Landgericht Dortmund: Drei Jahre Haft für Armbrust-Islamisten

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Der unter großen Sicherheitsvorkehrungen gestartete Prozess gegen den sogenannten „Armbrust-Islamisten“, der in Lippstadt festgenommen wurde und Anschläge in Deutschland geplant haben soll, endete am Freitag (20. Oktober 2017) vergleichsweise unspektakulär: Iwan K., der durch den mittlerweile ebenfalls festgenommenen „Abu Walla“ radikalisiert worden sein soll, wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Zwar habe es keine konkreten Pläne für einen Anschlag gegeben, er sei jedoch dazu bereit gewesen und hätte sich Informationen besorgt, heißt es in der Urteilsbegründung. Unter Anrechnung der achtmonatigen Untersuchungshaft und dem eventuellen Einlegen einer Revision, könnte K. bereits in den nächsten Wochen entlassen werden, um den Rest seiner Strafe nach eingetretener Rechtskraft anzutreten, andernfalls winkt ihm ansonsten – bei weiterer Anordnung der Untersuchungshaft – nach Eintritt der Rechtskraft die Überweisung in den offenen Vollzug, Dass seitens der Verteidigung Revision gegen die Gerichtsentscheidung eingelegt wird, gilt als sicher: Von Anfang an machte der rechtliche Beistand von K. deutlich, dass seitens der Ermittlungsbehörden lediglich Spekulationen vorgetragen worden seien, aber belegbare Fakten für angeblich geplante Anschläge fehlen würden. Es bleibt daher mit Spannung zu erwarten, ob das Oberlandesgericht Hamm die Verurteilung stützen.

Berliner Weihnachtsmarktattentäter von V-Mann angestiftet

Dass islamischer Terrorismus in der Bundesrepublik häufig nur durch Duldung – oder sogar direkte Förderung – staatlicher Stellen entstehen kann, verdeutlichen neueste Informationen, die in den vergangenen Tagen über den Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter bekannt geworden sind: Er sei von einem V-Mann des Verfassungsschutzes angestiftet worden, einen Anschlag mit einem LKW zu begehen, melden verschiedene Medien. Über die Hintergründe, beispielsweise eine Rechtfertigung für weitere, politische Maßnahmen zur Beschneidung von Bürgerrechten, kann freilich nur spekuliert werden, es ist jedoch bezeichnend, dass die vermeintlichen Sicherheitsbehörden offenbar das größte Sicherheitsrisiko darstellen.

Alle Informationen aus Dortmund direkt aufs Mobiltelefon? Tragen Sie sich in den Telegram-Rundbrief oder den DortmundEcho-Mailrundbrief ein, mit dem sie keinen Artikel mehr verpassen! Wenn Sie darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen relevante Termine oder bundesweite Meldungen erhalten möchten, tragen Sie sich in den Mailverteiler "Infobrief.nw.an" ein!

Verbreiten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar