Über 600 Gemälde und Skulpturen aus Beständen der Stadt Dortmund einfach „verschwunden“

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Die Dortmunder Stadtverwaltung ist um einen weiteren Skandal reicher: Wie die „Ruhr Nachrichten“ berichten, sind mindestens 639 Gemälde und Skulpturen, die sich im Besitz der Stadt Dortmund befinden, spurlos verschwunden. Demnach waren bei einer Überprüfung Anfang 2016 zunächst Unregelmäßigkeiten aufgefallen, schließlich fand ein Wirtschaftsprüfer heraus, wie hoch die Zahl der fehlenden Kunstwerke, die aus dem Kunstarchiv, sowie dem Museum am Ostwall verschwunden sind, wirklich ist. Wer diese Kunstwerke, die insgesamt einen (mindestens) sechsstelligen Wert haben sollen, entwendet hat, kann nur spekuliert werden – von herkömmlichen Diebstählen bis zu einem organisierten Entwenden durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung scheint alles möglich, zumal es offenbar Versuche der Stadtführung gegeben haben soll, das Ausmaß des Kunst-Skandals zu bagatellisieren.

OB Sierau und Kulturbetriebe-Chef leugnen Drohung durch Wirtschaftsprüfer

Das Ausmaß des Skandals ist sogar so groß, dass es zwischenzeitlich eine Drohung durch den Wirtschaftsprüfer gegeben haben soll, einen Prüfungsvermerk, wonach die Buchhaltung für das Jahr 2015 in Ordnung gewesen sein soll, zu verweigern. Eiligst habe nach dieser Drohung eine Gesamtinventur stattgefunden, durch die sich letztendlich ergab, dass stolze 639 Gemälde und Skulpturen „verschwunden“ sind. Bezeichnenderweise leugneten offenbar sowohl der Chef der städtischen Kulturbetriebe, Kurt Eichler, als auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD), die Verweigerungs-Ankündigung durch den Wirtschaftsprüfer, obwohl interne Nachrichten, die den „Ruhr Nachrichten“ vorliegen, gegenteiliges belegen sollen. Es scheint, als haben Dortmunds Stadtspitzen auch einmal mehr gegenüber der Öffentlichkeit gelogen. Konfrontiert mit den massiven „Verlusten“, sieht die Stadtführung den Fall offenbar weniger dramatisch: „Es kann mal was wegkommen, aber das ist kein Massenphänomen“, wird Eichler von den RN zitiert. Nun denn, 639 verschwundene Kunstwerke sind schließlich gerade einmal 639 Einzelfälle. Und diese Einzelfälle kennt der kritische Leser nicht nur aus dem Bereich der Kunst.

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