Abteilung peinlich: Die Bundespolizei und eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube

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Der Alltag eines Bundespolizisten muss ziemlich langweilig sein: Während hunderttausende von Asylbewerbern ohne Kontrollen über die deutschen Außengrenzen kommen und sich Bahnhöfe zunehmend durch einen massiven Kriminalitätsanstieg zu Angsträumen entwickeln, kontrollieren die Beamten in Dortmund Passanten, bei denen sie eine rechte Gesinnung vermuten. Am Montagabend (8. Januar 2018) gelang den Bundespolizisten dabei ein echter „Volltreffer“ – zumindest dürfte den Beamten auf der Beamten auf der Wache am Hauptbahnhof das Schulterklopfen ihrer Kollegen sichergewesen sein. Was war passiert? Gegen 22.00 Uhr wurde zwei Männer im Rahmen einer Routinekontrolle von Bundespolizisten im Hauptbahnhof gesucht, wobei u.a. ein völlig legales Pfefferspray gefunden wurde, das jeder Bürger Deutschlands mit sich führen darf, sowie eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube. Diese Sturmhauben erfreuen sich in der nationalen Bewegung großer Beliebtheit und werden nicht nur für stilechte Poserfotos genutzt, sondern zunehmend etwa auch als Witterungsschutz beim Fahrrad- oder Motorradfahren. Doch solche Überlegungen kamen den Bundespolizisten offenbar nicht in den Sinn: Sie beschlagnahmten die Sturmhaube und feierten sich selbst mit einer Presseerklärung, die mit dem Stichwort peinlich wohl noch höflich umschrieben ist.

Bezug zu zurückliegender Körperverletzung wird konstruiert

Normalerweise hätte es freilich keine Handhabe gegeben, die schwarz-weiß-rote Sturmhaube zu beschlagnahmen, allenfalls aus gefahrenabwehrenden Gründen vorübergehend einzuziehen, wobei des Gründe nachgewiesen werden müssten. Nicht so bei den findigen Ermittlern der Bundespolizei: Angeblich habe es bereits am 30. Dezember 2017 am Nordausgang eine Auseinandersetzung gegeben, bei denen die Täter durch Sturmhauben vermummt gewesen seien und bei der ein politischer Hintergrund vermutet würde. Abgesehen davon, dass nicht einmal erwähnt wird, ob es sich um schwarz-weiß-rote Sturmhauben gehandelt hat oder herkömmliche, schwarze Sturmhauben, ist die Indizienkette freilich nicht wirklich stichhaltig: Solche Sturmhauben sind frei verkäuflich, dürfen erworben und im öffentlichen Raum mitgeführt werden und sind sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal. Ansonsten müsste jeder kontrollierte Drogenkonsument, bei dem ein Tütchen Gras gefunden wird, schließlich auch als Tatverdächtiger für sämtliche, Wochen zurückliegende Drogenverkäufe im Bahnhofsumfeld gelten – das ist freilich unrealistisch, aber dieser „Logik“ folgt die Bundespolizei.


Solche Sturmhauben kann die Bundespolizei zukünftig auch einfacher bestellen,
z.B. direkt bei www.patrioten-propaganda.net

Letztendlich wollte die Bundespolizei offenbar ein paar kurze Momente der Medienaufmerksamkeit haben. Wem diese Medienaufmerksamkeit egal ist, der aber lieber etwas greifbares in den Händen halten möchte, der schaut beispielsweise auf www.patrioten-propaganda.net vorbei, dem nationalen Versandhandel aus Dortmund. Unter anderem dort – aber auch bei diversen weiteren Versänden – sind schwarz-weiß-rote Sturmhauben in den Fahnen des Kaiserreiches für kleines Geld erhältlich. Aber Vorsicht: Beim Tragen im Hauptbahnhof muss offenbar mit Personenkontrollen und hysterischen Polizeibeamten gerechnet werden…

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