Dorstfeld: Innenminister Reul stellt Aussteigerprogramm für Rechte bei peinlichem PR-Besuch vor

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Freitagnachmittag (14. Dezember 2018), Wilhelmplatz, Dortmund-Dorstfeld. Viel ist nicht los auf den Straßen, doch auf dem Marktplatz tummeln sich drei, vielleicht sogar vier Dutzend Personen um eine mobile Plakatwand. Unter ihnen befinden sich prominente Vertreter der hiesigen Polizeibehörde, u.a. Polizeipräsident Gregor Lange (SPD), diverse Polizisten in zivil, einige Journalisten und auch Personenschützer des Landeskriminalamtes, um den nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul (CDU), sowie den Chef des Verfassungsschutzes, Burkhard Freier (SPD) zu begrüßen. Reul gab sich bei dem angekündigten Medientermin die Ehre, um eine Plakatserie des Aussteigerprogramms „Spurwechsel“ vorzustellen, das sich an verschiedene, politische Gruppen richtet, u.a. Islamisten, aber eben auch „Rechtsextremisten“, weshalb der Standort Dorstfeld für die Präsentation ausgesucht wurde. Empfangen wurde Reul auch von dem Bundesvorsitzenden der Partei DIE RECHTE, Sascha Krolzig, der ihn per Handschlag begrüßte und im nationalgeprägten Stadtteil willkommen hieß.

Die Spurwechsel-Karawane zieht weiter…

In einer kurzen Rede stellte Reul das „Spurwechsel“-Programm, das seit Anfang November 2018 angelaufen ist, kurz vor, wobei der Wortbeitrag für einen etablierten Politiker vergleichsweise zurückhaltend war und immerhin die Gefahr des Linksextremismus an mehreren Stellen ebenfalls Erwähnung fand. Im Rahmen der Presse-Fragerunde nutzte Sascha Krolzig die Gelegenheit, nachzufragen, ob auch Plakate gegen Linksextremismus geplant seien, was Reul bejahte. Falls dafür Hilfe beim Plakatieren gebraucht wird, kann er sich gerne wieder in Dorstfeld melden… Nicht fehlen durfte auch der unvermeidliche Wortbeitrag von Gregor Lange, der Polizeipräsident brüstete sich mit Erfolgen „gegen Rechts“, wobei er die jüngste Festnahme von Steven Feldmann, sowie den Haftantritt von Siegfried Borchardt ebenso hervorhob, wie Strafverfahren, die gegen die Bundesvorsitzenden der Partei DIE RECHTE, Michael Brück und Sascha Krolzig, eingeleitet worden seien. Es schien fast, als könne er sich vor Begeisterung kaum halten, mit fragwürdigen Verfahren gegen den Vorstand einer Partei vorzugehen, was durchaus aussagekräftig für das Demokratieverständnis von Lange ist.

Übrigens: Das Spektakel war nach den Reden noch nicht vorbei, im Anschluss setzte sich eine Karawane aus Polizei- und Innenministeriumsfahrzeugen in Bewegung, mit dem mobilen Plakatwagen in der Mitte. Für die Kameras wurde noch eine Runde durch die Emscher- und Thusneldastraße gedreht, in der zahlreiche Nationalisten wohnhaft sind, ehe sich der illustre Tross auflöste. So manch ein Beobachter quittierte die Szenerie mit einem Kopfschütteln, was sicherlich eine naheliegende Bewertung für das inszenierte Spektakel gewesen ist.


Luhmann, Lange, Freier und Reul im Rampenlicht


Die Karawane zieht weiter …


… der Reul hätt Doosch?!

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