Wilder Westen mitten in Dortmund: Nach Messerstecherei am Borsigplatz folgt Schießerei am städtischen Klinikum!

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Es sind unfassbare Szenen, die sich mitten in Dortmund in der Nacht auf Samstag (14. September 2019) ereignet haben. Es sind Szenen, die die Frage aufwerfen, ob kriminelle Clans den öffentlichen Raum längst annektiert haben und dort nach Belieben, ungestört von der Staatsmacht, Bandenkriege austragen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass es am Samstag gegen 1:30 Uhr zunächst in der berüchtigten Stahlwerkstraße, einem Hotspot der Clanszene und bekannt für florierenden Drogenhandel, zu einer Auseinandersetzung gekommen war, bei der ein 31-jähriger Mann, der aus Belgien stammen soll (zumindest besitzt er einen belgischen Pass, ob seine Vorfahren tatsächlich aus Belgien stammen, darf zumindest hinterfragt werden) durch einen spitzen Gegenstand verletzt worden war. Fünf weitere Personen, die sich im Umfeld des Mannes befanden, verweigerten vor Ort die Aussage und wollten sich zu der Ursache der Auseinandersetzung, mutmaßlich einer Fehde unter Kriminellen, nicht äußern. Sichergestellt wurde vor Ort neben einer blutverschmierten Jacke immerhin ein Schlüssel und ein Einhandmesser, ggf. die Tatwaffe. Doch was nach einem fast schon alltäglichen Gewalteinsatz in der Nordstadt klingt, nahm im weiteren Verlauf der Nacht noch an Fahrt auf und führte zu Szenen, die ansonsten aus Mafia-Krimis bekannt sind. Zunächst wurde der 31-Jährige in der Nordaufnahme der städtischen Kliniken an der Beurhausstraße behandelt, Verwandte von ihm hielten sich ebenfalls im Bereich der Notaufnahme auf. Als ein Mann erschien, der offenbar ebenfalls durch einen spitzen Gegenstand am Hals verletzt wurde, erkannten ihn die Kontrahenten aus der Gruppe des 31-Jährigen als einen der Tatverdächtigen aus der Stahlwerkstraße. Ohne Behandlung, verließ der unbekannte Mann das Krankenhaus (in dem er eigentlich videografiert worden sein müsste, bisher gibt es keine Lichtbilder der Polizei) und stieg in einen schwarzen, getunten VW-Golf, dem ein ebenfalls wartender sechser BMW folgte. Beim Anfahren eröffnete der Beifahrer des BMW aus dem geöffneten Fenster mit einer Waffe, mutmaßlich einer Pistole, das Feuer auf die Verwandten des 31-Jährigen – sie wurden zwar verfehlt, eine Kugel schlug aber in das Foyer der städtischen Kliniken ein, unvorstellbar, was passiert wäre, wenn es dort sogar ein „Zufallsopfer“ gegeben hätte. Anschließend flüchteten die beiden Fahrzeuge in Richtung Hohe Straße, die Polizei konnte keine Tatverdächtigen stellen und fand lediglich zwei Patronenhülsen. Mittlerweile ermittelt eine Mordkommission, die Polizei bittet insbesondere um Hinweise auf die beiden flüchtigen Autos, auch eine Auswertung der Kameraüberwachung dürfte Ermittlungsansätze liefern. Weshalb eine solche Auseinandersetzung erst zwei Tage später, am Montagmittag (16. September 2019) und erst nach Berichterstattung durch den „Rundblick Unna“ der Öffentlichkeit bekanntgemacht wurde, ist unklar – vielleicht möchte die politische Polizeiführung die Bevölkerung nicht verunsichern…

Skandalös: Nordstadt-Polizisten am Wochenende zur Dorstfelder Graffitiwand abgezogen

Nicht nur die neueste Gewalteskalation macht wütend. Nein, ausgerechnet am Wochenende waren Polizisten (sowohl Streifen-, als auch Zivilpolizisten) aus dem Bereich der Polizeiwache Nord dafür eingesetzt, die Dorstfelder Graffitiwand vor Farbschmiereien zu bewachen. Jene Polizisten, die ansonsten an der Münsterstraße Drogenbunker aufspionieren, Dealer observieren und das Treiben an der Stahlwerkstraße im Auge haben (sollten), schlagen sich ihre 8-Stunden-Schichten vor einer Mauer in Dorstfeld um die Ohren, bei der mittlerweile zwischen Zeitung lesen, stundenlangem Handyspielen und schlafen alles beobachtet werden konnte – Höhepunkt der Dorstfelder Sinnlosigkeit war ein Streifenpolizist, der dabei beobachtet wurde, wie er bei Ebay amerikanische Sheriffsterne suchte. Das sei ihm sicherlich gegönnt und mancher freut sich vielleicht über ein paar ruhige Stunden, angesichts der Zustände in unserer Stadt ist die Entscheidung von Polizeipräsident Gregor Lange (SPD) und seinem Führungsstab, mit massivem Personaleinsatz eine Wand bewachen zu lassen, während Messerstechereien und Schießeren in Dortmund die Bevölkerung einschüchtern, jedoch ein handfester Skandal. Es gilt sicherlich, die politische Mitverantwortung an der neuesten Gewalteskalation aufzuzeigen: Wer Polizisten aus der Nordstadt entfernt, um sie in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach Dorstfeld zu verfrachten, handelt mindestens fahrlässig. Mindestens!

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4 Kommentare

    • Warum steht die Mauer?’

      Nun, zu allererst, sie steht, weil wir sie gebaut haben. Sie sieht nicht schön aus, gewiss nicht, aber sie verdient, diese Mauer, sie verdient nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihrem Inhalt beurteilt zu werden. Um das zu können, muss man wissen, warum die Mauer gebaut wurde, genauer gebaut werden musste, noch, genauer gegen wen. Wir haben es oft genug gesagt: Gegen diese Leute haben wir die Mauer gebaut, gegen sie und zu unserem Schutz als Zeichen sozusagen: bis hierher und nicht weiter, es sei denn, man will partout ein zweites Stalingrad, das diesmal vor der eigenen Haustür stattfände. Solange man nicht aufhört, die Ergebnis des Zweiten Weltkriegs revidieren zu wollen, solange wird sie stehen, die Mauer, und bleiben, was sie ist: undurchlässig!

  1. Man muss sich bei allen Taten die sich in Dortmund derzeit zu tragen fragen, hätte die Tat verhindert werden können, wenn Polizisten sinnvoll eingesetzt worden wären, anstatt das diese eine Mauer sinnlos bewachen?

    Ist ein Graffiti wirklich wichtiger als ein Menschenleben?

  2. Pingback: Freitag (20.9.): Demonstration in der Dortmunder Nordstadt – Jetzt erst recht! – DIE RECHTE

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