Abteilung peinlich: Dortmunds Polizei und die „Erfolgsbilanz“

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Gregor Lange hat es wahrlich nicht leicht: Er ist der unfähigste Polizeipräsident, den es in Dortmund in den letzten Jahrzehnten, vielleicht in der gesamten Stadtgeschichte, gegeben hat. Um von den geringen Erfolgen im Kampf gegen die ausufernde Kriminalität in unserer Stadt abzulenken, fokussiert sich Lange, der übrigens SPD-Mitglied ist, regelmäßig auf politische oder gesellschaftliche Minderheiten, die zum Gegenstand polizeilicher Maßnahmen werden. Wie peinlich und mitunter selbstentlarvend das polizeiliche Öffentlichkeitsverhalten ist, zeigt sich an einem aktuellen Beispiel: Nachdem es im Februar 2017 rund um das Gastspiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund zu Ausschreitungen gekommen war, sah sich die Polizei Kritik ausgesetzt, die Gästefans nicht ausreichend geschützt zu haben. Statt Fehler im eigenen Einsatzkonzept selbstkritisch aufzuarbeiten, kündigten Lange und Co seinerzeit eine harte Verfolgung der überführten Straftäter an, auch eine Sonderkommission wurde eingerichtet. Tatsächlich hat diese Sonderkommission gut ein halbes Jahr später kaum Ermittlungserfolge erzielen können und war vermutlich einmal mehr ein Stück Symbolpolitik unter Ausnutzung hoher Personalressourcen. Doch weil in Dortmund nicht sein kann, was nicht sein darf, stellt sich Gregor Lange am Mittwoch (11. Oktober 2017) stolz vor die Öffentlichkeit und verkündet, welche Erfolge seine Polizei errungen hätte. Dass dabei ein Blick auf die konkreten Zahlen freilich eine ganz andere Sprache spricht, scheint Gregor Lange in seiner politischen Propaganda nicht zu stören. Sicherlich, Ausschreitungen bei einem Fußballspiel sind selten geeignet, ein Politikum zu werden. Die Nachbetrachtung seiner eigenen Ermittlungkommission ist aber geeignet, aufzuzeigen, wie weit Realität und Selbstdarstellung bei der Polizei Dortmund auseinanderliegen. Und das eben nicht nur bei Fußballspielen, sondern in ihrem gesamten Auftreten gegenüber der Bevölkerung.

Nur 9,4 % der Straftaten aufgeklärt, doch Lange ist zufrieden

Auf ihrem Presseportal listet die Polizei insgesamt 170 Straftaten auf, die im Zusammenhang mit dem Fußballspiel registriert wurden und von der Sonderkommission bearbeitet worden sind. Wenige Sätze später schreibt die gleiche Polizei, dass 11 Strafbefehle erlassen worden sind, sowie 5 Anklagen noch bei Gericht anhängig wären. Selbst, wenn davon ausgegangen wird, dass die 11 Strafbefehle allesamt rechtskräftig werden, es also keinen Freispruch geben könnte, sind das gerade einmal 16 Verurteilung. Eine Aufklärungsquote von 9,4 %, die sogar noch unter den Aufklärungsquoten bei Einbruchsdelikten liegt. Wahrlich keine Polizeiarbeit, für die sich ein Polizeipräsident auf die Schulter klopfen kann. Wenn, ja wenn er nicht Polizeipräsident in Dortmund ist und verzweifelte Erfolge vorbringen muss.

Die Sache mit den „hohen Geldstrafen

Wie inkompent die Polizeiführung und / oder Pressestelle der Polizei in Dortmund ist, zeigt auch ein weiterer Teil der Pressemitteilung: „Über eine Anklage ist bereits verhandelt worden. In diesem Fall führte die Verurteilung zu einer hohen Geldstrafe. In den anderen vier Fällen stehen die Hauptverhandlungen noch aus. 3x wegen Beleidigung (800,- / 900,- / 1000,- Euro) 1x wegen gefährlicher Körperverletzung 2000,- Euro 1x wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte 3600,- Euro“, heißt es im originalen Wortlaut. Sicherlich, für manchen sind 800 Euro unaufbringbar, während andere 3600 Euro aus der Portokasse zahlen. Aber diese Beträge sagen nichts, aber auch garnichts, über die Höhe der Geldstrafe – diese bemisst sich aus der Zahl der Tagessätze, die ableiten lassen, ob es sich um ein geringeres Vergehen oder ein schweres Delikt handelt. Während beispielsweise 80 Tagessätze a 10 Euro für ein Beleidigungsdelikt durchaus eine höhere Strafe sind, wären 20 Tagessätze a 40 Euro nahe an der Grenze zur Geringfügigkeit. Solche Feinheiten sind dem einfachen Bürger, der sich nicht tagtäglich mit juristischen Vorgängen auseinandersetzt, mitunter unbekannt. Von einer Polizeibehörde darf jedoch erwartet werden, ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit nicht auf Hysterie und Übertreibungen zu stützen, sondern sachlich zu informieren. Und in diesem Falle wäre das mit der Zahl der Tagessätze erfolgt, nicht mit der Angabe von Geldsummen, die für den Leser überhaupt nicht nachprüfbar sind. Zum Vergleich: Für sein Fahren ohne Fahrerlaubnis erhielt BVB-Spieler Marco Reus einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 6000 Euro, insgesamt 540.000 Euro. Ein Betrag, der als Verurteilung bei einem „Normalbürger“ wohl gigantisch wäre, den Begriff „hohe Geldstrafe“ aber nur insoweit verdient, als es sich bei dem Gesamtbetrag um eine hohe Summe handelt, nicht aber bei der Zahl der Tagessätze, die mit 90 noch unterhalb der Vorstrafengrenze angesiedelt ist.

