Brechten: Fahnenstreit in der Kleingartenanlage – Wie politische Ausgrenzung funktioniert

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Die Kleingartenanlage am Weckweg in Brechten, auf den letzten Metern der Dortmunder Stadtgrenze Richtung Lünen, ist eigentlich ein idyllischer Ort. Ein Ort, an dem Entspannung und entspannte Nachbarschaft an erster Stelle stehen sollten. Doch seit einigen Wochen hängt der Haussegen gehörig schief: Ein Ehepaar, welches seit vielen Jahren in der Anlage ansässig ist und bisher rundum akzeptiert und beliebt gewesen ist, berichtet über Diffamierungen und verbale Angriffe, die plötzlich aufgetreten wären. Ab dem Tag, an dem über der Gartenparzelle eine schwarz-weiß-rote Fahne des deutschen Kaiserreichs wehte. Plötzlich berichtete die Lokalpresse in Lünen über einen angeblichen „Nazigarten“, während der Evinger Bezirksbürgermeister Oliver Stens das Ehepaar zu einer Art „Tribunal“ einlud, an dem Vertreter der Linkspartei, Grünen und SPD, sowie eine Abordnung des Stadtgärtnerverbandes teilnahmen. Ziel dieser Einschüchterungskulisse war es, darauf hinzuwirken, die Fahne wieder einzurollen. Wohlgemerkt: Eine Fahne des Kaiserreichs, die in Deutschland nicht verboten ist, ganz im Gegensatz etwa zu Fahnen der PKK oder anderer, kurdischer Terrororganisationen, die an so manchem Garten der nördlichen Innenstadt zu finden sind.

Auch die Österreichfahne führt wieder zu Konflikten

Letztendlich lenkte das betroffene Ehepaar ein und entschied sich dazu, als Zeichen der Konfliktbeilegung die schwarz-weiß-rote Kaiserreichsfahne gegen eine Österreichfahne auszutauschen – beide kommen ursprünglich aus dem Gebiet der Republik Österreich. Doch auch das stieß auf wütende Reaktionen, insbesondere nach der Länderspielniederlage der BRD-Mannschaft gegen die Ostmark am 2. Juni 2018 kam es zu weiteren Anfeindungen. Freilich weiterhin gedeckt von der Lokalpolitik, die offenbar keinerlei Probleme damit hat, politisch Andersdenkende – bei minimalen Abweichungen von der herrschenden Meinung – anzufeinden. Aktuell gibt es sogar Drohungen, den Garten verlieren zu müssen. Dafür würde freilich ein offizieller Bescheid der Stadt Dortmund bzw. des Gartenvereines benötigt, wogegen auch rechtliche Schritte möglich sind. Es ist jedoch bezeichnend, wieviel Aufmerksamkeit eine legale Fahne in einem Kleingarten verursacht, während die gesamte Stadt Dortmund zunehmend zu einem multikriminellen Moloch verkommt. Aber es ist auch leichter, sich an Nichtigkeiten hochzuziehen und Stimmung gegen kritische Zeitgeister zu betreiben, als die Missstände endlich anzugehen oder gar zu lösen…

Das „DortmundEcho“ wird über den weiteren Verlauf des Fahnenstreits in der Kleingartenanlage zu gegebener Zeit nachberichten.

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