ÖPNV: Sozialticket wird deutlich teurer!

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Bezahlbares Sozialticket? Das gab es in Dortmund vor langer Zeit, als es Arbeitslosen noch ermöglicht wurde, für 15 Euro den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Westfalenmetropole zu nutzen. Mittlerweile kostet das Sozialticket monatlich bereits 35,55 Euro und soll noch einmal deutlich steigen: Ab Januar 2018 wird das Ticket 37,80 Euro kosten, ein saftiger Preissprung um 6,3 Prozent. Zwar ist das Ticket damit noch deutlich günstiger, als ein herkömmliches Ticket 1000, das im Abo monatlich 59,65 Euro kostet – gemessen am Budget, das einem Bezieher von Arbeitslosengeld 2 zur Verfügung steht, betragen die Kosten für den innerstädtischen ÖPNV jedoch mehr als 10 Prozent seines Gesamtetats. Hierbei handelt es sich auch nicht um eine freiwillige Leistung, denn Arbeitslose aus Vororten können ohne Monatsticket Termine beim Arbeitsamt nicht oder nur sehr umständlich wahrnehmen, von einer Flexibilität bei Vorstellungsgesprächen ganz zu schweigen. Auch Arbeitslose aus dem Innenstadtbereich stehen vor Problemen, wenn eventuelle Arbeitsangebote nicht im näheren Radius liegen. Diese Probleme sind zwar hinreichend bekannt und gelegentlich gibt es Vorstöße für eine gerechte Preispolitik im ÖPNV, umgesetzt wurde in den vergangenen Jahren bisher jedoch kaum etwas. Stattdessen gibt es jährliche Preisanpassungen des VRR (Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr), die dazu beitragen, das einstige Sozialticket zu einem günstigeren Ticket 1000 werden zu lassen, was dennoch große Löcher in die Kasse von Familien frisst, die auf Sozialleistungen angewiesen sind und jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Eine sozial gerechte Politik sieht anders aus und einmal mehr wäre die Stadt Dortmund aufgefordert, zu handeln: Statt Millionen in Multikulti- oder Prestigeprojekte zu investieren, gäbe es eine sinnvolle Möglichkeit, eine Investition in die Gesamtbevölkerung zu tätigen.

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