Angriffe auf „normale“ Fans von RB Leipzig müssen nicht sein, wenngleich sich das Mitleid mit der dortigen „Ultraszene“, die von den linksextremen „Red Aces“ geprägt werden, eher in Grenzen hält. Wenn sich die Polizei aber mit Dingen profilieren möchte, die schlichtweg keine Erfolge sind, sondern im Gegenteil zeigen, wie wenig eine personalintensive Sonderkommission letztendlich auf die Beine gestellt hat, ist das zumindest unprofessionell, mitunter aber auch unehrlich. Leider gehört eine solche Außendarstellung jedoch mittlerweile zu den Polizeipräsidien, die immer mehr Politiker und immer weniger Sicherheitsbehörde werden. Eine bedenkliche Entwicklung!

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4 Kommentare

  1. Also jedem dürfte klar sein ,das die Lage in der Stadt unter aller Kritik ist . Welche Bagage die Schuld daran trägt ist auch vielen bewusst . Stellt sich nun die Frage ,was macht man dagegen ? Mein Vorschlag wäre es erneut eine Säuberungs Aktion innerhalb der Polizei durch zu führen . Solange die subversiven Elemente durch Verräter / innen immer wieder gewarnt und beschützt werden ,kann das mit der Verfolgung auch nichts werden . Denn das viel bekannte Polizisten Zitat : ” Sarah so nicht ” beschreibt die zusammen Arbeit zwischen Verbrecher / innen mit Teilen der Organen ,die eigentlich Verbrechen verhindern sollten !

  2. Gibt es eigentlich was neues vom BVB-Afrikaner ?

    http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/bvb-supertalent-youssoufa-moukoko-lars-ricken-erklaert-die-strategie-im-jugendbereich_id_7707719.html

    Weil BVB-Nachwuchsstürmer Youssoufa Moukoko in der U17 des Vereins ein Tor nach dem anderen schießt, ist das Alter des Angreifers ein heikles Thema.

    Der gebürtige Kameruner, dessen Alter mit zwölf Jahren angegeben wird, dominiert in der B-Junioren Budesliga gegen fünf Jahre ältere Gegner nach Belieben (schon 17 Tore in acht Spielen). Zudem scheint er seinen Gegenspielern auch körperlich mindestens ebenbürtig zu sein.

    Jetzt bezieht der BVB zur Diskussion deutlich Stellung. Jugendkoordinator Lars Ricken sagt im Gespräch mit den “Ruhrnachrichten”: “Fakt ist, der Junge ist zwölf. Wir haben die deutsche Geburtsurkunde und da gibt es auch keinen Zweifel dran.”

    Um Klarheit zu schaffen, könnte der BVB, wie von der Fifa im Vorfeld der U17-WM in Indien standardmäßig angeordnet, einen medizinischen Altersnachweis durchführen.
    Ein MRT des Handgelenks kann laut Fußballweltverband mit 99-prozentiger Sicherheit nachweisen, ob das 17. Lebensjahr bereits erreicht wurde oder nicht.

  3. achtcolaachtbier on

    Hui Wäller alemo,
    eine Statistik ist so viel wert, wie der,der sie geschrieben hat. Dieses Sprichwort trift mal wieder
    zu 100% zu, schaut man sich in NRW den VS-Bericht, oder Gregors Lügengeschichten an.
    Schade um jeden Baum, der fürs Papier gefällt wurde.
    Ein schönen Tag Kameraden.

    MkG

  4. Wie auch immer die “Erfolge” der Polizei Dortmund zu bewerten sind:

    Tatsache ist, dass die Kriminalität im Dortmunder Norden nicht abgenommen hat!

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