Parteienfilz: Die Dienstwagen-Affäre bei den Stadtwerken und die Rolle von OB Sierau

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Dortmund ist wieder um einen lokalpolitischen Skandal reicher: Wie verschiedene Medien Ende September 2017 berichteten, gönnt sich Guntram Pehlke, Chef der Stadttochter DSW 21, als Dienstfahrzeug ausgerechnet einen Audi SQ7. Der Neupreis beträgt offiziell 91.000 Euro – wahrlich kein Schnäppchen für eine gebeutelte Stadt, die ansonsten bei ihren Ausgaben jeden Euro zweimal umdreht, zumindest wenn Infrastruktur und soziale Projekte, die der Gesamtbevölkerung zu Gute kommen, betroffen sind. Auch die Vorbildfunktion von Pehlke, der regelmäßig die Werbetrommel für den öffentlichen Personennahverkehr rührt, aber selbst offenbar wenig von der Nutzung von Bus und Bahn hält, ist zweifelhaft. Warum Pehlke, der für seine Manager-Tätigkeit von der klammen Stadt Dortmund mehr als 440.000 Euro jährlich erhält, auf ein Luxusfahrzeug setzen muss, statt für seine Diensttätigkeit beispielsweise einen Mittelklasse-PKW zu nutzen (immerhin würde dadurch die Stadtkasse entlastet) bleibt das Geheimnis der Stadtverwaltung. Skandalös ist jedoch wieder einmal der Umgang der Dortmunder Stadtführung mit der Dienstwagen-Affäre: „Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Vorsitzender des DSW-Aufsichtsrats und -Aufsichtsratspräsidiums, will der Sache nachgehen“, beschreibt „Der Westen“ die Rolle des SPD-Politikers. Doch tatsächlich scheint Sierau im Vorfeld, ebenso, wie sein CDU-Genosse Monegel, Zustimmung zur Anschaffung des Luxusfahrzeuges gegeben zu haben. Einmal mehr versuchen sich die etablierten Politiker offenbar aus der Verantwortung zu ziehen!

ZfK kritisiert Doppelmoral von Sierau und Co

Unter dem Titel „Plötzlich distanziert sich der OB halb vom Chef“ berichtet die „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ über die Dienstwagen-Affäre: Demnach habe es bereits vor zwei Jahren einen Beschluss zur Anschaffung eines neuen Dienstwagens für Pehlke gegeben, der vom DSW-Aufsichtsrat gefällt würde – jenem Gremium, dessen Vorsitzender jener Ullrich Sierau ist, der plötzlich vorgibt, von der teuren Anschaffung überrascht zu sein und „der Sache nachgehen“ möchte. Und auch CDU-Parteifreund Ulrich Monegel hat offenbar keine Erinnerung mehr, wozu er seinerzeit im Aufsichtsrat die Zustimmung gab. Im positiven Fall, scheinen die beiden Herren an einem Gedächtnisverlust zu leiden – ob in der Politik dann aber weiterhin richtig aufgehoben sind, bleibt zu bezweifeln. Im negativen Fall lügen die SPD und CDU-Politiker der Öffentlichkeit jedoch dreist ins Gesicht – dann sind sie nicht nur falsch in politischen Ämtern, sondern müssen mit Nachdruck herausbefördert werden. Es ist zudem bedenklich, dass die Lokalmedien diese Vorgänge mit keinem Wort erwähnen.

