Backpulver-Brief: Immer wieder dieser Marcus Arndt…

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Es war einmal – so könnte das Märchen von Marcus Arndt beginnen. Es war einmal ein Anti-Rechts-Journalist, der Ende 2014 in Dortmund erstmals in Erscheinung trat und dessen Name eigentlich niemandem ein Begriff war. Später wird bekannt, was dieser Journalist, nennen wir ihn Marcus Arndt, all die Jahre zuvor getrieben hat – eine lange Reihe an Straftaten hat sich in seinem Führungszeugnis angesammelt, er saß sogar im Gefängnis, diverse Verurteilungen wegen Betrugsdelikten, aber auch wegen dem Missbrauch von Notrufeinrichtungen, prägten seinen Lebensweg. Doch das interessiert zunächst nur wenig, denn Marcus Arndt gerät erstmals Ende 2014 in die Schlagzeilen, als Todesanzeigen mit den Namen einiger Journalisten, die seit mehreren Jahren über die „rechte Szene“ in Dortmund berichten, im Internet auftauchen, außerdem der Name von Marcus Arndt. Zufällig in einer Welle der Berichterstattung über angeblich rechte Drohungen gegen Journalisten. Fast drängt sich der Eindruck auf, zur richtigen Zeit die Öffentlichkeit gesucht zu haben und als Folge dieser „Todesanzeigen“ ist Marcus Arndt ein gefragter Mann, es gibt Presseberichte über ihn und er ist endlich jemand. Zumindest in seiner Welt. Selbst die Staatsanwaltschaft kommt langsam ins Zweifeln und vermutet, dass es sich bei den „Todesanzeigen“ um eine False-Flag-Aktion handeln könnte. Nutznießer wäre? Na, da kommt Ihr nie drauf.

Die linke Szene distanziert sich von Arndt

Doch die Aufmerksamkeit erlischt schnell. Da, ja plötzlich wird Marcus Arndt im März 2015 in der Nähe des Ostentors von Vermummten überfallen, die ihn angeblich mit Pflastersteinen bewerfen, todesmudig stellt sich Arndt mit einer Gaspistole entgegen – am Ende gibt es zahllose Widersprüche in den Schilderungen von Arndt, trotz Einsatz einer Sonderkommission kann kein Täter ermittelt werden. Wenn es diese überhaupt gegeben hat. Vor Gericht landet letztendlich Arndt, der die Gaspistole zuvor auf einer Demonstration mitgeführt hat, er wird zu einer Geldstrafe verurteilt, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wird. Mitte 2015 ist es dann selbst für die linken Kreise in Dortmund zuviel, offen wird vor den zahlreichen Widersprüchen in der Biographie von Marcus Arndt gewarnt. Aus gutem Grund, wie sich später zeigen sollte.


Marcus Arndt mit seiner Rechtsanwältin als Angeklagter vor dem Dortmunder Landgericht

Zwischen Nordstadtblogger, WDR und Nazi-Mitbewohner

Arndt findet irgendwann Anschluss, zunächst vor allem an die Nordstadtblogger um Alexander Völkel, später wird er auch regelmäßig an der Seite des WDR-Journalisten Christof Voigt unterwegs sein. Arndt begleitet nahezu jede rechte Versammlung, wird aber letztendlich (auch wegen seinen begrenzten, journalistischen Fähigkeiten) nicht ernst genommen. In den Fokus gerät er aber Mitte 2018, als bekannt wird, dass er seit mehreren Jahren in einer 1-Zimmer-WG mit dem damaligen Vorsitzenden des DIE RECHTE – Kreisverbandes Unna, Joel Herget, gelebt hat. Zunächst streitet Arndt alles Vorgebrachte ab (während Joel Herget die gemeinsame Wohnung umumwunden einräumt, sich aber über die Hintergründe weitestgehend ausschweigt), später wird Arndt behaupten, er habe Herget beim Ausstieg aus der rechten Szene unterstützen wollen. Komischerweise war der gerade erst am Beginn einer Parteikarriere, als die Partei durch die bekanntgewordenen Lebensumstände von Herget die Reißleine ziehen musste. Heute ist Herget übrigens Verfechter einer Querfront im Sinne der Gebrüder Strasser, dem Linken Flügel der NSDAP. Ausgestiegen sieht wahrlich anders aus.

