Soziale Spaltung: Dortmunds Topverdiener bundesweit vorne

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Große Teile Dortmunds sind wirtschaftlich abgeschlagen, nicht nur ganze Viertel im Norden gelten auch offiziell als abgehängt – jedes vierte Kind wächst bereits in Armut auf. Mit etwa 21.000 Euro Bruttoverdienst lag das durchschnittliche Jahreseinkommen landesweit bereits im Jahr 2014 im unteren Mittelfeld, etwa 100.000 der rund 600.000 Einwohner sind auf Sozialleistungen angewiesen. Doch werden lediglich die Jahreseinkommen über 50.000 Euro verglichen, liegt Dortmund im bundesweiten Vergleich auf Rang 2 – hinter Hannover, aber vor namenhaften Städten der „High-Society“, etwa München, Düsseldorf, Köln oder Hamburg. Stolze 87.676,99 Euro hat ein Besserverdienender jährlich in der Westfalenmetropole zur Verfügung – verglichen wurden bei dieser Studie die Lebensläufe von rund 6000 männlichen Personen. Auch wenn die Aussagekraft damit etwas eingeschränkt wird, lässt sich die soziale Spaltung bereits an dieser dramatischen Kluft ableiten, zumal noch ein weiterer Umstand zu berücksichtigen ist: In dem Durchschnittsgehalt von rund 21.000 Euro, das jedem Dortmunder durchschnittlich zur Verfügung steht, fließen auch die Einkünfte der Großverdiener ein, so dass letztendlich davon ausgegangen werden kann, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit ihren Einkommen entweder unter oder lediglich knapp über der Armutsgrenze liegt. Diese Spaltung wird mittlerweile nicht nur geographisch sichtbar, sondern spiegelt sich in einer Stadt, die sich durch soziale Schichten immer weiter trennt. Wohin solche Entwicklungen führen, zeigen nicht zuletzt diverse Metropolen im Ausland, in denen arme Bevölkerungsteile zunächst aus den zentrumsnahen Wohngebieten verdrängt werden, um anschließend in Vorstadtsiedlungen oder widrigsten Bedingungen und ohne Anknüpfungspunkte zur „Stadt der Besseren“ angesiedelt zu werden. Diese Zustände sollten in Dortmund Mahnung sein und notwendige Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit, die ihren Namen verdient, ankurbeln. Mit den Politikern, die Agenda 2010 und systematischen Konkurs unserer Stadt zu verantworten haben, wird dies aber schwerlich machbar sein.

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