Rolle der übrigen Parteien bisher unklar

Im DSW21-Aufsichtsrat sitzen zahlreiche Vertreter aus der Dortmunder Lokalpolitik. Neben CDU-Monegel und SPD-Sierau sind dies beispielsweise der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Schilf und seine Fraktionskollegen Monika Lührs, Heinz-Dieter Düdder, sowie Bernhard Klösel, der Linkspartei-Fraktionsvorsitzende Utz Kowalewski, FDP-Chef Lars Rettstadt, CDU-Politiker Udo Reppin und auch Ingrid Reuter, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund. Ausgerechnet jene Grünen, die aktuell versuchen, aus der Dienstwagen-Affäre politisches Kalkül zu schlagen und Pehlke eine stärkere Nutzung des ÖPNV nahelegen. Sollten sie jedoch seinerzeit der Neuanschaffung ebenfalls zugestimmt haben, wäre die späte Aufregung über den neuen Luxuswagen eine bezeichnende Doppelmoral. Bisher ist das Abstimmungsverhalten unklar, die Sitzungen finden nichtöffentlich statt. Durch die Brisanz der Affäre dürfte jedoch zeitnah Licht ins Dunkel gebracht werden und aus den Reihen der tatsächlichen Opposition im Dortmunder Stadtrat, der rechten Ratsgruppe, ist zu vernehmen, dass eine Nachforschung zu diesem Sachverhalt vorgesehen ist. Dann dürfte feststehen, wer die Verantwortung trägt, wer dazu steht und wer (wieder einmal) versucht, jede Schuld von sich zu weisen!

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10 Kommentare

  1. Typisch Neid-Nazis. Guntram Pehlke fährt also einen Audi SQ7 mit 435 PS, na und? Jeder Fernverkehr-LKW hat heutzutage 440 PS, also 5 PS mehr! Regt ihr euch also auch über die vielen LKW-Fahrer auf die ihren LKW von der Firma gestellt bekommen?

    • Steven Grohmann on

      dieser Kommentar könnte von Pehlke persönlich oder einen seiner Unterstützer verfasst sein. Die Arroganz und Kaltschneutzigkeit unserer politischen Elite gehört gestoppt. Es wird Zeit das, dass Allgemeine Volk sich endlich sich zum Generalstreik erhebt und dieser arroganten politik Elite die Schranken aufweist.

      • Die SPD hat die Dortmunder Kommunalwahl am 25. Mai 2014 mit großem Abstand vor der CDU (mehr als 10 Prozentpunkte) klar gewonnen.

        Die demokratischen Bürger Dortmunds gönnen folglich dem hart arbeitendem SPD-Genossen Guntram Pehlke seinen wohlverdienten Audi SQ7.

  2. achtcolaachtbier on

    Moin Moin,
    für das Volk 8,50 Euro Mindestlohn und oder Hartz IV, sich als die Vertreter für alle sozial-schwachen in der BRD
    aufspielen, aber für sich oder seine Genossen nur das Beste.
    Frei nach dem Motto Wasser predigen und Schampus saufen.
    Das rote **** gehört vor das BGH und verboten.

    Mkg

  3. Steven Grohmann on

    Guntram Pehlke ist SPD Mitglied, bei diesen Genossen ist die materielle Gier besonders ersichtlich. Dieser Genosse sitzt in ca. 16 Aufsichträten, Beiräten und Gesellschaften. https://correctiv.org/recherchen/filzdecke-ruhr/netzwerk/person/guntram-pehlke/
    Pehlke bekommt allein bei der DSW21 eine Vergütung von über 400.000 Euro jählich. Dafür steigen die Wasser/Abwassergebühren für die Bevölkerung ständig um horrenden Zahlungenan diese Herren zu ermöglichen. 90% der Bevölkerung wird in Altersarmut leben! Die schuldigen sind unsere Politik Elite.

  4. Typische DortmundEcho Verdrehung: Herr Pehlke ist Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke AG und erhält Gehalt durch die Stadtwerke AG, nicht durch die Stadt Dortmund. Warum das DE behauptet er bezöge Gehalt durch die “gebeutelte Stadt Dortmund” weiß nur Michael Brück.

    Der Steuerzahler könnte viel Geld sparen, wenn Aktionsgruppen “West” nicht den ganzen Vorort Dorstfeld beschmutzen und verkleben würden….wo bleibt also der Beitrag der Nazis zum Thema Geldsparen??

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