Und plötzlich kommt der Backpulver-Brief

Obwohl regelmäßig bei Aktivitäten der „rechten Szene“ in Dortmund (und auch manchmal darüber hinaus) präsent, wird es im Laufe der Zeit wieder ruhiger um den 48-jährigen Arndt, es scheint ihn keiner richtige Beachtung zu schenken. Und dann scheint wieder die große Stunde geschlagen zu haben: Am Mittwochnachmittag (3. Juli 2019) wird bekannt, dass Arndt einen Brief mit einer weißen, zunächst unbekannten Substanz erhalten haben soll, bei der es sich um Backpulver handelt (wie sich später herausstellte). Ein ABC-Einsatz wird ausgelöst, sein Wohnort in Brackel abgesperrt und Arndt in ein Krankenhaus geliefert – vorsorglich, heißt es. Auch ein Mitarbeiter des WDR (vermutlich Christof Voigt) soll einen identischen Brief erhalten haben, der jedoch an den Sitz des WDR in Brünninghausen und nicht an dessen Privatanschrift zugestellt wurde. Und nun, liebe Leser, überlegt euch: Wer profitiert in der Hysterie nach dem Kasseler Mord an Walter Lübcke, in der neu aufgeflammten Debatte über „rechte Gewalt“ von einem solchen Backpulver-Brief?! Wer kann sich wieder vor die Kameras stellen und darüber berichten, wie gefährdet seine Person sei?! Na… Und dann führt euch all die Widersprüche der letzten Jahre, die an dieser Stelle nur auszugsweise dokumentiert worden sind und für die es eine Vielzahl weitergehender Artikel gibt, vor Augen. Es drängt sich ein Verdacht auf, wer hinter diesen Briefen stecken könnte. Beweisen lässt sich das – zumindest von außen – nicht. Und ob die Ermittlungsbehörden ein Interesse haben, nach all den Jahren und zahllosen Widersprüchen die vielen Puzzleteile im Leben des Marcus Arndt zusammenzutragen, um die Spuren weiter zu verfolgen, ist unwahrscheinlich. Zumindest die kritische Öffentlichkeit wird aber an der Geschichte der Backpulver-Briefe zweifeln. Möglicherweise zurecht.

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11 Kommentare

  1. Das ist so typisch links. Ich meine das ganz ohne Ironie. Linke scheinen eine Obsession zu haben, “rechte Straftaten” zu begehen, damit sie auf die “bösen Rechten” zeigen können.

  2. RHUR NACHRICHTEN, 03.07.2019:

    “Auf der Rückseite der Briefe war laut WDR als Absender eine Hilfsorganisation für Neonazis angegeben.”

    Das ist natürlich ein deutlicher Beweis der nicht zu widerlegen ist. Gut das wir eine extremst fähige Polizei in Dortmund haben, einer Verurteilung dieser “Hilfsorganisation für Neonazis” steht jetzt nichts mehr im Wege!

  3. An Arndt hatte ich auch als erstes gedacht, als ich die Sache in den Medien gelesen habe. Der Mann soll ein Schlitzohr sein.

  4. Herman the German on

    Der Grundgedanke von Herget, mit dem sich die Band “Moshpit” in “Wir oder sie” schon auseinandergesetzt hat, mag in mancher Hinsicht nicht falsch sein. Dennoch gibt es trotz vieler wichtiger Schnittpunkte auch gewaltige Unterschiede. Die wollen mit uns nicht auf die Straße gehen und ich nicht mit Leuten, die Abschiebungen von Mördern und Vergewaltigern verhindern, bloß weil das Abschiebeland Afghanistan heißt.
    Auch mit dem Begriff “Volkstod” können Menschen, die sich gegen Grenzen und Nationen aussprechen bzw. für die es keine kulturellen Unterschiede zu geben scheint, nichts anfangen.
    Bei Herget scheint es mir eher eine Art Schizophrenie zu sein, weil er zwischen Links und Rechts hin und her gerissen zu sein scheint. Zum einen seine rechte Gesinnung, zum anderen die Sympathie nach Links, weil die ehemaligen Kameraden, die ihn aussortiert haben einfach auch nicht das Wahre sein können.
    Zu der anderen im Artikel thematisierten Person verliere ich kein einziges Wort! Diese war medial nicht mehr präsent und wird es auch glücklicherweise nicht mehr sein. Brück hat den damals sinnbildlich BEERDIGT.

