Eklat beim BVB-Prozess: Aubameyang lässt sich krankschreiben, soll aber beim Medizincheck in London sein

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Das Landgericht Dortmund muss jetzt beweisen, dass es in Deutschland – trotz zahlreicher Negativbeispiele – keine Zweiklassenjustiz mit Promibonus gibt: Am Montag (29. Januar 2018) wurde vor dem Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen „BVB-Bomber“ Sergej W. fortgesetzt, u.a. schilderte der verletzte BVB-Spieler Marc Bartra, welche Verletzungen und Todesängste er bei dem Sprengstoffanschlag erlitten habe. Doch die eindrucksvolle Aussage geriet fast in den Hintergrund: Nicht nur bei der Borussia selbst, sondern jetzt auch bei der deutschen Justiz, sorgt BVB-Stürmer Pierre Emerick Aubameyang für Ärger. Aufgrund der anhaltenden Wechselgerüchte, die sich momentan zu bestätigen scheinen, sollte der Stürmer bewusst zu einem frühen Zeitpunkt des Verfahrens vernommen werden. Statt jedoch, wie geladen, am Montag vor Gericht zu erscheinen, ließ sich Aubameyang vom BVB-Mannschaftsarzt krankschreiben, er sei angeblich aus medizinischen Gründen verhandlungsunfähig, verschiedene Medien, u.a. die Bildzeitung, berichteten von einem „fiebrigen Infekt“, mit dem Aubameyang zuhause im Bett liegen soll. Doch das könnte eine Lüge sein, die nicht nur für den Stürmer selbst, sondern auch für den BVB-Mannschaftsarzt Schwierigkeiten bereiten dürfte: Wie das Magazin „RTL West“ au seiner Facebook-Seite berichtet, soll Aubameyang nicht einmal in Deutschland sein, er sei am Montag zum Medizincheck nach London geflogen. Sollte sich diese Aussage bewahrheiten, wäre es ein Schlag ins Gesicht aller rechtschaffenden Bürger, die ihren gesetzlichen Ladungsfristen bei Gericht regelmäßig nachkommen, selbst, wenn berufliche oder private Verpflichtungen diesen entgegenstehen. Auch aus Sicht seiner Mannschaftskameraden dürfte das Verhalten zumindest unkollegial sein: Die Aufklärung eines mutmaßlichen Mordanschlages, der sich immerhin auch gegen ihn selbst gerichtet hat, scheint den 28-Jährigen weniger zu interessieren, als die Wechselabsichten nach Großbritannien.

Ordnungsgeld wird geprüft, Vorführung wäre angemessen

Gegenüber „RTL West“erklärte ein Sprecher des Landgerichtes, die Staatsanwaltschaft hätte bereits die Verhängung eines Ordnungsgeldes von 1000 Euro angekündigt. Diesen Betrag würde Aubameyang wohl aus der Portokasse zahlen. Um den Verfahrensverlauf zu sichern und sich insbesondere nicht an der umgangssprachlichen Nase herumführen zu lassen, wäre es angebracht, die polizeiliche Vorführung zum nächsten Verhandlungstag anzuordnen. Und wenn sich Aubameyang dieser Vorführung sogar entziehen sollte, bleibt als letztes Mittel nur die vorübergehende Festnahme bis zum nächsten Verhandlungstag. Andernfalls drängt sich der Verdacht auf, dass bei BVB-Spielern mit einem anderen Maßstab gemessen wird, als bei der Normalbevölkerung.

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