3. Prozesstag gegen Hörder Kinderschänder: Angeklagter gesteht sämtliche Taten!

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Am Mittwoch (27. September 2017) fand vor dem Landgericht Dortmund der dritte Prozesstag gegen Voldemar M. statt, der unlängst in seinem Hörder Wohnumfeld als Kinderschänder „geoutet“ worden war (das „DortmundEcho“ berichtete). Bereits zum Prozessauftakt hatte M. einen Teil der Taten, die ohnehin auf gefundenen, kinderpornographischen Bild- und Videodateien festgehalten worden waren, eingeräumt, stritt aber Übergriffe in den Jahren 2011 bis 2015 ab. Dem Richter blieb nichts anderes übrig, als das heute 16-jährige Mädchen, das zu Beginn der sexuellen Übergriffe gerade einmal 8 Jahre alt gewesen ist, zur Zeugenvernehmung vorzuladen, er teilte jedoch dem Angeklagten mit, dass seine zu erwartende Strafe deutlich steigen werde, wenn eine solche Vernehmung notwendig ist und sich die weiteren Vorwürfe erhärten. Entweder dreist oder schlecht von seinem Anwalt beraten, ließ der Angeklagte das Mädchen, das den Gerichtssaal weinend betrat, persönlich im Zeugenstand erscheinen – als der Richter jedoch erneut einen eindringlichen Hinweis gab, verzichtete M. plötzlich auf eine Vernehmung der anwesenden Zeugin und räumte die mehr als 250 sexuellen Übergriffe und Missbrauchsfälle vollumfänglich ein. Warum dieser Schritt nicht vorher erfolgte, ist unklar, das Verhalten dürfte sich jedoch strafverschärfend auswirken, wenngleich eine „gerechte“ Strafe bei solch schweren Vorwürfen ohnehin kaum verhangen werden kann. Bis heute befindet sich M. auf freiem Fuß und es ist davon auszugehen, dass er nach seiner Verurteilung einen regulären Termin zum Haftantritt, mitunter sogar im offenen Vollzug, erhält, obwohl ihm eine langjährige Haftstrafe droht.

Fortgesetzt wird der Prozess gegen M. am 11. Oktober 2017 um 9.15 Uhr in Saal 24 des Dortmunder Landgerichtes, gegebenenfalls könnten an diesem Tag bereits die Plädoyers gehalten werden. Wie bei den vergangenen beiden Verhandlungstagen, ist der Prozess öffentlich, erneut fanden sich mehrere Zuschauer ein, die sich ein eigenes Bild von einem Verfahren machten, das die etablierte Lokalpresse bisher verschweigt.

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