Weichen Richtung CDU-light gestellt: „Der Mann mit dem Koffer“ führt AfD-Kreisverband an

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Am Sonntag (14. Januar 2018) führte die Dortmunder AfD ihre Jahreshauptversammlung durch und stellte die Weichen für ihr zukünftiges Wirken. Nachdem es den Afd-Mitgliedern bei der letzten Mitgliederversammlung gelungen war, die verbürgerlichte und stets um Anbiederung an das etablierte Parteienkartell bemühte Ratsfraktion gänzlich aus dem Vorstand herauszuhalten, kehren sich die Verhältnisse knapp anderthalb Jahre später um. Angeführt wird der Kreisverband ausgerechnet von Andreas Urbanek, der nicht nur zusammen mit seinen Fraktionskollegen Heiner Garbe und Peter Bohnhof die Forderung nach einem Parteiausschluss gegen den nationalkonservativen Parteigenossen Björn Höcke öffentlich unterstütze, sondern bei den Sitzungen der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord regelmäßig durch Verhaltensweisen auftritt, die selbst von seinen Parteifreunden hinter vorgehaltener Hand als „beschämend“ und „peinlich“ bezeichnet werden: Um seine Abgrenzung nach „rechtsaußen“ zu unterstreichen, stellt Urbanek regelmäßig einen großen Metallkoffer auf den Tisch zwischen ihm und seinem Sitznachbarn in der Bezirksvertretung, dem DIE RECHTE – Politiker Siegfried Borchardt. Während Urbanek mit den Blockparteien einen herzlichen Umgang pflegt, scheint ihm der Nationalist verhasst zu sein. Doch damit nicht genug: Im März 2016 sorgte Urbanek überregional für Empörung, als er eine Solidaritätserklärung der Bezirksvertretung mit dem linken Zentrum „Black Pigeon / AZ Dortmund“ unterstütze, das nicht nur Ausgangsort für verschiedene Aktionen gewesen ist, die sich auch gegen die AfD richteten, sondern sogar durch den Verfassungsschutz beobachtet wird. Wenn die Dortmunder AfD zukünftig einen solchen Frontmann ins Rennen schickt, ist dies als klare Absage an die fortschrittlichen, nationalgeprägten Kräfte in der Partei zu sehen.

Kollegen der Ratsfraktion komplettieren Vorstand

Mit Heiner Garbe und Peter Bohnhof befinden sich auch die zwei weiteren Mitglieder der AfD-Stadtratsfraktion im Bezirksvorstand – jener Fraktion, welche der Errichtung mehrerer Asylheime in Dortmund zustimmte und erst begann, ein abweichendes Stimmverhalten an den Tag zu legen, als die Dortmunder AfDler wegen des bundesweiten „Rechtsruckes“ ihrer Partei zunehmend von den Blockparteien angefeindet wurden. Komplettiert wird der Vorstand durch den Hörder Bezirksvertreter Hartmut Halberstadt, der bereits Anfang der 2000er-Jahre in der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau am Grimmelsiepen aktiv gewesen ist, dem ein ehrliches Engagement für deutsche Interessen zu unterstellen ist und der – wie der ebenfalls gewählte Bernd Hempfling – bereits zuvor dem Kreisvorstand angehörte. Neudeutsche „Newcomer“ im Kreisvorstand sind zudem Wlodzimierz Zrodlowski und Sascha Strauss. Ob es dem – abgesehen von den parlamentarischen Aktivitäten – vergleichsweise inaktiven Kreisverband Dortmund gelingt, zukünftig im öffentlichen Diskurs stärker in Erscheinung zu treten, bleibt abzuwarten. Noch spannender wird aber die Frage sein, ob unter einem Andreas Urbanek ernsthafte Oppositionspolitik zu erwarten ist oder die inhaltlichen Übergänge zu den etablierten Blockparteien (wieder) verschmelzen.

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3 Kommentare

  1. Die AfD ist ein neoliberaler Wolf im patriotischen Schafspelz und ein Trijanisches Pferd für systemkonforme Wirtschaftspolitik.
    Die AfD wird niemals eine echte Alternative, solang sie ihre neoliberalen und systemkonformen Wurzeln nicht kappt und die Zusammenarbeit mit nationalen Parteien und außerparlamentarischen Organisationen, wie Pegida oder der IB ablehnt. Solange wirtschaftsliberale Kapitalisten und neoliberale Karriereristen wie Meuthen, Weidel und Co. in der Partei einen Platz haben, bleibt die AfD für Deutsche, die die “Nationale Solidarität” groß schreiben, “national und sozial” zusammen denken und die herrschende, parlamentarische Parteiendemokratie ablehnen, unwählbar.

  2. Die AfD hat also einen Beisitzer, mit Namen Wlodzimierz Zrodlowski. Wenn dieser Mann ein Deutscher, ein Oberschlesier wäre, hätte er seinen Vornamen schon längst auf Waldemar umgeschrieben. Er ist also ein Pole in einer deutschen Partei, – denn die oberschlesischen Spätaussiedler haben schnellstens ihren erzwungenen polnischen Namen eindeutschen lassen.

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