Dorstfeld: Hannibal-Räumung, gefloppte WDR-Liveschaltung, panische Staatsmacht

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Ausnahmezustand in Dorstfeld: Am Donnerstagnachmittag (21. September 2017) berichteten Pressevertreter über eine bevorstehende Räumung des Hannibal-Komplexes am Vogelpothsweg, der mit seinen rund 400 Wohnungen rund 850 Bewohner beherbergt. Angeblich seien dramatische Verstöße gegen Brandschutzvorschriften festgestellt worden, weshalb eine sofortige Räumung unausweichlich sei, heißt es von Seiten der Stadt, die jedoch zunächst die Presse informierte, ehe Bewohner und selbst der Immobilienbesitzer, die „Intown GmbH“, Mitteilung erhielten. Mit einem Großaufgebot erfolgte ab den frühen Abendstunden die Evakuierung sämtlicher Bewohner, im Übrigen zu etwa 80 Prozent mit Migrationshintergrund, darunter zahlreiche Asylbewerber. Zunächst sollen alle obdachlos gewordenen Menschen in einer städtischen Halle untergebracht werden, ehe in den nächsten Tagen die Unterbringung in Ersatzwohnungen geregelt werden soll, was die Stadtverwaltung jedoch vor ein größeres Problem stellen dürfte. Ob die Zustände im Hannibal tatsächlich eine unaufschiebbare Räumung notwendig machten, wird von Beobachtern bezweifelt, vielmehr wird bereits spekuliert, dass die Stadt andere Pläne für die Immobilie haben könnte, die nicht zuletzt durch häufig wechselnde Eigentumsverhältnisse, einen insgesamt heruntergekommenen Zustand und ein schwieriges, soziales Umfeld durchaus problematisch anzusehen ist.

Anti-Merkel-Protest in WDR-Liveschaltung

Rund um den Hannibal hatten sich nicht nur zahlreiche Journalisten und diverse Verantwortliche der Stadt Dortmund eingefunden, die von einem Großaufgebot an Feuerwehr und Polizei begleitet wurden, sondern auch einige Anwohner, darunter nationale Aktivisten. Als eine WDR-Reporterin die „Lokalzeit“ mit einer Liveschaltung einläutete, ergriffen mehrere Personen spontan die Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam kurz vor der Bundestagswahl gegen die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu protestieren – die Liveschaltung wurde kurzerhand zum Fiasko und die Moderatorin vermittelte mit ihrer Aussage „wir befinden uns hier leider in Dorstfeld“ den Eindruck, aus einem Krisengebiet zu senden, statt mit Meinungsfreiheit und politischem Protest souverän umzugehen.

(In der WDR-Mediathek ab Minute 3:10 zu sehen)

Unnötiger Polizeieinsatz gegen nationale Aktivisten

Nach der erfolgreichen Protestaktion in der WDR-Liveschaltung, sicherten die Aktivisten der WDR-Moderatorin auf ausdrückliche Bitte, keine weiteren Proteste während der Sendung zu äußern, da diese keine politischen Themen behandeln solle, zu, kommende Liveschaltungen nicht zu vereinnahmen. Rechtlich besteht dazu keine Pflicht, denn wer aus dem öffentlichen Raum sendet, muss mit solchen Aktionen leben – im Zweifel kann er sich auf ein Gelände zurückziehen, in dem er über das Hausrecht verfügt, es gibt jedoch keinen Straftatbestand oder kein Gesetz, welches Passanten verpflichtet, Liveschaltungen von Fernsehsendern unkommentiert zu lassen. Letztendlich verlief die zweite Liveschaltung ohne kreative Unterbrechungen, was aber offenbar nicht allen gefiel: Kurz nach Ende der Übertragung erschienen rund ein Dutzend Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft, die offenbar einer panischen Anweisung aus der Polizeiführung gefolgt waren, die Rechten mit Platzverweisen zu belegen. Tatsächlich gab es keinen Grund, gegen die völlig friedlichen und sogar räumlich zu diesem Zeitpunkt deutlich von dem TV-Sender entfernten Aktivisten vorzugehen. Aber wie so oft, hatten die kleinen Nadelstiche in der ersten WDR-Liveschaltung gesessen und die Polizei musste einmal mehr, auf Anweisung ihrer Führung, Härte signalisierten, sowie im weiteren Verlauf des Abends durch regelmäßige Streifen und eine weitere Aufstockung des Kräftekontingents sicherstellen, dass bloß keine Nationalisten in die Nähe des Hannibal-Komplexes bzw. der Medienvertreter gelangen könnten. Andere Probleme oder Einsatzlagen scheint es nicht gegeben zu haben.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Hintergründe der Hannibal-Räumung ein juristisches Nachspiel haben dürften und nicht auszuschließen ist, dass etwas ganz anderes, als der angebliche Brandschutz für die Räumung ausschlaggebend gewesen sein könnte. Für die Dortmunder Stadtgesellschaft dürfte es jedoch in den kommenden Tagen zur Aufgabe werden, Ersatzwohnungen für zahlreiche der Hannibal-Bewohner bereitzustellen, die mindestens mehrere Monate, vielleicht auch dauerhaft, nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können.

