Westphal oder Sierau: Wer wird SPD-Oberbürgermeisterverlierer 2020?

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In der Dortmunder Lokalpolitik wird heftig spekuliert: Wird Ullrich Sierau zur Kommunalwahl 2020 noch einmal als Oberbürgermeisterkandidat antreten? Genau das hatte er eigentlich seit mehreren Jahren kategorisch ausgeschlossen und auch immer wieder beteuert, das letzte Mal angetreten zu sein – schon 2014 konnte sich Sierau nur durch einen Trick im Oberbürgermeisterwahlkampf einen großen Vorteil gegenüber anderen Parteien sichern, um schließlich mit hauchdünner Mehrheit bei einer extrem niedrigen Wahlbeteiligung von jedem 6. Dortmunder Bürger in das Amt gewählt zu werden. Und eigentlich schien alles schon ausgemacht: Thomas Westphal, bisher eher ein Mann der zweiten oder dritten Reihe in der Dortmunder SPD, wurde in den vergangenen Monaten aufgebaut, in den Bezirksvorstand gewählt und galt eigentlich schon als sicherer SPD-Oberbürgermeisterkandidat für 2020. Doch dann merkten die Sozialdemokraten, die sich seit 2015 im freien Fall befinden, dass auch im Ruhrgebiet Wahlen kein Selbstläufer mehr werden: Bei der Europawahl 2019 wurden plötzlich die Grünen, mitten in der Herzkammer der Sozialdemokratie, stärkste Kraft. Ein SPD-Oberbürgermeister? 2020 möglich, aber eben nicht mehr sicher. Vor einigen Jahren hätte wohl auch eine Pappfigur oder BVB-Maskottchen Emma für die SPD antreten können und wäre gewählt worden. Wenn es den Grünen gelingt, einen charismatischen Kandidaten – womöglich eine Frau – gegen SPD-Westphal aufzustellen, droht die letzte SPD-Bastion zu fallen. Und so klingen die Töne wieder etwas zurückhaltender, wenngleich SPD-Chefin Nadja Lüders jüngst im Interview mit den „Ruhr Nachrichten“ indirekt zu erkennen gab, dass sie von einer Kandidatur Westphals ausgehe, da Sierau nicht mehr kandidieren würde. Aber: Sie betonte eben auch, dass die Entscheidung über diesen Antritt einzig und alleine bei Sierau selbst liegen würde, der sich im September 2019 äußern wolle. Der Mann, der viele Sympathien verspielt hat, aber immernoch auf einen Wahlbonus hoffen könnte, wenn er „aus dem Amt heraus“ antritt (zumal die Abschaffung der Stichwahl ausgerechnet in Dortmund der SPD in die Hände spielen könnte), hat schon vor der Kommunalwahl 2014 sein Fähnchen von „ich ziehe meine Amtszeit bis zum Ende durch und stelle mich 2016 einer neuen Wahl“ auf „ich rudere kurz vorher zurück und trete schnell zur Kommunalwahl an, damit die anderen Parteien keine Zeit haben, sich Oberbürgermeisterkandidaten zu suchen“ umgeschwenkt. Ein Wendemanöver würde daher auch 2019 bzw. 2020 niemanden überraschen. So oder so gilt es aber, bei der Kommunalwahl 2020 die SPD-Hochburg Dortmund endgültig zum Fallen zu bringen.


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4 Kommentare

    • Oder zu Geschlechtsangleichungen zum weiblichen Geschlecht, damit die Wahlchancen steigen?
      Oder wie wäre es mit einer ethnischen Angleichung für mehr Buntheit, um die bunten Wählerkreise besser anzusprechen?

      Denkbar wäre zudem ein starkes Bekenntnis zum Islam.
      Wäre das nicht eine schöne Pressemitteilung, wenn der OB-Kandidat der marxistischen SPD vor der Wahl noch schnell zum Islam konvertiert?

  1. Hoffentlich keiner von beiden. Westphal ist in seinem Verhalten wesentlich schlimmer als Sierau. Der ist mit allen Wassern gewaschen!

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