„Neonazis“ am Ballermann: Sommerloch und peinliche PR-Inszenierung

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In München wird eine Polizistin angeschossen und schwebt in Lebensgefahr, im beschaulichen Oer-Erkenschwick (Kreis Recklinghausen) tobt ein Krieg zwischen kriminellen Ausländerclans und in Dortmund sticht ein Syrer am Hauptbahnhof auf einen Passanten ein – doch die Titelseiten der bundesrepublikanischen Presse sind mit Berichten über „Neonazis“ geschmückt, die das Ansehen Deutschlands in ein schlechtes Licht rücken würden. Bei einem Auftritt der ehemaligen Pornodarstellerin und heutigen Schlagersängerin Mia Julia im Bierkönig auf der spanischen Ferien- und Partyinsel Mallorca hätte eine Gruppe von 15 „Rechtsextremisten“ eine schwar-weiß-rote Fahne des Kaiserreiches gezeigt, Parolen gegrölt und Gäste belästigt, dramatisieren die Medien mit ihrem Wunsch nach möglichst hoher Beachtung und Auflage. Dass sie es dabei mit der Wahrheit nicht allzu weit hernehmen, scheint dem mediengläubigen Spießbürgern gleichgültig und so erfüllen sie einer semi-bekannten Sängerin den Wunsch nach Beachtung, während gleichzeitig gegen das übliche Feindbild „von rechts“ gehetzt wird.

Statt Parolen und Belästigungen Selbstinszenierung von Mia Julia

Augenzeugen, unter denen sich auch Aktivisten aus Dortmund befanden, die aktuell medial angefeindet werden, schildern eine deutlich abweichende Darstellung der Ereignisse: Demnach befanden sich unter den tausenden Feiernden im „Bierkönig“ auch einige Nationalisten, welche beim Auftritt von „Mia Julia“ eine schwarz-weiß-rote Fahne zeigten – Parolen wurden jedoch zu keinem Zeitpunkt gerufen, dementsprechend gab es auch keine „Ausländer raus“-Äußerungen, welche die übertreibenden Medienberichte gehört haben wollen. Auch Personen wurden nicht belästigt, ganz im Gegenteil, abgesehen von verbalen Pöbeleien, hielten diejenigen der „Bierkönig“-Besucher, denen der Auftritt missfiel, Abstand von der Gruppe. Und auch die „Zivilcourage“ von „Mia Julia“ wird durch die Beobachter in ein anderes Licht gerückt: Angeblich soll die Sängerin etwa 10 Minuten vor der schwarz-weiß-roten Fahne gespielt haben, ehe ihr durch einen Berater oder Manager mitgeteilt wurde, was diese überhaupt bedeuteten würde. Komischerweise setzt ein Facebook-Livestream auch just in dem Moment ein, in dem „Mia Julia“ mit einer „Ansage“ in Richtung der rechten Partygäste ihren eigenen Auftritt sprengt. Es scheint, als wäre die Fahne ein willkommene Anlass für die eigene PR-Inszenierung als „Kämpferin gegen Rechts“ gewesen, die nicht nur ein bundesweites Medienecho in Online- und Printmedien für die Sängerin mit sich brachte, sondern auch einen Auftritt bei „Stern TV“. Ein Schelm, wer angesichts einer solchen Medienkampagne Kalkül dahinter vermutet.


Auch andere Gruppen aus Deutschland zeigten 2017 bereits Präsenz – ohne Aufschrei der Medien

Übrig bleibt von den „Neonazis am Ballermann“ eine Welle der Hysterie, die an Doppelmoral kaum zu überbieten ist: Auf Mallorca gehören rechte Symbole und Äußerungen zum Alltag, unzählige der Party-Touristen sympathisieren mit nationalistischen Organisationen und Inhalten. Dass dieser Umstand plötzlich in den Fokus der Medien gerückt ist, dürfte auf das allgemeine Sommerloch zurückzuführen sein. Und den Wunsch, wieder einmal „gegen Rechts“ ins Feld zu ziehen. Denn diejenigen, die im Nachgang medial angefeindet werden, haben keine Straftaten begangen oder etwas verbotenes getan, sie haben während einer Feier eine zugelassene Fahne gezeigt und wurden dafür als „Prügelknaben der Nation“ abgestempelt. Ein weiteres Beispiel des Gossenjournalismus im Jahr 2017!

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