmal die Mühe gemacht, überhaupt auszurücken. Wenn jedoch Nationalisten in Verdacht stehen, eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben, entwickelt sich eine Lappalie eben schnell zu einem Großeinsatz. Da bleibt lediglich zu hoffen, dass der ein oder andere Bürger diesen ganz normalen „Alltagswahnsinn“ hautnah miterlebt und die passenden Rückschlüsse zieht.

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