Milde Strafe für Hörder Kinderschänder, weil das DortmundEcho über den Prozess berichtete

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Gerade einmal vier Jahre und zehn Monate soll der Hörder Kinderschänder Voldemar M., der sich seit August 2017 vor dem Landgericht Dortmund verantworten musste und dem sexueller Missbrauch eines Kindes in mehr als 250 Fällen vorgeworfen wurde, ins Gefängnis. Am Dienstag (14. November 2017) wurde das Urteil bekanntgegeben. Ein Urteil, das deutlich unter der staatsanwaltschaftlichen Forderung von fünf Jahren und zehn Monaten blieb. Ein Urteil, das aus mehreren Gründen bedenklich ist und vor allem in einem Punkt schockiert: Der vorsitzende Richter der Jugenschutzkammer begründete die milde Entscheidung des Gerichtes vor allem mit einer hetzerischen Stimmungsmache, die angeblich durch das „DortmundEcho“ gegen den Angeklagten geschürt wurde und an Zeiten erinnern würde, die hoffentlich überwunden wären. Tatsächlich berichtete das „DortmundEcho“ als einziges, lokales Medium über den Prozess und gab einen umfassenden Einblick in den Prozessverlauf, gleichzeitig wurden die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten Voldemar M. jedoch großzügig ausgelegt, auf eine namentliche Erwähnung wurde verzichtet und sogar Bilder von M. “verpixelt” – obwohl die Rechtsprechung beides bei Verbrechern nicht immer als zwingend notwendig erachtet. Dass letztendlich die Berichterstattung eines Internetblogs ebenso als strafmildernd angesehen wird, wie der Protest der Partei DIE RECHTE, bei dem die Nachbarn über den Prozess gegen M. aufgeklärt wurden, ist verstörend: Noch während der Beweisaufnahme wurde beispielsweise bekannt, dass es seitens des Angeklagten den Versuch gegeben hatte, einer Freundin des missbrauchten Kindes mit Geschenken zu imponieren – es braucht dabei keine große Phantasie, was der Hintergrund dieser „Geschenke“ gewesen sein dürfte, die verdeutlichen, dass eben auch weitere Kinder, die sich im direkten Umfeld des Angeklagten aufhalten oder sogar in einem Vertrauensverhältnis mit ihm stehen, einer Gefahr ausgesetzt sein könnten. Die Information der Nachbarschaft war deshalb kann deshalb kein kriminalisierter Strafmilderungsgrund sein, sondern ist ein Akt der Zivilcourage, der im Übrigen in anderen Ländern durchaus üblich ist und dort sogar von staatlichen Stellen praktiziert wird.

Gerichtsfeste Überführung für 60 angeklagte Übergriffe

Verurteilt wurde M. für 60 der über 250 angeklagten Delikte – vermutlich wird die Zahl der tatsächlich begangenen Tagen höher liegen, führte der Richter zwar in seiner Urteilsbegründung aus, doch sei nur diese Zahl gerichtsfest nachzuweisen. Ähnlich, wie bei Drogendelikten, erfolgt eine Berechnung der Straftatenzahl bei Misshandlungen, die sich über mehrere Jahre erstreckt haben, nicht nach einer konkreten Zuordnung jeder einzelnen Tat zu einem bestimmten Datum, sondern nach einem Rechenschlüssel, bei dem die Regelmäßigkeit der Übergriffe zunächst bestimmt und anschließend auf die Zahl der erwiesenen Kontakte und „Gelegenheiten“ hochgerechnet wird. Ebenfalls in das Urteil eingeflossen ist auch der Besitz mehrere tausend kinderpornographischer Videos, die teilweise schwere Misshandlungen und Vergewaltigungen zeigen.

Beobachter zeigen Unverständnis über milde Bestrafung

Unter den anwesenden Zuschauern, darunter auch die Familie des missbrauchten Mädchens, die über eine Nebenklage anwaltlich vertreten worden war, herrschte Unverständnis für das milde Urteil. Ein Prozessbeobachter kritisierte, dass Meinungsdelikte in Deutschland zum Teil mit hohen Haftstrafen sanktioniert werden, während ein Kinderschänder, dessen Opfer bis heute in psychiatischer Behandlung ist, auf die Milde des Gerichtes vertrauen darf. Auf Unverständnis stieß auch die Kritik, die Berichterstattung des alternativen Mediums „DortmundEcho“ als Milderungsgrund aufzuführen, noch deutlicher war jedoch der Unmut, dass die lokale Presse, vor allem „Ruhr Nachrichten“, der „Westdeutsche Rundfunk (WDR)“ und „Radio 91.2“ den Prozess vollständig verschwiegen hatten. Information über brisante Strafverfahren am Landgericht Dortmund bleibt offenbar ehrenamtlichen Journalisten und ihren Unterstützern vorbehalten, die selbstredend auch nur einen Bruchteil der tatsächlich geführten Verfahren von öffentlichem Interesse begleiten können, während die etablierte Presse schweigt.