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12 Kommentare

  1. “es gibt jedoch keinen Straftatbestand oder kein Gesetz, welches Passanten verpflichtet, Liveschaltungen von Fernsehsendern unkommentiert zu lassen”

    Dann wird es höchste Zeit für solch ein Gesetz. Wo kommen wir da hin wenn Nazis die Reportagen unserer demokratischen Staatsmedien ungestraft kommentieren dürfen? Und dazu noch dazu auffordern unsere Bundeskanzlerin Frau Doktor Merkel abzuwählen?

    Dank an unsere demokratischen Polizeibeamten das sie auch ohne Gesetz sofort eingeschritten sind!

  2. Das ist eine politisch angehauchte Aktion . Ausgerechnet vor der Wahl heucheln die Asozialdemokraten eine Tätigkeit ,die einen “Kapitalisten” kompromittiert . Des Propaganda Instrument WDR macht da auch noch mit . Komisch nur das die angeblichen Mängel seit geraumer Zeit bekannt sind und der drei Tage vor der Wahl wird medienwirksam gehandelt .
    Nun liebe Asozialdemokraten ,warum habt ihr denn dann so lange eure Gäste,die auch in diesem Haus wohnen so lange einer Gefahr ausgesetzt ?

  3. Warum M Brück eine Liveschalte stört, und das mit Meinungsfreiheit deklariert, die er selbst anderen nicht zugesteht, ist allen Dorstfeldern ein Rätsel. Ist nur nervig, wenn Dorstfelder, die andere Sorgen haben als Wahlkampf von M Brück dermassen mißbraucht werden.

    Polizei hat richtig gehandelt

    • ” ist allen Dorstfeldern

      Sehr richtig, wir Antifaschisten sprechen stets für alle, da gibt es keine Diskussionen. Normalerweise sind Wahlen übrigens überflüssig da wir Antifaschisten genau wissen was alle wünschen und danach handeln. Ist aber halt so eine althergebrachte Tradition, darum schaffen wir die Wahlen nicht ab obwohl wir es könnten.

    • Liveschalte“? Es heißt Liveschaltung.

      Meinungsfreiheit: DIE RECHTE brüllt nie linke Veranstaltungen nieder. Das machen nur Linke bei allen (vermeintlich) rrrääächtän Veranstaltungen. Rechte habe Argumente und können und wollen deshalb diskutieren. Linke habe keine Argumente und müssen daher brüllen, beleidigen, diffamieren, ablenken oder Gewalt anwenden.

      Die Polizei darf in einem Rechtsstaat nur auf Grundlage von Gesetzen handeln. Dies tut sie jedoch immer häufiger nicht. Statt dessen handelt sie aus politischer Motivation gegen Gesetze, wie Gerichte schon häufig festgestellt haben. Sie bricht hier das Gesetz in dem sie wieder mal das Mittel des Platzverweises mißbraucht. Der Platzverweis dient dazu “eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder öffentliche Ordnung abzuwehren”. War M. Brück eine Gefahr in diesem Sinne? Nein! Kein objektiver, vernünftiger Mensch kann dort eine solche Gefahr erkennen. Dazu dürfte er als demokratisch gewählter Abgeordneter des Stadtrates und der BV West das Recht haben sich vor Ort über die höchst kritische Lage zu informieren.

      Wer es gut findet, wenn Polizei willkürlich und gegen Gesetze handelt, der lehnt unsere “freiheitlich-demokratische Grundordnung” ab! (Somit müßte die Dortmunder Polizei vom Verfassungsschutz beobachtet werden, besonders PP Gregor Lange.)

  4. Es gab zeiten da stand man schlange um an eine wohnung im Hannibal in Dorstfeld zugelangen. Na lang ist es her.
    Zu dem punkt es gibt spekulationen für andere nutzung des hannibal-komplex. In einem Zeitungsartikel vor Jahren wurde darüber geschrieben den Hannibal auf ein paar etagen abzutragen und wohnungen für besser betuchte herzustellen. Der Hannibal wäre nicht mehr rentabel, renovierung oder eher sanierung wäre zu kostspielig usw. Vielleicht sind es auch so schwerwiegende mängel das der Hannibal geräumt werden musste. Der Hannibal schimmelt von unten bis in die obersten Etagen durch. Zur seite zum Süden wird der Hannibal durch riesige Hydraulikpumpen waagerecht gehalten. Das Fundament hat wohl schon bessere tage gesehen. entschuldige mich für die gross klein-schreibung bzw. kommasetzung. Zeitungsartikel glaube ich noch zu wissen Ruhrnachrichten. MFG

  5. Bleibt nur zu hoffen,das es zwischen diesem ‘leider sind wir in Dorstfeld’ und der Hausräumung ursprünglich keinen Zusammenhang gibt.
    @Thorsten
    So schlimm können die Zustände,zumindest nach den offiziellen Angaben,das man, 850 Leute aus 400 Wohnungen holen musste,eigentlich nicht sein,sonst wären es eher über 2000 gewesen.

  6. LORD Sir a. DO-Dorstfeld on

    Weltklasse! Wir wollen hier keine Tatsachenverdreher oder sensationslüsterne Lügen-Journalie! Gegenmeinung zur Multikulti-Mafia ausbauen- überall !

  7. Pingback: Tumulte in Dortmunder Bezirksvertretung: Hannibal-Bewohner lassen nach Rede von DIE RECHTE Unmut freien Lauf! - DIE RECHTE

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