Landgericht: Prozess gegen somalischen Piraten hat begonnen!

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Dortmund hat seinen ersten Piratenprozess. Nein, keine Sorge, angeklagt ist kein Funktionär der marginalisierten Splitterpartei (und auch nicht der ehemalige Pirat Robert Rutkowski), es geht stattdessen um „echte“ Piraterie. Mit Schiffen, auf dem Meer. Angeklagt ist ein 41-jähriger Mann, Mohamed S., dem vorgeworfen wird, an einer Schiffsentführung beteiligt gewesen sein. Die Anklage ließt sich, wie aus einem Actionfilm: Bereits im Mai 2013 soll demnach ein Öltanker südöstlich des Oman von somalischen Piraten angegriffen worden sein, die mit Schnellboten auf den Tanker zurasten und mit AK47-Sturmgewehren das Feuer eröffneten. Anschließend nahmen sie die Besatzung des Tankers über 10 Monate (!) als Geiseln und verbrachten das Schiff an die somalische Küste – nachdem sie die Erschießung der Geiseln androhten, floß seitens der Reederei eine Lösegeld von 13 Millionen Dollar.

Angeklagter kam als Asylbewerber nach Deutschland

Bei dem Angeklagten, der sich seit Mittwoch (5. Juni 2019 vor dem Landgericht verantworten muss, soll es sich seinerzeit um ein Mitglied der Piratenbande gehandelt haben, er habe zudem später als Koch für die Versorgung der Gefangenen Verantwortung getragen und einen unbekannten Anteil am Lösegeld erhalten. Er reiste im Jahr 2014, kurz nach seiner Tätigkeit als Pirat, als Asylbewerber nach Deutschland ein und wurde Ende 2018 festgenommen, nachdem er von einem ehemaligen Piratenkumpanen in einem anderen Verfahren belastet wurde – seither sitzt Mohamed S. in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn ist bereits bis Mitte Juli 2019 terminiert, weitere Prozesstage könnten folgen – bei einer Verurteilung drohen S. wegen erpresserischen Menschenraubes bis zu zehn Jahre Haft. Und theoretisch auch nach Verbüßung der Strafe eine Abschiebung in die Heimat, aber Abschiebungen werden ohnehin in den seltensten Fällen umgesetzt.


Immer wieder kommt es am Horn von Afrika zu Attacken neumodischer Piraten

Alle Informationen aus Dortmund direkt aufs Mobiltelefon? Tragen Sie sich in den Telegram-Rundbrief oder den DortmundEcho-Mailrundbrief ein, mit dem sie keinen Artikel mehr verpassen! Wenn Sie darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen relevante Termine oder bundesweite Meldungen erhalten möchten, tragen Sie sich in den Mailverteiler "Infobrief.nw.an" ein!

Verbreiten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar