Eine Woche nach Mord in Bövinghausen: Das ist über Täter, Motivation und Hintergründe bekannt

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Am Dienstagmittag (5. Juni 2018) wurde ein 66-Jähriger in seiner Wohnung an der Provinzialstraße in Bövinghausen ermordet, der Täter flüchtete mit dem PKW des Opfers und wurde später im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen der Polizei aufgegriffen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft, es handelt sich um den 40-jährigen Nachbarn des Getöteten. Während die Presse insbesondere über die laufenden Fahndungsmaßnahmen ausführlich und mit Livemeldungen berichtete, sank der Informationsfluss parallel zur Festnahme des Täters drastisch ab. Die Hintergründe der Tat, Details aus der Biographie des Mörders oder seine Motivation sind aber sicherlich für die Öffentlichkeit interessant, zumal ein Mord – selbst im sozialdemokratischen Dortmund – nicht alltäglich ist.

Täter stammt aus Wickede und ist als gewalttätig bekannt

Mittlerweile liegen konkrete Informationen über Abläufe und Details der Tat vor. Bei dem Mörder handelt es sich demnach um Markus Tr., der gebürtig aus Wickede stammt und eine hohe, wenngleich zweifelhafte Bekanntheit im Stadtteil genießt. Er gilt als sehr gewaltig, aber auch einfach gestrickt und wird von flüchtig Bekannten als primitiv wirkend beschrieben. In den letzten Jahrzehnten seine Lebens verbrachte er die meiste Zeit wegen nahezu sämtlichen Straftaten im Bereich der Kleinkriminalität in Haft, zudem werden ihm eine niedrige Hemmschwelle bei der Begehung von Gewaltdelikten, sowie ein Alkoholproblem nachgesagt. Tr., der gerade einmal 1,70 m groß ist und bereits mit seinem Erscheinungsbild – Glatze, Schnurrbart, weißes Unterhemd und Jogginghose, 90er-Jahre-Nikeschuhe – auffällt, ist ursprünglich im Wickeder Meylantviertel aufgewachsen und besuchte die Hauptschule Wickede.

Opfer soll seinen PKW regelmäßig verliehen haben

Zu den Hintergründen der Tat liegen auch weitere Details vor, welche die lokalen Massenmedien offenbar entweder für unwesentlich halten oder die schlichtweg unbekannt sind. Demnach soll der 66-jährige Rentner seinen PKW, das spätere Fluchtfahrzeug von Markus Tr., regelmäßig an seinen Nachbarn, der seit seiner Haftentlassung Mitte 2017 in Bövinghausen wohnte, ausgeliehen habe. Auch am Tattag wollte Tr. das Fahrzeug leihen, was von dem später Ermordeten jedoch (aus bisher unbekannten Gründen) verweigert worden sein soll. Die Ablehnung nicht verkraftend, soll es zu der brutalen Gewalttat gekommen sein, bei welcher Tr. anschließend die Schlüssel des Fahrzeuges, einem weißen Mitsubishi-PKW, an sich nahm und Richtung Wickede flüchtete.

Ob die Ermittlungen weiterhin wegen eines Raubmordes laufen oder eine Aneignungsabsicht für den PKW nach bisherigem Stand nicht festgestellt worden sind, ist unbekannt und wird sich vermutlich erst im Rahmen des Prozesses, der im letzten Quartal 2018 vor dem Landgericht Dortmund stattfinden dürfte, herausstellen. Zu hoffen bleibt, dass die lokalen Medien zumindest dann ihrem Job nachgehen und der Stadtöffentlichkeit in angemessenem Umfang berichten.

Bild: Polizisten sichern den Tatort an der Provinzialstraße

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