Verurteilter Kinderschänder könnte Haftverschonung erhalten

Ob der 66-jährige Kinderschänder überhaupt ins Gefängnis muss, erscheint fraglich: Bereits während des Prozesses war ein Verhandlungstag wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustandes verschoben worden, offenbar ist seine Situation weiterhin instabil. Gut möglich, dass er Haftverschonung beantragen könnte und bei einer weiteren Verschlechterung seiner Gesundheit dem Gefängnisaufenthalt, zumindest vorläufig, entgeht. Auch bei einem regulären Strafantritt winkt M. als jemand, der erstmalig im Strafvollzug inhaftiert ist, eine frühzeitige Entlassung: Bei einer Halbstrafe bereits nach 2 Jahren und 5 Monaten, bei Vollstreckung von zwei Dritteln der Strafe nach rund 3 Jahren und 2 Monaten. Nach wie vor befindet sich der gebürtige Kasache M. auf freiem Fuß, ein Haftbefehl wurde weder während des Prozessverlaufes, noch nach Urteilsverkündung, erlassen. Sollte M., der sich nach eigenen Angaben jährlich mehrere Monate in Russland aufhält, von einem seiner nächsten Urlaube nicht nach Deutschland zurückkehren, würde er seiner Strafe gänzlich entgehen. Ein Umstand, der momentan lediglich als theoretische Möglichkeit erscheint, in der Praxis aber eine verheerende Signalwirkung hätte und den Prozess zu einer Farce werden ließe.

Nachfolgend eine Übersicht über die Berichterstattung des „DortmundEchos“ zum Prozess gegen Voldemar M., bei welcher der intessierte Leser selbst entscheiden muss, ob es sich dabei um hetzerische Stimmungsmache handelt oder lediglich das berechtigte Informationsinteresse der Öffentlichkeit bedient wurde:

Über 250 Fälle von Missbrauch: Kinderschänder muss sich vor Landgericht verantworten! [Tag 1]
Hörde: Nationale Aktivisten holen Kinderschänder aus der Anonymität!
Kinderschänder-Prozess: Druck auf Angeklagten wächst [Tag 2]
3. Prozesstag gegen Hörder Kinderschänder: Angeklagter gesteht sämtliche Taten! [Tag 3]
Kinderschänder-Prozess: Angeklagter fehlt am 4. Prozesstag krankheitsbedingt [Tag 4]
Kinderschänder-Prozess: Während das Mädchen weint, lacht er auf der Anklagebank [Tag 5]
Kein Ende in Sicht: Kinderschänder-Prozess dauert an [Tag 6]
Milde Strafe für Kinderschänder gefordert, weil DIE RECHTE vor Haus demonstrierte! [Tag 7]

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6 Kommentare

    • #Kinderschänder in hohen Positionen der #BRD?
      BRD-Richter und BRD-Anwälte beim Sex mit Kindern gefilmt und dann damit erpresst?
      BRD-Staatsanwälte mit Sex bestochen?
      https://www.youtube.com/watch?v=CgVGDeM6Ojg

      Kindesmissbrauch und Afghanistan. Wie viele Afghanen mit derartigen Neigungen haben wir inzwischen, dank der Dämonkraten, im Land? Wie viele Dämonkraten haben selbst derlei Neigungen? Welche Dämonkraten waren ganz heiß darauf, im Zuge des Einsatzes in Afghanistan, dem Land und seiner “speziellen” Kultur einen Besuch auf Staatskosten abzustatten?
      https://www.youtube.com/watch?v=cNHaKAa6Mj4

      Die Dämonkratie muss weg!

  1. Ihrkönntmichallemal on

    Kann man den Wortlaut der richterlichen Erklärung irgendwo nachlesen? In unserer tollen Lokalpresse hab ich nich nix dazu gelesen.

    Da fällt einem ja echt nix mehr zu ein.

  2. Deutsche Rechtssprechung und die Justiz= wieder mal ein Witz!
    Zum Vergleich: Da werden Horst Mahler zur Kerkerhaft trotz schwerster gesundheitlicher Einschränkungen wegen seiner ANDEREN als der vorherrschenden und vordiktierten Meinung zu 8 Jahren Kerker verurteilt oder Frau Haverbeck mit 87 Lebensjahren eine “alte” ehrenwerte und tapfere Dame zu Kerker-Beugehaft verurteilt und so ein Schw…. geht fast frei aus dem Gerichts-Stall, oh, Sorry. ich meine Gerichtssaal… .-) .

  3. achtcolaachtbier on

    Moin Moin,
    @Berthold, hat er den Trumpf NAZI ( anständige Deutsche ). Es hat jemand (NAZIS) gewagt so eine
    Bagatelle an die große Glocke zu hängen. Es geht hier nicht um eine schwere Straftat wie Spukis kleben,
    sondern um was alltägliches. Selbst für die Justitz offensichtlich kein Problem, da sieht man mal wieder
    wo Prioritäten gesetzt werden und wie diese Damen und Herren veranlagt sind.

    MkG

  4. Guten Morgen Kameraden, guten Morgen Heiko,
    über das Urteil brauche ich kein Wort zu verlieren, nicht angemessen. Ich kann nicht verstehen das die Dortmunder Bevölkerung noch so ruhig bleibt? Bei den zugegebenen Fällen des sexuellen Mißbrauchs plus Dunkelziffer, an den Kindern ist vermutlich auch von einer hohen Rückfallquote auszugehen.
    Es fallen oftmals Juristen und Pfaffen, mit milden Strafen bzw. einer schleppenden Aufklärungsarbeit bei sexuellen Kindesmißbrauches auf, komisch. Ich werde den Personen jetzt wieder öfter mal die, wenn sich die Gelegenheit ergibt, Wahrheit ins Gesicht sagen.

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