    • Mit Profiteuren (ob geistig und oder finanziell) von diesem System zusammen auf die Straße?
      Mit Volksmördern zusammen auf die Straße?

      Die Unrechten wollen auch mit “uns” gar nicht zusammen etwas machen. Inzwischen wird davon geredet, dass Systemlinge nicht mehr in einen Fahrstuhl einsteigen, indem sie einen Aufrechten ausgemacht haben wollen.

      Die Unrechten WOLLEN das System genau so wie es ist erhalten, weil sie Nutznießer (wenn auch nur geistig) von diesem ganzen irren Konstrukt sind. In Wahrheit WOLLEN die Unrechten, dass die “deutschen” Waffenexporte weiter gehen, die WOLLEN, dass Ausländer im Mittelmeer massenweise ertrinken, die WOLLEN Krieg im Ausland.
      Jawohl ganz im ernst. Und zwar weil sie finanziell und geistig davon profitieren. Da können auch 500 Millionen über die Wupper springen, dass stört die nicht. Im Gegenteil, dass schlachten sie dann aus und können sie für ihre Zwecke instrumentalisieren. Deswegen freuen die sich insgeheim über jeden ertrunkenen Ausländer im Mittelmeer und jeden ermordeten Politiker. Hauptsache es wird publik gemacht und man kann es emotional missbrauchen, um gegen Deutsche zu hetzen und davon monetär zu profitieren. Schließlich ist der “Kampf gegen das Recht” und die Asylindustrie ein lukratives Geschäft geworden.

      Für die kriminelle Seenotschlepperin wurde in kurzer Zeit 1,3 Mio. Euro an Spenden eingesammelt. Wie viele Menschen sind ertrunken, in der Hoffnung von den Schlepperschiffen aufgelesen und nach Europa gebracht zu werden?

  5. Der Joel läuft jetzt also den verräterischen Brüdern Strasser hinterher. Wollte mich nicht wundern, wenn der Joel später auch noch Stennes hochleben lässt!
    Einmal Verräter, immer Verräter!

    Der Herr Arndt ist rot, durch und durch. Er kann sich ja den Herrn Ban……n als Betthäschen ins warme Nest holen…..

  6. Dortmund braucht vermutlich frische Fördergelder gegen Rechts ? Da sollte man im Rat nachfragen, wieviel Geld für linksextreme Vereine eingeplant ist….

    • Ohne “rechte Taten” gibt es vermutlich keine Gelder mehr gegen Rechts. Deswegen ist die Freude Riesengroß über diesen Backpulver-Vorfall, bei dem Marcus Arndt und der Mitarbeiter des WDR völlig unverletzt blieben.

      Wenn keine “rechten Taten” mehr stattfinden, dann muss man diese eben notfalls selber begehen, sonst versiegt der Geldsegen auf Kosten des Volkes. Außerdem braucht die Lügenpresse schließlich Futter für ihre Hetzberichte gegen Heimatschützer.

  7. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass man von Arndt seit dem nichts mehr hört und liest. Festnahme und in UHaft bereits oder Schutzprogramm der (nicht mehr) Lange Polizei?

    • “Ein ABC-Einsatz wird ausgelöst, sein Wohnort in Brackel abgesperrt und Arndt in ein Krankenhaus geliefert – vorsorglich, heißt es.”

      Da sind sicherlich einige Kosten entstanden. Ob der Herr Marcus Arndt diese Kosten inzwischen bezahlen musste?

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