Abteilung Größenwahn: Ullrich Sierau will die olympischen Spiele ins Ruhrgebiet holen

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Erstmals berichtete das „DortmundEcho“ im April 2018 über die Pläne der Stadt Dortmund, sich an einer Bewerbung für die olympischen Sommerspiele im Jahr 2032 mit der Region Ruhrgebiet zu beteiligen. Obwohl die Ankündigung auf ein geteiltes Echo stieß und beispielsweise die Hamburger Bevölkerung erst vor wenigen Jahren deutlich machte, dass es andere Prioritäten bedarf, als einer medialen Selbstinszenierung auf Kosten der breiten Bevölkerung (und sich gegen eine Olympia-Bewerbung entschied), halten die Gedankenspiele im Ruhrgebiet an. Aktuell bieten die „Ruhr Nachrichten“ Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau ausführlich Platz, um seine Visionen darzulegen – u.a. eine Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Dortmund. Dass es in einer Stadt, in der jedes 4. Kind in Armut aufwächst, über 100.000 Menschen Sozialleistungen beziehen und gleichzeitig das subjektive Unsicherheitsgefühl immer weiter zunimmt, anderer Dinge bedarf, als olympische Spiele heranzukarrren, versteht sich eigentlich von selbst. Denn Olympia, das sind nicht (nur) die schönen Bilder des Wettkampfes, das ist eine brutale Verdrängung schlechter gestellter Schichten im Vorfeld, das ist die Verschiebung hunderter Millionen Euro Volksvermögen für die mediale Inszenerung von Politikern, das ist der Schein einer heilen Welt, der um jeden Preis erzeugt werden soll. Nicht umsonst gab es etwa gegen die olympischen Sommerspiele 2016 in Brasilien breite und massive Proteste. Und wenn wir heute schon sehen, welche Unsummen die Stadt Dortmund jährlich für Prestigeprojekte, beispielsweise U-Turm, Konzerthaus und DFB-Museum, ausgibt, dann ist das letzte, was wir brauchen, eine Olympiade. Vielmehr wird es Zeit, endlich eine Politik für die abgehängte Unter- und zunehmend abstiegsgefährdete Mittelschicht zu betreiben, um das Auseinanderklaffen der sozialen Spaltung in unserer Stadt nicht noch weiter geschehen zu lassen. Solange ein einziger Dortmunder unverschuldet in Armut lebt, solange junge Familien keinen passenden Wohnraum mehr finden und solange jährlich Millionen für die Instandhaltung von Prestigeprojekten ausgegeben wird, ist es absurd, auch nur an Olympia zu denken. Ganz abgesehen von dem Größenwahn, mit dem Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Ruhrgebietsstadt Dortmund offenbar auf einer Augenhöhe mit Los Angeles, Paris oder Melbourne sieht…


Nicht so grimmig gucken, sonst wird das nichts mit Olympia…

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