Kinderschänder-Prozess: Während das Mädchen weint, lacht er auf der Anklagebank

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Nachdem der vierte Verhandlungstag des Dortmunder Kinderschänder-Prozesses gegen den 66-jährigen Voldemar M. am Mittwoch (11. Oktober 2017) durch das krankheitsbedingte Ausbleiben des Angeklagten nur wenige Minuten dauerte, (das „DortmundEcho“ berichtete), wurde der Prozess am Montag (16. Oktober 2017 regulär fortgesetzt). Im Mittelpunkt stand die Vernehmung von zwei Polizistinnen aus dem Kreis Recklinghausen, welche die Anzeige des in Castrop-Rauxel lebenden Opfers entgegennahmen. Ihre Schilderungen zeigten, mit welcher Perversität der Angeklagte zu Werke ging – sie verdeutlichten aber auch, wie er gezielt Druck auf das Mädchen, das zu Beginn der Übergriffe gerade einmal acht Jahre alt gewesen war, aufbaute, um eine Enttarnung seiner Triebtaten zu verhindern.

Angeklagter grinst bei Schilderungen seiner Sexübergriffe

Zunächst wurde jene Polizeibeamtin vernommen, die vor rund anderthalb Jahren auf einer Polizeiwache in Castrop-Rauxel Dienst hatte, als das damals bereits fünfzehnjährige Mädchen in Begleitung einer Freundin erschien. Dieser Freundin, die das Opfer ermutigte, Strafanzeige zu erstatten, hatte sie sich erstmals anvertraut und sorgte damit für einen Schlussstrich unter die sieben Jahre andauernde Missbrauchsserie – bis zu diesem Tag dauerten die Übergriffe an. In ihrer Vernehmung schilderte die Polizistin, wie der Angeklagte sein Opfer nicht nur ausgezogen und fotografiert hatte, sondern auch, welche sexuellen Praktiken angewandt worden seien. Während das Mädchen, das den Prozess im Publikum mitverfolgt, weinend neben ihrer Mutter saß, schüttelte der Angeklagte, der die Taten mittlerweile vollumfänglich eingeräumt hat, mehrmals mit dem Kopf, auch ein Grinsen fand sich zwischenzeitlich auf seinen Lippen – eine Szenerie, die wütend macht und verdeutlicht, dass dem Mann jedes Unrechtsvermögen fehlt.

Polizistin schildert Misshandlungen im VW-Bulli

Noch schockierender als die ohnehin bekannten Anklagepunkte, waren die Situationen, welche die zweite Polizeizeugin vor Gericht schilderte: Die Polizistin von der Sonderkommission Sexualdelikte beschrieb ihren Eindruck, den das verängstigte Mädchen bei der damaligen Vernehmung machte – der Täter hatte von Anfang an eine Mischung aus Verlockungen durch Geld- und Sachgeschenke, sowie durch Drohungen einer Enttarnung ihres „Geheimnisses“ aufgebaut, welche dafür sorgte, dass die Taten erst sieben Jahre später bekannt wurden. Einer der Übergriffe soll sich sogar auf der Rückbank bzw. Liegefläche eines umgebauten VW-Transporters ereignet haben und wurde erst unterbrochen, als die damalige Lebensgefährtin des Angeklagten unerwartet an der Außentür des Fahrzeuges klopfte. Dass der Angeklagte nicht nur für das missbrauchte Mädchen eine Gefahr darstellt, sondern potentiell für alle Kinder in seiner Nähe, wurde ebenfalls deutlich: Er hatte offenbar versucht, auch eine Freundin des Opfers durch Geldgeschenke zu beeindrucken – zwar scheiterte dieser Versuch, es liegt jedoch nah, was geschehen wäre, wenn ein weiterer Kontakt zu diesem Mädchen aufgebaut hätte werden können. Umso wichtiger war es deshalb, dass Anhänger der nationalen Opposition im September 2017 mit einer Protestaktion vor dem Wohnhaus des Kinderschänders im Stadtteil Hörde auf den Gerichtsprozess und die unvorstellbaren Verbrechen des Mannes hinwiesen.

Plädoyers werden am 25. Oktober erwartet

Beendet wurde der fünfte Prozesstag mit einer Befragung des Angeklagten über seinen Lebensweg, der 1950 in Kasachstan begann und ihn 1992 nach Deutschland führte, sowie der Verlesung des Bundeszentralregisterauszuges. Fortgesetzt wird der Prozess am 25. Oktober 2017, an diesem sechsten Verhandlungstag werden die Plädoyers gehalten. Mit einem Urteil ist schließlich am darauffolgenden Freitag (27. Oktober 2017) zu rechnen.

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1 Kommentar

  1. Linksextremisten, die Polizisten daran hindern, einen Messerstecher festzunehmen, bloß weil er schwarz ist.
    Nationalisten, die die Nachbarschaft eines Kinderschänders sensibilisieren, auch wenn es sich hier um ein ausländisches missbrauchtes Kind handelt.

    Da fragt man sich als neutraler Betrachter doch zunehmend, wer denn nun die Guten und wer die Bösen sind!

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